29. November 2009 (Sonntag) - von Johannes
Amazon: 48 Kindle Books je 100 Bücher
Spannende neue Zahlen zu digitaler Literatur kommen heute aus Pittsburgh. Die lokale Tageszeitung Pittsburgh Post Gazette hat für eine Reportage zum Siegeszug von eBooks (abgesehen von Verlagen) alle beteiligten Seiten – Leser, Autoren und US-Marktführer Amazon.com – zu Wort kommen lassen und dabei interessante Informationen in Erfahrung gebracht.
Demnach macht Nordamerikas größter Buchhändler inzwischen einen wesentlichen Teil seines Umsatzes mit digitaler Literatur. Fast jedes vierte Buch bei Amazon.com geht heute in virtueller Form über die Ladentheke, erfuhr die Tageszeitung von einer Sprecherin des Unterenehmens. Im Mai dieses Jahres waren es noch rund 17%.
Für Schriftsteller ist das aber nicht automatisch ein Grund zur Freude. Bestsellerautor John Lescroart konnte zwar im Jahresvergleich ein sattes Plus von 300% bei seinen Kindle Store Verkäufen bei gleichzeitig rückläufigen Hardcover-Umsätzen vermelden, verdient dabei aber auch weniger. Zwar bekommt er bei Print wie eBook 10%-15% des Verkaufspreises ausbezahlt, durch die kontroverse $9,99-Policy bei Kindle-Bestsellern von Amazon.com fällt für erfolgreiche Autoren wie Lescroart bei eBooks aber absolut gesehen deutlich weniger pro verkauftem Exemplar ab.
Besonders erfolgsversprechend für Schriftsteller wie Verlage sind wohl auch Werbeaktionen über den Kindle Store. Die Mystery-Autorin Cara Black berichtet von einer “Buy-1-get-1-free” Aktion zum Verkaufsstart eines ihrer Bücher, über die sie bis auf Platz 3 der Kindle-Bestsellercharts kam – ein Erfolg, der sich wohl auch finanziell sehen lassen konnte.
Darüber hinaus bietet das Self Publishing Programm von Amazon.com Schriftstellern interessante Monetarisierungsmöglichkeiten abseits der Verlagslandschaft. Mark Coggins hebt dabei die freie Bestimmung des Verkaufspreises hervor. Über die Autorenseiten auf Amazon.com (in diesem Artikel verlinkt) bietet der Buchhändler seinen Publishern dabei auch interessante Promotionmöglichkeiten über eigene Eventkalender und Autorenblogs.
Aus geschäftlicher Sicht fällt die Beurteilung der Amazon.com Plattform seitens der befragten Autoren also naezu durchweg positiv aus – privat genutzt wird sie dagegen kaum. Mit einer Ausnahme geben alle der von der Pittsburgh Post-Gazette um ihre Meinung gebetenen Schriftsteller nach wie vor dem bedruckten Papier den Vorzug.
<via Teleread>
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Der Artikel "Amazon: 48 Kindle Books je 100 Bücher" wurde am 29. November 2009 (Sonntag) um 20:14 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Betreiber von lesen.net.
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