Von Johannes
iBooks 1.1 für iPhone erhältlich, macht Probleme
Zeitgleich mit dem neuen iOS 4 für iPhone 3/3GS/4 (seit heute im Verkauf) und das iPad hat Apple vorgestern ein Update von iBooks (iTunes-Link) in den App Store gestellt. iBooks 1.1 bringt gegenüber der Vorversion nicht nicht nur einige neue Features wie pdf-Support und eine Notizfunktion mit, sondern lässt sich nach vier Monaten “iPad-only” nun auch auf iPhones mit iOS 4 nutzen.
Anders als Amazon, deren iPad-App funktional gegenüber der iPhone-App deutlich aufgebohrt wurde bzw. wird (Anpassung der Helligkeit, Blätteranimationen, Lexikon, …), bekommt man bei Apple auf allen Plattformen den gleichen Leistungsumfang. Wie iPhone-Nutzer an iBooks kommen und worauf es vor/bei der Nutzung zu achten gilt, hat Kollege Wolfgang vom Literaturcafe in einem lesenswerten Artikel leicht verständlich zusammengefasst. Auch das Apple-Leitmedium Macworld hat die App bereits ausführlich unter die Lupe genommen.
Ein Key Feature von Multiplattform-Anbietern ist die automatische Synchronisierung von Literatur wie Lesezeichen zwischen verschiedenen Lesegeräten eines Kunden. Während Amazon oder Barnes & Noble derzeit jeweils ein halbes Dutzend Endgeräte abdecken (dedizierte eBook Reader, PC, Mac, Blackberry, Android, iPhone/iPod Touch, iPad), beschränkt sich Apple derzeit noch auf seine hauseigene Hardware – abzüglich Macs, denn auch das gerade erschienene iTunes 9.2 verfügt noch nicht über eine Lesefunktion für im iBookstore geshoppte (durchweg DRM-veerschlüsselte) Literatur.
Wer sich allerdings schon via “iBooks for iPad” oder iTunes Store mit eBooks eingedeckt hatte und sich auf eine Erweiterung des Lesevergnügens aufs iPhone freut, erlebt vielfach eine böse Überraschung. In Blogs und Foren häufen sich derzeit die Beschwerden über lahme Synchronisationen und eine streikende Lexikionfunktion bei “eigenen” epub-Dateien (Anleitung zur Fehlerbehebung).
Beim erneuten Download von bereits fürs iPad gekaufter oder zwischenzeitlich gelöschter Literatur werden Lesefreunde teilweise mit einer skurrilen Fehlermeldung konfrontiert: Das angeforderte eBook sei bereits erworben, stehe aber nicht zur Übertragung bereit. Via Popupfenster offeriert Apple dem Anwender immerhin einen erneuten Bezug – zum Vollpreis (siehe Screenshot – hier ein entsprechender Erfahrungsbericht).
Der kalifornische IT- und Medienkonzern hat sich noch nicht zu den Sachverhalten geäußert; aller Voraussicht nach handelt es sich um zeitnah mittels einer Zwischenversion korrigierte Programmfehler. Solcherlei “Kinderkrankheiten” sind sicherlich kein Drama, gerade vor dem Hintergrund der im iBookstore allgegenwärtigen (DRM-)Ketten aber äußerst ärgerlich.
Auch wenn Apple die Programmfehler beseitigt: Bei iBooks ist man auf eine äußerst überschaubare Zahl an Lesegeräten beschränkt, begibt sich in eine weitgehende Abhängigkeit von Apple. Vor diesem Hintergrund können wir gegenwärtig nur vom Einkauf im iBookstore abraten – sämtliche aktuell dort verfügbare deutsche Literatur gibt es Anderswo (komerziell: z.B. buch.de/Libri; gratis: Projekt Gutenberg) mit wesentlich weniger Restriktionen. Allerdings hapert es noch ein einem ansprechenden Anzeigeprogramm für die Apple-Devices: Mit dem hierzulande weit verbreiteten Adobe DRM Kopierschutz kommt bislang nur die txtr App klar, welche im Vergleich mit dem schicken iBooks doch einen tristen Eindruck macht und ein umständliches Übertragungsprozedere voraussetzt.
<Redownload-Problem via Techfiber>
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6 Kommentare
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25. Juni 2010
21:50 Uhr
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jensq schreibt:
Die Bücher in Apples Buchhladen sind nicht durchgängig mit DRM versehen – der Verleger entscheidet für jeden Titel, ob er mit oder ohne DRM im Laden steht. Was fehlt, ist eine Anzeige im Shop, welche Bücher mit und welche ohne DRM sind. (a la iTunes plus, als DRM für Musik abgeschafft wurde).
Es kann also durchaus sein, dass derzeit alle Bezahltitel mit DRM sind, muss aber nicht.
28. Juni 2010
00:09 Uhr
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bjoern nadrowski schreibt:
Adobe digital editions kommt sehr wohl mit drm klar.
Auch fuer mac erhaeltlich.
22. Juli 2010
19:24 Uhr
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Peter schreibt:
Die txtr-App für das iphone ist nicht nur trist sondern schlicht unzumutbar, was die Benutzer auch schon seit fast einem Jahr bemängeln. Schlecht ist vor allem die Textdarstellung: von allen Readern mit Sicherheit die schlechteste. Für mich unlesbar. Das letzte Update ist ausserdem ein dreiviertel Jahr alt; ich habe das Gefühl, dass sich dort mehr oder weniger nichts mehr tut. Ich würde abraten, auf deren iphone-App zu setzen.