19. November 2009 (Donnerstag) - von Johannes
E-Ink bald in Kreditkarten?
Kreditkartenbetrug ist aktuell ein großes Thema hierzulande; aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei einem spanischen Dienstleister werden insgesamt mindestens 300.000 deutsche Kreditkarten ausgetauscht. Ein teures Unterfangen auch für die Banken – kein Wunder, dass man sich in der Branche Gedanken über sicherere Plastikkarten macht.
Das auf diesen Bereich spezialisierte Unternehmen Emue Technologies hat nun eine interessante Lösung vorgestellt, die deutlich über konventionelle Zahlungsterminals hinaus geht: Der Nutzer authentifiziert sich hier direkt über die Kreditkarte.
Dazu haben die Australier einen kompletten Minicomputer in die Karte integriert. Nach Eingabe der eigenen PIN über zwölf integrierte Nummerntasten wird dem Besitzer auf dem 14-stelligen E-Ink Display eine individuelle Transaktionsnummer angezeigt, mit der nur ein einziges mal bezahlt werden kann. Dank der Verwendung von stromsparendem elektronischen Papier soll die Batterie Luft für drei Jahre intensive Nutzung haben – fast schon der Lebenszyklus einer heutigen Kreditkarte.
Der dynamische Code würde die dreistellige “Sicherheitsnummer” ersetzen, welche momentan auf den Plastikkarten zu finden ist und mit der Betrüger nach Erlangung der physischen Karte (oder auch nur der Nummer) beliebig häufig einkaufen können. Das Plus an Sicherheit gerade beim Online-Shopping ist offensichtlich.
Die E-Ink Kreditkarte von Emue Technologies ist schon heute mehr als eine bloße Technologiedemo. Visa Europe hat ein (aufgrund LCD-Display kurzlebigeres) Modell bereits im Rahmen eines Pilotprojekts unter anderem in England, Italien und der Schweiz im Einsatz. Der Kreditkartenkonzern arbeitet bereits seit 18 Monaten mit Emue zusammen, hat sich nun auch an der Entwicklungsfirma beteiligt. (pdf) Gerade vor dem Hintergrund des jüngsten Datenskandals und der damit verbundenen kostspieligen Austauschaktion (nebst schlechter Presse) erscheint es gar nicht einmal unwahrscheinlich, dass halbelektronische Kreditkarten zeitnah ihren Weg in deutsche Geldbörsen finden werden.
<via Gizmag>
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Der Artikel "E-Ink bald in Kreditkarten?" wurde am 19. November 2009 (Donnerstag) um 08:00 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.
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19. November 2009
17:20 Uhr
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Vanessa schreibt:
Woanders habe ich gelesen, dass “nur” 100.000 Kreditkarten ausgetauscht wurden, aber vielleicht wächst die Zahl einfach so schnell…