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Amazon Kindle Kopierschutz in der Kritik

22.6.2009 - von - eBook News 2 Kommentare

iphone3gViel Gutes hört man aus den USA von zufriedenen Kindle Nutzern – und auch die meisten Kritiker sind voll des Lobs über Amazons Bestseller. Das eBook Lesegerät sei einzigartig nutzerfreundlich, im mit dem eReader gut verzahnten Kindle Store fänden sich eine große Anzahl von fair bepreisten Inhalten.

Doch die (noch) sehr enge Verknüpfung von Lesegerät und Online-Shop hat auch ihre Schattenseiten. Eine wahre Odyssee erlebte ein US-Kunde, der plötzlich ohne ersichtlichen Grund eines seiner erworbenen Bücher nicht mehr downloaden konnte.

Im Kindle Store gekaufte Inhalte müssen über den Kundenbereich direkt auf ein vorher “angemeldetes” Lesegerät gedownloadet werden. Das können Modelle der Amazon Kindle Familie (1 / 2 / DX), aber auch ein iPhone oder ein iPod Touch sein. Amazon stellt hier eine kostenlose Applikation bereit.

fullscreenWas allerdings nicht auf den ersten Blick erkennbar (und den meisten Amazon Kindle Besitzern unbekannt) ist: Die Zahl der Geräte, auf denen ein Buch gespeichert werden darf, ist begrenzt. Das Limit variiert zudem von Buch zu Buch, die Entscheidung über die maximale Speicheranzahl liegt bei den Verlagen.

Die meisten Bücher könnten auf fünf bis sechs Geräten genutzt werden, so Amazon Mitarbeiter. Es gäbe aber auch Verlage, die nur die Lektüre auf einem einzigen Endgerät erlauben würden – danach wird ein nochmaliger Kauf nötig. Besonders problematisch: Welches eBook wie oft gespeichert werden darf, ist im Online-Shop momentan nicht ersichtlich.

In Sachen Transparenz hat Amazon also noch ein paar Hausaufgaben zu machen. Und auch die Restriktion selbst ist durchaus problematisch: Der Online-Buchhändler selbst wirbt mit der multiblen Nutzbarkeit seiner Bücher. So synchronisieren sich Apple-Geräte und Amazon Kindle gegenseitig. Liest man ein Buch auf seinem Kindle etwa bis zu einer bestimmten Seite, so wird es dort automatisch beim nächsten Zugriff vom iPhone aus “aufgeschlagen” – vorausgesetzt natürlich, es konnte noch darauf gespeichert werden.

DRM ist also nicht nur ein deutsches Problem. Ärgerlich bei Amazon ist (neben der Gängelung selbst) die Intransparenz – selbst Support-Mitarbeiter wussten im vorliegenden Fall teilweise nicht über das Kopierschutzsystem bescheid.

Eine Limitierung bei der Anzahl der nutzbaren Lesegeräte ist zwar aus Verlagssicht verständlich, aber praktisch kaum vermittelbar. Man stelle sich vor, bei jedem (zweiten) Umzug der Wohnung müsste man einen Teil seiner Büchersammlung wegschmeissen und neu erwerben. Gekauft ist gekauft – das sollte auch und gerade bei eBooks gelten.

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Der Artikel "Amazon Kindle Kopierschutz in der Kritik" wurde am 22. Juni 2009 (Montag) um 11:08 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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