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Von Johannes

Bestsellerautorin beklagt eBook Pricing

Debatte eBooks

467px-sandra_brown_2009Nachdem der Aufschwung digitaler Literatur gerade in den USA von Autoren bislang überwiegend positiv beurteilt wurde – für Urheber ergeben sich Margen und Verdienstmöglichkeiten weit über Print-Niveau, hinzu kommt eine größere Unabhängigkeit  -, werden die großen eBook-Händler nun von prominenter Seite unter Beschuss genommen. Sandra Brown, deren Romanzen und Thriller regelmäßig auf der NY Times Bestsellerliste zu finden sind, fühlt sich angesichts der (im Vergleich zu Print) niedrigen Preise beim eBook-Kauf “beinahe schuldig”.

Beim Branchentreffen Thrillerfest outete sich Brown als leidenschaftliche Kindle-Nutzerin, möchte die Bequemlichkeit des Kaufprozesses nicht mehr missen. Beim Pricing höre der Spaß für sie allerdings auf: Als Autorin wisse sie um die in den Entstehungsprozess gesteckten “Schweiß und Tränen” – wenn sie könnte, würde sie gerne mehr bezahlen.

lostsymbolDas Kernproblem sieht Sandra Brown in der wohl kaum umkehrbaren Konditionierung der US-Lesefreunde: “Die große Kehrseite [von eBooks] ist, dass die [Händler] Anfangs nicht genug verlangten. Die Preise solten näher an Hardcover sein”, so Brown. Abschläge von über 60% für die digitale Ausgabe  – etwa bei Dan Browns Lost Symbol – sind in den USA keine Seltenheit, Amazon offerierte lange Zeit nahezu die komplette New York Times Bestsellerliste zum Einheitspreis von 9,99 US-Dollar. Inzwischen gestalten sich die Preise im Kindle Store zwar etwas heterogener, die meisten eBooks kosten aber immer noch weniger als die Hälfe ihrer gedruckten Äquivalente.

Browns Forderung nach höheren Preisen (die in ähnlicher Form übrigens nicht nur von Verlagsseite, sondern auch von eBook Reader Herstellern kommt) ist angesichts ihrer Erfahrungswerte hinsichtlich des mit dem Schreiben verbundenen Arbeitsaufwand sicherlich nachvollziehbar, greift allerdings zu kurz. Zum einen lassen sich über niedrigere Preise eine größere (zahlende) Leserschaft erreichen, zum anderen sieht der Verfasser bei eBooks prozentual deutlich mehr vom Verkaufspreis – erst recht natürlich, wenn man den Sprung zun Selbstverlag wagt (seit ein paar Tagen bis zu 70% Revenue Share). Stephen King hat sogar bereits eine Novelle exklusiv für den Kindle Store verfasst und publiziert.

Weiterhin hat die Autorin bereits die berechtigte Frage aufgeworfen, ob höhere Preise überhaupt Akzpetanz fänden: Der Buchhändler Barnes & Noble hatte mit einer deutlichen Verteuerung von eBooks für seine Nook-Plattform kurzzeitig einen bedeutenden Teil seiner Kundschaft gegen sich aufgebracht.

<via Mediabistro>

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Zugeordnete Tags: Buchpreis

Der Artikel "Bestsellerautorin beklagt eBook Pricing" wurde am 14. Juli 2010 (Mittwoch) um 10:22 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

7 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 14. Juli 2010
    10:31 Uhr

    Permalink

    Icke schreibt:


    Soll sie doch einfach nach Deutschland kommen, höhere Preise für ebooks gibts wohl sonst nirgends auf der Welt :(



  2. 14. Juli 2010
    10:39 Uhr

    Permalink

    derMatt schreibt:


    Oh, oh lieber Johannes, bitte noch mal Korrekturlesen!



  3. 14. Juli 2010
    10:48 Uhr

    Permalink

    Johannes schreibt:


    @matt Naja, hab’ jetzt zwei kleine Typos finden können, da hast du dir die Dramatik von Brown wohl zueigen gemacht :) Danke anyway,

    Ciao
    Johannes



  4. 15. Juli 2010
    13:24 Uhr

    Permalink

    freepanthera schreibt:


    Eine Lösung wäre den Hardcoverpreis nehmen und davon den Autoren vergüten und dann müsste der Verlag die Druckkosten wegrechnen.
    So kommt ein fairer Preis raus.
    Bei Hardcoverpreisen stelle ich sonst die Frage, wieso soll ich 56 Euro für eine PDF zahlen die fast 1000 Seiten hat und sehr unhandlich ist?
    Dazu gibt es kein E-Bookreader der bunt ist und eine Handliche Grösse hat.


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