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eBooks ● eReader ● eCommerce

29. Juni 2009 (Montag) - von Johannes

eReader erfolgreich durch Fokus aufs Wesentliche?

Debatte

Kindle-DX-3-Front-with-PDF.jpgDer Verkaufserfolg vom Amazon Kindle und insbesondere die Absatzzahlen im Kindle-Store geben der US-Contentindustrie immer noch Rätsel auf. Denn bei eBook Lesegeräten handelt es sich nicht gerade um Supercomputer.

Die e-Ink Displays haben zwar unzweifelhaft ihre Vorteile gegenüber konventionellen LCD-Planels. Rein technisch betrachtet ist es aber nicht überzogen zu sagen, dass eReader beschnittene PCs sind – häufig für Preis verkauft, zu dem auch schon deutlich leistungsfähigere Netbooks oder günstige Desktop-PCs zu haben sind.

Auffällig ist vor allem, dass eReader praktisch nur für ihren primären Verwendungszweck genutzt werden können. Ein paar Zusatzfeatures wie eine Abspielfunktion für MP3s und ein Foto-Viewer können nicht darüber hinwegtäuschem, dass eBook Lesegeräte tatsächlich nur in der Darstellung von digitaler Literatur gut sind.

sony-prs505.jpgTom Weber, Chefredakteur des Finanzportals Smartmoney.com und ausgewiesener Branchenexperte, macht in einem Gastartikel für paidContent.org genau diese Reduktion auf das Wesentliche für den Erfolg vom Amazon Kindle verantwortlich. Während man am Computer vieles gleichzeitig mache (Multitasking) und nicht selten sogar mehrere Texte parallel lese , lenke am eReader nichts von der Konzentration auf das eBook (“Unitasking”) ab.

Daraus resultiere ein besseres Leseerlebnis von Inhalten, für die Kunden dann auch bereit sind zu bezahlen. Weber zieht hier eine Parallele zum Erfolg von Kaffeehausketten. Während gemeinhin ein Preis von $2 für einen Kaffee als überzogen deklariert wird, zahle man diese Summe bei Starbucks & Co. gerne – allerdings eben nicht nur für den Kaffee selbst, sondern auch für das Ambiente (“an environment intended to increase coffee enjoyment”).

Das digitale Äquivalent dazu sieht Weber in einem Endgerät wie dem Kindle, dass eine ablenkungs- und damit stressfreie Lektüre von Texten ermöglicht. So erkläre es sich etwa, dass Nutzer ePaper von Zeitungen im Kindle Store abonnieren, obwohl viele dieser Inhalte (meist aktueller) auch kostenlos im Netz zu finden sind.

Publishern gibt der Autor den Rat, ihre Leser nicht mit einer Vielfalt an Optionen und pompösen Layouts vom Wesentlichen abzulenken. Bei der Aufbereitung von Inhalten sollten immer die eigentlichen Texte im Vordergrund stehen, nicht die Präsentation.

eReader-Hersteller sollten nicht der Versuchung erliegen, ihre Geräte mit fremden Zusatzfeatures (vermeintlich) attraktiver zu gestalten. Schon beschreibbare farbige Displays könnten die “eReader-spezifische” Leseerfahrung zunichte machen.

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Der Artikel "eReader erfolgreich durch Fokus aufs Wesentliche?" wurde am 29. Juni 2009 (Montag) um 10:48 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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