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eBook Reader Vergleich

sony-reader-prs-t2-1Gut 8 Jahre nach Einführung des Sony Reader PRS-505 buhlen eine Vielzahl verschiedener eBook Reader um die Gunst deutscher Lesefreunde. Die Geräte sind in den letzten Jahren preislich immer attraktiver geworden: Kostete der erste Kindle im Jahr 2007 noch 399 US-Dollar, gibt es den aktuellen Kindle (2016) schon für 69 Euro. Gleichzeitig sind elektronische Lesegeräte immer kompakter und leichter geworden, die Bildschirme als wichtigste Komponente immer schärfer und kontrastreicher.

Die nachfolgende Vergleichstabelle gibt einen Überblick über derzeit die besten in Deutschland erhältlichen eBook Reader, eingeteilt in drei Produktklassen. Ein Klick auf den Modellnamen führt zur Infoseite nebst Datenblatt etc., ein Klick auf die Bewertung (falls fett) zum Testbericht, ein Klick auf die Händlerlogos leitet zum Gerät im entsprechenden Online-Shop.

Laufend aktualisiert, zuletzt im November 2016

NameProduktklasseBewertungKaufen
Kindle VoyageLuxussehr gut
Kobo Aura OneLuxussehr gut
Kindle OasisLuxussehr gut
Kindle Paperwhite 3Komfortsehr gut
Pocketbook Touch HDKomfort
Tolino Vision 4 HDKomfortsehr gut
Tolino Shine 2 HDKomfortgut
Kindle (2016)Einstieg
Tolino PageEinstieg

Nur E-Paper im eBook Reader Vergleich

Sämtliche eBook Reader in unserem eBook Reader Vergleich haben E-Paper-Displays vom amerikanisch-taiwanesischen Marktführer E-Ink. Daneben werden auch Geräte mit LC-Bildschirmen als eBook Reader vermarktet – mit ihren zumeist niedrig auflösenden, hintergrundbeleuchteten Displays nebst kurzer Akkulaufzeit liest es sich darauf allerdings deutlich weniger komfortabel als auf “elektronischem Papier”.

Einstieg-Klasse: Tolino Page vor Kindle (2016)

kobo-mini-1Die wichtigsten hierzulande erhältlichen eBook Reader lassen sich grob in drei Klassen einteilen. Devices der Einstieg-Klasse sind preislich besonders attraktiv, die günstigsten Vertreter dieser Klasse liegen um die 70 Euro. Der größte Einschnitt, den Lesefreude hier machen müssen, ist der Verzicht auf eine integrierte Beleuchtung. Damit ist man bei der Lektüre auf eine gute Helligkeit in der Umgebung angewiesen, und die Textanzeige ist etwas weniger kontrastreich. Außerdem ist die Auflösung bei Einstiegs-Modellen in der Regel etwas geringer als bei teureren Lesegeräten und das Schriftbild damit weniger scharf.

Das deutlich beste Gesamtpaket in der Einstiegs-Klasse bieten der Kindle (2016) (69 Euro bei Amazon.de). und der Tolino Page (79 Euro bei Hugendubel). Beide Lesegeräte lösen 800x600px auf, wobei das E-Ink-Panel des “Page” aus der aktuellen Carta-Generation kommt und sichtbar kontrastreicher ist als das ältere Pearl-E-Ink-Display des Kindle (2016).

Der Kindle Store ist im Vergleich reicher befüllt und die Kindle-Leseapps etwas besser als die Tolino-Leseapps. Dafür unterstützen Tolino-Lesegeräte den verbreiteten Adobe-Kopierschutz für epub-Dateien und damit unter anderem eBooks der Onleihe (Dienst der öffentlichen Büchereien). Wer nicht ohnehin schon eine große eBook-Sammlung bei Amazon oder etwa die eBook Flatrate Kindle Unlimited abonniert hat, ist mit einem Tolino im Einstiegsbereich insgesamt besser bedient.

Komfort-Klasse: Viele gleichwertige eBook-Reader-Alternativen

Kindle Paperwhite 2

Kindle Paperwhite 3

In der Komfort-Klasse tummeln sich eine ganze Reihe Lesegeräte mit sehr ähnlichen Spezifikationen. Kindle Paperwhite 3, Tolino Vision 4 HDTolino Shine 2 HD und Pocketbook Touch HD haben jeweils ein berührungsempfindliches und beleuchtetes HD-E-Ink-Display (1024 x1448px, 300ppi) mit 6″ Diagonale und ein integriertes WLAN-Modul zum direkten Bezug von digitaler Literatur über das Gerät.

Technisch hatte der Kindle Paperwhite 3 (119 Euro bei Amazon.de) lange klar die Nase vorn. Er ist mit einem hochauflösenden E-Ink-Carta-Display ausgestattet, das gegenüber Pearl E-Ink bis zu 50 Prozent höhere Kontraste gewährleisten soll. Die integrierte Beleuchtung des Kindle Paperwhite 3 ist besonders ausgeglichen – hier spielt Amazon seinen Entwicklungsvorsprung aus, im Herbst 2012 bot das Unternehmen den ersten beleuchteten eBook Reader überhaupt an. Der Kindle Paperwhite 3 hat auch das größte “Ökosystem” (Apps für verschiedene Plattformen, in denen die eigene Bibliothek synchronisiert wird) und einen sehr gut sortierten eBook Store, auf den Kindle-Nutzer allerdings auch weitgehend festgelegt sind.

Tolino Vision

Tolino Vision 4 HD

Der Tolino Vision 4 HD (179 Euro bei Hugendubel) ist hierzulande der schärfste Rivale von Amazon. Es handelt sich um das Top-Modell der Tolino-Allianz, eines Anfang 2013 formierten Zusammenschlusses der Buchhandelsketten Thalia, Weltbild, Hugendubel, unabhängiger Buchhändler sowie der Deutschen Telekom. Der Tolino Vision 4 HD hat das gleiche E-Ink-Carta-Display wie der Kindle Paperwhite 3 und ist im Vergleich sogar noch ein bisschen kontrastreicher. Als einer der ersten eBook Reader hat der Tolino Vision 4 HD zudem einen neuartigen Blaulicht-Filter, der beim Schmökern in den Abendstunden ein besseres anschließendes Schlafen gewährleisten soll. Dazu hat man beim E-Book-Kauf die freie Wahl zwischen verschiedenen Online Stores und kann seine E-Book-Sammlung später auch zu einem anderen Anbieter “mitnehmen”.

Auf der Haben-Seite kann der eBook Reader außerdem ein schickes Äußeres nebst planer Oberfläche (“Tablet-Look”) für sich verbuchen, besitzt doppelt so viel internen Speicherplatz (8 statt 4 Gbyte) und ist zusätzlich wasserdicht.  Auch funktional ist der Tolino Vision 4 HD praktisch auf Augenhöhe mit Amazon – in unserem Tolino Vision 4 HD Test bekam das Gerät ein sehr gut (1,4). Zur unverbindlichen Preisempfehlung von 179 Euro ist der Tolino Vision 4 HD allerdings ein gute Stück teurer als das Amazon-Modell, die Lese-Apps und die Firmware sind im Kindle-Kosmos zudem immer noch etwas funktionsreicher als bei Tolino.

 

Das Einstiegsmodell Tolino Shine 2 HD ist im Vergleich zum Tolino Vision 4 HD etwas kontrastschwächer, das Gehäuse ist etwas weniger schick (keine plane Oberfläche) und das Gerät ist nicht wasserdicht. Außerdem gibt es keine alternative Blättermöglichkeit durch Klopfen auf die Rückseite. Dafür kostet der eBook Reader ganze 40 Euro weniger als das hauseigene Top-Modell (119 Euro bei Thalia).

Das Pocketbook Touch HD (149 Euro bei Conrad) schließlich hat einen dünner befüllten eBook Store und eine etwas weniger intuitiv bedienbare Firmware als die “Großen”, kann dafür aber mit vier teilweise frei belegbaren haptischen Tasten auf der Vorderseite, satten 8 Gbyte Speicherplatz plus Erweiterungsoption und einen 3,5mm-Kopfhöreranschluss für Text-to-Speech und MP3-Wiedergabe punkten.

Alles in allem macht man mit keinem der genannten Geräte etwas falsch. Die optimale Entscheidung ist vom Einzelfall abhängig.

Luxus-Klasse: eBook Reader mit dem gewissen Extra

Kindle Voyage

Kindle Voyage

In die Luxus-Klasse haben wir drei höchst unterschiedliche eBook Reader gefasst, die sich deutlich vom restlichen Testfeld abheben, aber auch ihren Preis haben. Der Kindle Voyage (189 Euro bei Amazon.de) nennt ein sehr klares und kontrastreiches Display sein Eigen. Im Test waren wir begeistert von der Qualität der Textanzeige, auch das gegenüber dem Kindle Paperwhite 3 runderneuerte Äußere mit planer Oberfläche wusste zu gefallen. Hinzu kommen Komfort-Funktionen wie beidseitige sensorische Blättertasten (“PagePress”) und ein Sensor, der die Display-Beleuchtung automatisch an das Umgebungslicht anpasst. Wer das nötige Kleingeld zu investieren bereit ist, bekommt mit dem Kindle Voyage ein herausragendes Lesegerät.

Kobo Aura One

Kobo Aura One

Wem 6 Zoll Bildschirmfläche nicht ausreichen, wird mit dem Kobo Aura One (229 Euro bei saturn.de) hervorragend bedient. Der im Herbst 2016 erschienene eBook Reader zeigt auf seinem 7,8″ E-Ink-Carta-Panel ganze 1872 x 1404px an, was 300ppi entspricht. Daneben der Kobo Aura One über einen Blaulicht-Filter für besseres Einschlafen nach abendlichem Schmökern, der interne Speicherplatz fasst ganze 8 Gbyte. Mit nur 230 Gramm ist der Kobo Aura One dabei nur unwesentlich schwerer als einige Sechs-Zoller, fällt allerdings naturgemäß nicht ganz so kompakt aus.

Kindle Oasis

Kindle Oasis

Der Kindle Oasis schließlich ist in vielerlei Hinsicht ein eBook Reader der Extreme. Mit 131 Gramm ist das Lesegerät der mit Abstand leichteste Sechs-Zoller, mit einem Einstiegspreis von 290 Euro aber auch der deutlich teuerste. Inklusive ist zu diesem Preis bereits eine Leder-Hülle in einer von drei Farben, in die ein Teil der Akkukapazität (9 Wochen) ausgelagert ist. Auch darum ist der Kindle Oasis nicht nur äußerst leicht, sondern mit fast durchweg 3,4mm extrem dünn. Nur an der (aus Rechtshändersicht) rechten Seite, wo die komplette Technik nebst Blättertasten verbaut ist und das Gerät auch gehalten werden soll, ist der Kindle Oasis etwas dicker.

Im Test waren wir äußerst angetan von der Bauform des Kindle Oasis und vom Display, das noch einmal deutlich klarer und kontrastreicher ist als das Panel des bisherigen Klassenprimus Kindle Voyage. Mit dem Oasis kauft man sich viel Lesevergnügen, aber eben auch für sehr viel Geld. Jeder Digital-Leser muss sich hier selbst die Frage stellen, wie gut für ihn persönlich “gut genug” ist.

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