1. August 2010 - Von Johannes
‘Enhanced’ eBooks im (US-)iBookstore
Die Multimedialisierung von digitaler Literatur schreitet voran: Nachdem über Kindle-Apps schon seit einigen Wochen mit Videos und Bildern angereicherte eBooks auf iPad, iPhone und iPod Touch gelesen werden können, hat Apple mit dem neuesten iBooks-Update nachgelegt. Das Leseprogramm kommt nun ebenfalls mit eingebettetem Bewegtbild klar – an entsprechend aufbereiteten Inhalte mangelt es allerdings noch.
Im deutschen iBookstore haben die Kollegen von macnotes.de noch keine ‘enhanced eBooks’ ausmachen können. US-Nutzer haben dagegen schon eine kleine Auswahl an ‘angereicherten’ Inhalten - so zum Beispiel das auch in gedruckter Form äußerst populäre Nixonland, in dessen erweiterter Fassung 27 zeitgenössische CBS-Videos eingebettet sind.
2 US-Dollar Aufpreis verlangt Apple für diesen Mehrwert. Im Kindle Store, wo ebenfalls beide Ausführungen erhältlich sind (hier übrigens auch für deutsche Lesefreunde), beträgt die Preisdifferenz lediglich einen Dollar.
Die Erweiterung des iBookstores um hybride Buchformate ist für sich betrachtet wenig spektakulär – im App Store finden sich seit Jahren Mashups aus verschiedensten Mediengattungen; mit dem Verkaufsstart des iPads haben viele Apps ein Level erreicht, dem gegenüber die ersten in iBookstore und Kindle Store eingestellten enhanced eBooks fast antiquiert wirken.
Mit der Öffnung von Kindle Store und iBookstore für angereicherte Formate machen die Plattformbetreiber aber deutlich, dass sie keine strikte Trennung von konventionellen eBooks (=1:1 Übertragung von Print in den digitalen Raum) und neuen Formaten anstreben. Wer als Publisher beispielsweise von Ratgebern und Lehrbüchern, aber auch von Biographien auf eine multimedialer Aufbereitung seiner Inhalte verzichtet, könnte in den virtuellen Buchhandlungen von Tablets schon bald sprichwörtlich alt aussehen.
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