Von Johannes
iPad: eBook-Apps verspäten sich
Obwohl Apple auch acht Wochen nach der offiziellen Vorstellung immer noch ein großes Geheimnis um sein iPad und dafür entwickelte Anwendungen macht – Testmuster des Tablets dürfen nur in fensterlosen Räumen genutzt werden, App-Entwickler bekamen einen weitreichenden Maulkorb -, tröpfeln nach und nach Informationen rund um das Thema “iBookstore und Konkurrenz” an die Öffentlichkeit. Wurde vergangene Woche die mutmaßliche Kategorienstruktur von Apples Contentangebot publik, gibt es nun recht detaillierte Informationen zu den eBook-Apps von Amazon und Barnes & Noble.
Die New York Times hat sich bei den beiden führenden US-Buchhändlern umgehört, die große Hoffnungen in das iPad setzen – dem Tablet wird (nicht nur dort) zugetraut, dem gesamten eBook-Markt Impulse zu geben. Entsprechend möchte man mit den eigenen Lese- und Shopping-Plattformen ebenfalls präsent sein, passt seine iPhone-Apps (eReader, Kindle for iPhone) in diesen Tagen für den größeren Bildschirm des Apple Tablet an.
Also wird derzeit viel in fensterlosen Räumen getüftelt und entwickelt – mit Macs, aber ohne iPads. Denn das sagenumwobene Apple Tablet hat noch keiner der Branchenteilnehmer zu sehen bekommen, während andere Unternehmen (NY Times, WSJ, MLB) bereits mit Hardware zum App-Test unter realen Bedingungen ausgestattet wurde. Konsequenz: Weder Amazon noch Barnes & Noble werden zum nordamerikanischen iPad-Verkaufsstart am 04. April im App Store präsent sein. Auch der schon unter iPhone-Nutzern beliebte Comic-Viewer Panelfly wird sich verspäten – die Entwickler wollen ihre App nicht voreilig und möglicherweise fehlerbehaftet aufs iPad bringen, ohne den Device überhaupt in der Hand gehabt zu haben.
Apple hat sich nach wie vor nicht dazu geäußert, ob es im eigenen Haus Konkurrenz zum eigenen iBookstore akzeptieren werde – auf der einen Seite könnte das die Kalifornier Umsätze kosten, auf der anderen Seite das Tablet attraktiver für Kindle- und Nook-Nutzer machen (die ihre eBooksammlung “mitnehmen” dürften). Dass Apple den Buchhändlern bis heute noch keine Testsample ausgehändigt hat, macht aber schon einmal deutlich, dass Amazon und B&N zumindest keinen leichten Stand haben werden.
Dass iPad-Käufer der ersten Stunde trotzdem nicht literaturlos bleiben werden, verdeutlichen derzeit an vielen Stellen publizierte Demos spannender Mashup-Formate. Das Online-Frauenmagazin VIVmag etwa hat in einem beeindruckenden Video (unten) schon einmal gezeigt, wie es sich die eigene Präsenz auf dem Apple Tablet vorstellt.
VIV Mag Interactive Feature Spread – iPad Demo from Alexx Henry on Vimeo.
<via Basic Thinking / Video via Mashable>
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5 Kommentare
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22. März 2010
15:45 Uhr
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Jakob schreibt:
Apple verdient am iPad, nicht an den Apps. In ihrem Sinne müssten sie alles tun um die Hardware interessanter zu machen – und das bedeutet auch Kindle-Nutzern das Wechseln zu vereinfachen.
22. März 2010
15:47 Uhr
Permalink
Johannes schreibt:
“Apple verdient am iPad, nicht an den Apps.” Naja, das würde ich jetzt aber bestreiten. Der 30% Rev-Share und gerade iTunes sind schon ein wichtiger Umsatzbringer, Apple hat sich in den letzten Jahren immer mehr zum Contentdistributor gemausert…das iPad wird diese Entwicklung eher beschleunigen als umkehren.
Ciao
Johannes