Von Johannes
Neue E-Ink Uhren von Seiko
Die Einsatzzwecke von elektronischem Papier sind vielfältig: Nicht nur dedizierte Lesegeräte profitieren von der stromsparenden und augenfreundlichen Anzeigetechnologie; während die E-Ink Nutzung in Kreditkarten zumindest angedacht ist, hat sich E-Paper im im Einzelhandel zur flexiblen Darstellung von Verkaufsobjekten und -preisen längst etabliert. Armbanduhren mit E-Paper Display gibt es ebenfalls schon seit einer ganzen Weile, krankten aber lange an qualitativen Problemen – bis sich der Edelkonzern Seiko dem Thema richtig annahm.
Aktuell erhältliche E-Ink Uhren – Kostenpunkt: Ab rd. 180 Euro – haben einen äußerst eingeschränkten Sichtbereich; dreht man das Handgelenk nicht in einen bestimmten Winkel, bleibt Zeit und sonstige Displayanzeige unsichtbar. Seiko hat nun ein sogenanntes “Active Matrix EPD” entwickelt, welches ähnlich eBook Readern nahezu blickwinkelunabhängig ist.
Abgesehen vom ungewöhnlichen Display bringen die edlen Seiko E-Ink Zeitanzeiger viele von “normalen” LCD-Digitaluhren bekannte Funktionalitäten wie einen Kalender, Weltzeit, Alarm, Atomzeitabgleich und natürlich eine LED-Beleuchtung für das nicht-selbstleuchtende Display mit. Worauf technologiebedingt verzichtet werden muss, ist eine Stoppuhr: Das Graustufendisplay wäre schon mit der Anzeige von Zehntelsekunden überfordert.
In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage nach der Nutzbarkeit von elektronischem Papier in Uhren. Die berichtenden Kollegen von ablogtoread stellen hier zunächst einmal richtiger Weise fest, dass sich nur wenige erwachsene Menschen im Büroalltag heuzutage noch eine LCD-Armbanduhr modisch leisten können oder wollen. Seiko, die in den 70er Jahren gewissermaßen die Digitaluhr erfanden, trügen nun ein auch stilistisch akzeptables Nachfolgeprodukt in den Markt. Mit Preisschildern um 1.200 US-Dollar sind die E-Ink Uhren Seiko-typisch sportlich bepreist, könnten bei der Zielgruppe aber durchaus ankommen. In Zeiten von in Hosen- und Jackentaschen allgegenwärtigen Handys/Smartphones entwickeln sich monofunktionale Armbanduhren mehr und mehr zu persönlichen Statements, bei denen man den Euro nicht zweimal umdreht.
<via Engadget>
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