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eBook Reader Vergleich

sony-reader-prs-t2-1Gut siebeneinhalb Jahre nach Einführung des Sony Reader PRS-505 buhlen eine Vielzahl verschiedener eBook Reader um die Gunst deutscher Lesefreunde. Die Geräte sind in den letzten Jahren preislich immer attraktiver geworden: Kostete der erste Kindle im Jahr 2007  noch 399 US-Dollar, gibt es den aktuellen Kindle Touchscreen (2014) schon für 69 Euro. Gleichzeitig sind elektronische Lesegeräte immer kompakter und leichter geworden, die Bildschirme als wichtigste Komponente immer schärfer und kontrastreicher.

Die nachfolgende Vergleichstabelle gibt einen Überblick über derzeit die besten in Deutschland erhältlichen eBook Reader, eingeteilt in drei Produktklassen. Ein Klick auf den Modellnamen führt zur Infoseite nebst Datenblatt etc., ein Klick auf die Bewertung (falls fett) zum Testbericht, ein Klick auf die Händlerlogos leitet zum Gerät im entsprechenden Online-Shop.

NameProduktklasseBewertungKaufen
Kindle VoyageLuxussehr gut
Kobo Aura H2OLuxussehr gut
Kindle OasisLuxussehr gut
Kindle Paperwhite 3Komfortsehr gut
Kobo Glo HDKomfortsehr gut
Tolino Vision 3 HDKomfortsehr gut
Tolino Shine 2 HDEinstieggut
Kindle Touchscreen (2014)Einstieggut

Nur E-Paper im eBook Reader Vergleich

Sämtliche eBook Reader in unserem eBook Reader Vergleich haben E-Paper-Displays, zumeist vom amerikanisch-taiwanesischen Unternehmen E-Ink. Daneben werden auch Geräte mit LC-Bildschirmen als eBook Reader vermarktet – mit ihren zumeist niedrig auflösenden, hintergrundbeleuchteten Displays nebst kurzer Akkulaufzeit liest es sich darauf allerdings deutlich weniger komfortabel als auf “elektronischem Papier”.

Einstieg-Klasse: Kindle bietet am meisten, aber kein Adobe DRM

kobo-mini-1Die wichtigsten hierzulande erhältlichen eBook Reader lassen sich grob in drei Klassen einteilen. Devices der Einstieg-Klasse sind preislich besonders attraktiv, die günstigsten Vertreter dieser Klasse liegen um die 60 Euro. Dafür lassen sich keine High-End-Funktionen erwarten – eine gute Textdarstellung und eine intuitive Bedienung sind aber auch hier Pflicht und mittlerweile auch fast durchweg gegeben. Waren Einstiegs-Reader früher besonders kompakt (5″ Bildschirmdiagonale), gibt es inzwischen keine wirklichen “Winz-Reader” mehr.

Das deutlich beste Gesamtpaket (berührungsempfindliches Pearl-E-Ink-Display, WLAN, weitverzweigtes App-Ökosystem) hat der  Kindle Touchscreen (2014) (69 Euro bei Amazon.de). Hier muss man einzig den Nachteil auf sich nehmen, beim E-Book-Kauf weitgehend an den Kindle Store gebunden zu sein, weil Kindles kein Adobe DRM unterstützen. Damit bleiben nahezu alle kommerziellen eBooks aus anderen Shops, aber auch E-Books der Onleihe (Dienst der öffentlichen Büchereien) außen vor. Die klare Marktführerschaft des Kindle und die hohe Käuferzufriedenheit zeigen aber, dass viele Leser diesen Haken in Kauf nehmen.

Komfort-Klasse: Viele gleichwertige eBook-Reader-Alternativen

Kindle Paperwhite 2

Kindle Paperwhite 3

In der Komfort-Klasse tummeln sich eine ganze Reihe Lesegeräte mit sehr ähnlichen Spezifikationen. Kindle Paperwhite 3, Tolino Vision 3 HDTolino Shine 2 HD und Kobo Glo HD haben jeweils ein berührungsempfindliches und beleuchtetes HD-E-Ink-Display (1024 x1448px, 300ppi) mit 6″ Diagonale und ein integriertes WLAN-Modul zum direkten Bezug von digitaler Literatur über das Gerät.

Technisch hatte der Kindle Paperwhite 3 (119 Euro bei Amazon.de) lange klar die Nase vorn. Er ist mit einem hochauflösenden E-Ink-Carta-Display ausgestattet, das gegenüber Pearl E-Ink bis zu 50 Prozent höhere Kontraste gewährleisten soll. Die integrierte Beleuchtung des Kindle Paperwhite 3 ist besonders ausgeglichen – hier spielt Amazon seinen Entwicklungsvorsprung aus, im Herbst 2012 bot das Unternehmen den ersten beleuchteten eBook Reader überhaupt an. Der Kindle Paperwhite 3 hat auch das größte “Ökosystem” (Apps für verschiedene Plattformen, in denen die eigene Bibliothek synchronisiert wird) und einen sehr gut sortierten eBook Store, auf den Kindle-Nutzer allerdings auch weitgehend festgelegt sind. Der Kindle Paperwhite 3 erschien im Sommer 2015, gegenüber dem Vormodell kann er mit einem noch schärferen Display punkten.

Tolino Vision

Tolino Vision 3 HD

Der im Oktober 2015 vorgestellte Tolino Vision 3 HD (159 Euro bei Thalia) ist hierzulande  der schärfste Rivale von Amazon. Es handelt sich um das Top-Modell der Tolino-Allianz, eines Anfang 2013 formierten Zusammenschlusses der Buchhandelsketten Thalia, Weltbild, Hugendubel, Club Bertelsmann, unabhängiger Buchhändler sowie der Deutschen Telekom. Der Tolino Vision 3 HD hat das gleiche E-Ink-Carta-Display wie der Kindle Paperwhite 3 und ist im Vergleich sogar noch ein bisschen kontrastreicher. Dazu hat man beim E-Book-Kauf die freie Wahl zwischen verschiedenen Online Stores und kann seine E-Book-Sammlung später auch zu einem anderen Anbieter “mitnehmen”. Auf der Haben-Seite kann der eBook Reader außerdem ein schickes Äußeres nebst planer Oberfläche (“Tablet-Look”) für sich verbuchen und ist zusätzlich wasserdicht.  Auch funktional ist der Tolino Vision 3 HD praktisch auf Augenhöhe mit Amazon – in unserem Tolino Vision 3 HD Test bekam das Gerät ein sehr gut (1,4). Zur unverbindlichen Preisempfehlung von 159 Euro ist der Tolino Vision 3 HD allerdings gute 40 Euro teurer als das Amazon-Modell, die Lese-Apps und die Firmware sind im Kindle-Kosmos zudem immer noch etwas funktionsreicher als bei Tolino.

Das Einstiegsmodell Tolino Shine 2 HD ist im Vergleich zum Tolino Vision 3 HD etwas kontrastschwächer, das Gehäuse ist etwas weniger schick (keine plane Oberfläche) und das Gerät ist nicht wasserdicht. Außerdem gibt es keine alternative Blättermöglichkeit durch Klopfen auf die Rückseite. Dafür kostet der eBook Reader ganze 40 Euro weniger als das hauseigene Top-Modell (119 Euro bei Thalia). Im Verbund mit einem Halbjahresabo der SuperILLU gibt es den Tolino Shine 2HD sogar für sehr attraktive 99 Euro. Der Kobo Glo HD (130 Euro bei Redcoon) hat ein schickes wie kompaktes Äußeres, moderne Hardware und vielfältige Social-Reading-Features vorzuweisen, das Display ist genauso scharf wie das des Kindle Paperwhite 3.

Alles in allem macht man mit keinem der genannten Geräte etwas falsch, die richtige Entscheidung ist vom Einzelfall abhängig.

Luxus-Klasse: eBook Reader mit dem gewissen Extra

Kindle Voyage

Kindle Voyage

In die Luxus-Klasse haben wir drei höchst unterschiedliche eBook Reader gefasst, die sich beide deutlich vom restlichen Testfeld abheben, aber auch ihren Preis haben. Der Kindle Voyage (189 Euro bei Amazon.de) nennt ein sehr klares und kontrastreiches Display sein Eigen. Im Test waren wir begeistert von der Qualität der Textanzeige, auch das gegenüber dem Kindle Paperwhite 3 runderneuerte Äußere mit planer Oberfläche wusste zu gefallen. Hinzu kommen Komfort-Funktionen wie beidseitige sensorische Blättertasten (“PagePress”) und ein Sensor, der die Display-Beleuchtung automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Wer das nötige Kleingeld zu investieren bereit ist, bekommt mit dem Kindle Voyage ein herausragendes Lesegerät.

Das neben dem Kindle Voyage zweitbeste E-Ink-Display steckt im Kobo Aura H2O (179 Euro bei redcoon.de). Der eBook Reader verfügt über eine Bildschirmdiagonale von 6,8″ und damit rund 30 Prozent mehr Anzeigefläche als alle anderen Geräte in der Komfort- und Luxus-Klasse. Damit ist der Kobo Aura H2O naturgemäß etwas größer und schwerer (rund 230 Gramm, 50 Gramm mehr als Kindle Voyage oder Tolino Vision 3 HD), bietet dafür aber eben auch mehr Platz. Im Test fanden wir auch beim Kobo Aura H2O kaum Anlass zur Kritik. Anders als Kindle-Geräte kommt der Aura H2O mit kopiergeschützten epub-Dateien zurecht und kann somit aus nahezu beliebigen Quellen befüllt werden. Siehe auch Kindle Voyage und Kobo Aura H2O im Vergleich [+Video].

Kindle Oasis

Kindle Oasis

Der jüngste Neuzugang in der Luxus-Klasse ist der Kindle Oasis, in vielerlei Hinsicht ein eBook Reader der Extreme. Mit 131 Gramm ist das Lesegerät der mit Abstand leichteste Sechs-Zoller, mit einem Einstiegspreis von 290 Euro aber auch der deutlich teuerste. Inklusive ist zu diesem Preis bereits eine Leder-Hülle in einer von drei Farben, in die ein Teil der Akkukapazität (9 Wochen) ausgelagert ist. Auch darum ist der Kindle Oasis nicht nur äußerst leicht, sondern mit fast durchweg 3,4mm extrem dünn. Nur an der (aus Rechtshändersicht) rechten Seite, wo die komplette Technik nebst Blättertasten verbaut ist und das Gerät auch gehalten werden soll, ist der Kindle Oasis breiter.

Im Test waren wir äußerst angetan von der Bauform des Kindle Oasis und vom Display, das noch einmal deutlich klarer und kontrastreicher ist als das Panel des bisherigen Klassenprimus Kindle Voyage. Mit dem Oasis kauft man sich viel Lesevergnügen, aber eben auch für sehr viel Geld. Jeder Digital-Leser muss sich hier selbst die Frage stellen, wie gut für ihn persönlich “gut genug” ist.

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