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5 E-Book-Formate, die ihr kennen solltet

26.3.2013 - von - eBook News 5 Kommentare

file formatSteht der Kauf eines digitalen Lesegeräts oder die Veröffentlichung eines E-Books an, ist an ihnen kein Vorbeikommen: E-Books kommen derzeit in einer Vielzahl verschiedener Dateiformate daher (anders als Print, das nur eine Form kennt). Schon wenig Grundwissen dazu erleichtert das Leben in der digitalen Lesewelt enorm.

PDF (Portable Document Format) – Ehemals proprietäres, seit 2008 offenes Dateiformat von Adobe. Weltweit mit Abstand meistgenutztes Dateiformat für Dokumente, das mit etlicher Software erstellt und wiedergegeben werden kann (von Adobe selbst: Acrobat, Acrobat Reader).
Sämtliche populären E-Book-Reader, Tablets und Smartphones unterstützen das Format nativ. Anders verhält es sich bei mit Adobe-DRM geschützten PDF-Dateien: Damit kann etwa der Kindle nichts anfangen, während sie auf Tolino Shine, Kobo Glo & Co. gelesen werden können.
Entscheidender Vorzug und gleichzeitig Nachteil von PDF-Dokumenten ist ihre fixe Formatierung, häufig auf DinA4-Größe oder größer. Dedizierte E-Book-Reader bieten dazu Zoom- und Reflow-Optionen an, im Endeffekt sind sie vor allem aufgrund ihrer kleinen Bildschirme aber keine guten PDF-Lesegeräte.

MOBI – Proprietäres Dateiformat (nebst eigenem DRM) des französischen Unternehmens Mobipocket, 2005 gekauft von Amazon. Ist gestalterisch limitiert: Komplexere Formatierungen wie verschachtelte Tabellen sind nicht möglich, Bilder lassen sich nicht zusammen mit Text skalieren u.a. Früher ein populäres Dokumenteformat für PDAs, inzwischen abseits der Kindle-Plattform aus der Mode gekommen. Kann mit Software wie FBReader gelesen und mit Calibre konvertiert werden, darüber hinaus nativ von Kindle-Lesegeräten und -Apps unterstützt.

AZW – Proprietäres Dateiformat (nebst eigenem DRM) von Amazon. Technisch im Grunde stark komprimierte MOBI-Dateien. Kann nur mit Kindle-Hardware und -Apps gelesen werden.

KF8 (Kindle Format 8) – Proprietäres Dateiformat (nebst eigenem DRM) von Amazon. Eingeführt mit dem Kindle Fire, unterstützt eine Vielzahl von HTML-Elementen und CSS-Attributen (Übersicht). Soll mittelfristig MOBI und AZW ablösen – derzeit nur von Kindle-Fire-Modellen unterstützt, Firmware-Updates für die E-Book-Reader sollen folgen.

EPUB (electronic publication) – offenes Dateiformat, ausgearbeitet vom IDPF (International Digital Publishing Forum). Basiert auf verschiedenen Standards (XHTML, XML, CSS u.a.), ist dynamisch und passt sich somit der Bildschirmgröße an. Kann mit einer Vielzahl unterschiedlicher Software gelesen werden und wird von nahezu allen Lesegeräten nativ unterstützt. Ausnahme ist die Kindle-Familie, hier ist eine Konvertierung von Nöten (etwa mit Calibre). Gibt es ohne und mit Adobe-DRM – wenn verschlüsselt, dann nicht konvertierbar. Im Herbst 2011 ist EPUB 3 veröffentlicht worden, das unter anderem interaktive Funktionen mit JavaScript und vielfältige Multimedia-Funktionen erlaubt. Von den meisten dedizierten Lesegeräten (noch) nicht unterstützt.

Inspiriert wurde die Übersicht von einem gleichartigen Artikel bei edudemic. Die Kollegen führen statt KF8 noch das von Microsoft entwickelte LIT-Format auf – schon in den USA eher eine Ausnahmeerscheinung, hat dieses Format in Deutschland absolut keine Relevanz.

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Der Artikel "5 E-Book-Formate, die ihr kennen solltet" wurde am 26. März 2013 (Dienstag) um 16:10 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

5 Antworten auf 5 E-Book-Formate, die ihr kennen solltet (zum Thread im Forum)

rr 26. März 2013 um 18:19 Uhr

Danke, tolle Zusammenfassung! Die Amazon-Formate waren mir noch nicht alle samt Hintergrund geläufig.

harlekin 27. März 2013 um 03:14 Uhr

ePub 3.0 fehlt, KF8 fehlt, azw3 fehlt,

epub Paragraph ist wieder sinnverzerrend erstellt, da er den Adobe Adept DRM Layer ausblendet, als ob es ihn nicht geben würde.

ePubs mit Adobe Adept Layer eignen sich die offene ePub Achitektur an, und verzerren ihre Eigenschaften und Fähigkeiten. Sie nicht als eigene Kategorie anzuführen, azw aber schon ist aus einem journalistischem Ethos heraus stark verwerflich und erneut, tendentiös.

Und betrachten wir zu guter letzte pdf, der Standard war bis vor 2008 offengelegt, und das durch Adobe, und wurde 2007/2008 als ISO Standard eingereicht – und damit nach Erbsenzähler Mentalität “offen” tatsächlich hat sich an der Nutzung vor und nach diesem Datum haargenau garnichts geändert. Es ist ein “offen” ohne große praktische Bedeutung.

Der mobi Standard wie auch der KF8 Standard sind ebenfalls offengelegt, an dieser Stelle nicht durch ihren Eigener Amazon, sondern durch Reverse Engineering. Und das bis ins letzte Detail. Sie sind damit “offen” (zB Calibre kann sie lesen, schreiben, erstellen, konvertieren) – und das ist von großer praktischer Bedeutung. Sie sind jedoch proprietär.

Zusätzlich zu Calibre das sich der offengelegten Spezifikationen bedient, gibt es von Amazon auch eine propritäre Lösung (ein Programm), um html, ePub, oä ins mobi/azw Format zu wandeln.

Der im Artikel anklingende Versuch proprietär als Gegenteil von offen zu positionieren ist aus einem journalistischem Ethos heraus stark verwerflich und erneut, tendentiös.

Die meisten Argumente im stark vereinfachten “Kindle ist ein geschlossenes Ökosystem” Bereich beziehen sich auf den DRM Layer (ab azw). Dort sind sie wichtig und angebracht.

Die Lüge weiter zu verbreiten, dass mobi und azw3 nicht “offen” wären – seis auch nur wie hier als stark verzerrende Implikation, ist aus einem journalistischem Ethos heraus stark verwerflich und erneut, tendentiös.

Dafür sollte man sich nicht bedanken.

harlekin 27. März 2013 um 03:17 Uhr

Nachtrag – KF8 findet sich doch im Artikel, ist jedoch von seiner Bedeutung als ePub 3.0 Equivalent nicht erfasst worden. Auch azw3 als mobi/kf8 Container findet keine Erwähnung.

Der Artikel ist vielleicht eine nette Zusammenfassung dessen was Johannes weiß ohne sich weiterbilden zu müssen, aber das ist in diesem Fall bei weitem nicht ausreichend.

lg h.

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