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Goodreads-Befragung: Wie Leser zu (digitaler) Literatur kommen

20.2.2013 - von - Debatte eBook News 2 Kommentare

Wie Lesefreunde neue Bücher für sich entdecken, treiben einen wesentlichen Teil der Buchindustrie um (und natürlich die Leser selbst). Die weltgrößte Leser-Community Goodreads hat seine Leser direkt gefragt – und interessante Ergebnisse erhalten.

Mit über 14 Millionen Lesern, die über 460 Millionen Bücher in ihren virtuellen Regalen verwalten, ist Goodreads eine feste Institution in der Branche. In Deutschland orientiert sich vor allem das Holtzbrinck-Projekt Lovelybooks erkenntbar am Konzept der Plattform.

Auf der O’Reilly-Fachkonferenz TOC in New York hat Goodreads-Chef Otis Chandler  vergangene Woche einige interessante Insights zum Lese- und Kaufverhalten seiner Nutzer gegeben. Die Zahlen speisen sich aus zwei Quellen: Zum einen wurden je 1.000 Leser von zwei spezifischen Büchern befragt (Gone Girl und Night Circus), zum anderen gab es eine repräsentative Befragung von 1.500 Goodreads-Nutzern.

Wie Goodreads-Leser zum Buch kommen

  • am häufigsten greifen Leser infolge von Empfehlungen von „vertrauten Freunden” zu einem Buch (ca. 25%), gefolgt von „jeder spricht darüber”, Buchclubs und Reviews (etwa bei Goodreads).
  • eine Leseprobe war nur bei rund 10% der Leser ausschlaggebender Kaufgrund für das konkrete Buch. Generell schauen Buchhandelskäufer etwas häufiger ins Buch als Online-Käufer.
  • am Ende eines Buches kucken 83%, was der Autor sonst so geschrieben hat. 75% schauen sich nach ähnlichen Büchern (anderer Autoren) um, 69% diskutieren das Buch mit Freunden.

Das E-Reading-Verhalten der Goodreads-Mitglieder

  • 30% der befragten Leser haben das konkrete Buch als E-Book gekauft, deutlich am häufigsten bei Amazon. Die meisten Goodreads-Nutzer bewegen sich aber in verschiedenen Welten: Nur 23% lesen ausschließlich gedruckte Bücher, nur 9% ausschließlich E-Books.
  • 86% der Befragten, die ein Tablet ein Eigen nenne, lesen auch darauf. Für 32% davon ist es ihr einziges E-Book-Lesegerät. Beliebteste Tablet-Lese-Umgebungen: Zuhause & im Bett.
  • 37% der Befragten, die ein Smartphone haben, lesen auch darauf – aber nur 13% davon ausschließlich. Am häufigsten wird Wartezeit mit Lektüre auf dem Smartphone überbrückt.
  • 31% der E-Book-Leser machen Highlights und Anmerkungen in ihren E-Books. Davon legen 78% Highlights ausschließlich für sich an, 21% (also insgesamt nur 6% aller E-Book-Leser) teilen ihre Highlights und Anmerkungen.

Zu beachten ist bei all diesen Zahlen die spezifische Nutzerschaft von Goodreads. Wie für eine Büchercommunity üblich, kommen hier vor allem die Viel-Leser zu Wort. Außerdem ist die befragte Nutzerschaft vergleichsweise jung (größtenteils 25-44 Jahre alt) und zu sagenhaften 83% weiblich.

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Der Artikel "Goodreads-Befragung: Wie Leser zu (digitaler) Literatur kommen" wurde am 20. Februar 2013 (Mittwoch) um 13:28 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

2 Antworten auf Goodreads-Befragung: Wie Leser zu (digitaler) Literatur kommen (zum Thread im Forum)

Juergen 20. Februar 2013 um 14:09 Uhr

Interessant, dass nur 10% auf Leseproben reagieren. So als würden 90% ihrem eigenem Geschmack nicht trauen.
Einmal im Monat lade ich Leseproben der aktuellen Bestseller auf meinen Kindle. Und meist kaufe ich dann doch nichts.

Marcel 20. Februar 2013 um 18:14 Uhr

Ich habe erst kürzlich einen Artikel gelesen, bei dem es um die Wirkung von Leseproben ging. Angeblich werden diese nach dem herunterladen häufig gar nicht gelesen.

Wenn ich mir dann meinen Ordner mit ungelesenen Leserproben anschaue, kann ich das tatsächlich auch so bestätigen. :-)