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Von Johannes

Brasilien verbietet (de facto) hartes DRM

eBooks

brasilienDas Recht zur Privatkopie von urheberrechtlich geschützten Werken besteht praktisch weltweit – allerdings mit teils erheblichen und nicht selten paradoxen Einschränkungen. So ist es hierzulande beispielsweise verboten, zur Vervielfältigung einen wirksamen Kopierschutz (bei eBooks zumeist Adobe DRM ) auszuhebeln. DRM-verschlüsselte Literatur lässt sich damit de facto nicht legal konservieren. Entsprechend neidisch werden Lesefreunde nun nach Brasilien schauen.

Die Regierung vom größten Land Südamerikas (190 Mio. Einwohner) hat jüngst eine Urheberrechtsreform (Google Translate)  auf den Weg gebracht, welche die (technisch problemlos mögliche) Umgehung von hartem DRM generell erlaubt. Doch damit nicht genug: Wer als Verwerter künftig seine Inhalte mit technischen Fußfesseln versieht und dem Nutzer damit sein gesetzlich verbrieftes Recht zur Privatkopie verwehrt, soll mit Strafgeldern belegt werden.

Die Novelle könnte für geschlossene Plattformen etwa von Amazon eine Gefährdung des Geschäftsmodells darstellen: Im Kindle Store erhältliche Literatur ist nicht zuletzt deswegen so günstig, weil die erworbenen .azw-Dateien nur mit dem hauseigenen Lesegerät oder über Apps des Unternehmens gelesen werden können. Sollten die Texte frei zugänglich und konvertierbar sein, müsste wohl zumindest das Pricing in den betroffenen Märkten nach oben angepasst werden.

adobe_logoNichts desto trotz stellt die brasilianische Urheberechtsreform natürlich einen großen Gewinn für Mediennutzer dar. Gerade Lesefreunde haben sich mit einem (derzeit noch) äußerst starren Kopierschutz herumzuschlagen, welcher teilweise schon nach zwei Downloads den Zugang zum elektronischen Buch versperrt und einen erneuten Kauf notwendig macht. Könnte man sich ein stationäres Backup der Buchdateien anlegen, hätten solcherlei Ärgernisse ein Ende.

<via michaelgeist.ca, boingboing>

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Der Artikel "Brasilien verbietet (de facto) hartes DRM" wurde am 13. Juli 2010 (Dienstag) um 17:44 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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