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Von Johannes

iPhone OS 4.0 mit iBooks, Gift-Apps, iAds

eBooks

iphone_40_2Gestern Abend gab Apple-Chef Steve Jobs erste Einblicke in das im Sommer erwartete OS 4.0 für über 50 Millionen iPhones und 35 Millionen iPod Touch (hier die Preview im Video-Stream). Das nächste “Major Release” erlaubt nicht nur endlich auch (eingeschränktes) Multitasking auf den Apple-Geräten; auch einige schon im iPad implementierte Features und Anwendungen finden ihren Weg aufs iPhone.

Wenig überraschend bringt Apple die eBook-Plattform iBooks nun auch auf iPhone und iPod Touch. Wie beim iPad handelt es sich um ein Lese- und Verwaltungsprogramm mit angeschlossenem Online-Shop, in dem derzeit 60.000 komerzielle und 30.000 kostenlose eBooks zum Download bereit stehen. Bis zum Sommer dürfte dieses Angebot noch deutlich anwachsen.

iphone_40_3Die iBooks-App synchronisiert automatisch die eigene eBook-Bibliothek nebst Lesezeichen mit anderen unterstützten Devices des Nutzers – momentan also nur mit dem iPad. Steve Jobs nannte im Rahmen der Preview keine weiteren Plattformen, eine Lesefunktion in iTunes (wo die Bibliothek bereits verwaltet und um eigene kopierschutzfreie epub-Dateien erweitert werden kann) dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein.

Das iBooks-Ökosystem wächst also deutlich, steht aber noch deutlich im Schatten von Amazon und Barnes & Noble. Im Kindle Store gekaufte eBooks können nicht nur schon heute auf iPhone/iPod Touch (und Blackberrys), iPad und PC/Mac gelesen werden, sondern stehen auch zur Lektüre auf einem dedizierten Lesegerät bereit. Hinzu kommt ein wesentlich größeres Content-Angebot bei den (E-)Buchhändlern; für Apple ist es noch ein weiter Weg bis zur Konkurrenzfähigkeit, mit dem iPhone OS 4.0 wird aber zumindest ein erster Schritt gemacht.

Neu im OS 4.0 ist außerdem eine “Gift Apps” Funktion, die in Verbindung mit (multimedialen) eBooks durchaus bedeutsam werden könnte. Das beliebte Verschenken von gelesener und für gut befundener Literatur könnte sich so apple-typisch einfach auf den digitalen Raum übertragen lassen – erstaunlich eigentlich, dass die Konkurrenz noch keine Möglichkeit dazu einräumt. Bei Barnes & Noble lassen sich zwar eBooks virtuell von Nook zu Nook verleihen, eine “Besitzüberschreibung” ist aber nicht möglich.

Weiterhin küpndigte Apple seinen Einstieg ins Mobile Advertising Geschäft an. “iAds” soll App-Entwicklern eine bessere Monetarisierung ihrer Apps erlauben, bestehende (in den Augen von Apple wenig gelungene) Anzeigenmodelle in Anwendungen ersetzen.

Auch digitale Literatur ließe sich auf diesem Weg werbefinanzieren: InText-Anzeigen, bei Amazon wohl in Planung und Anderswo bereits Realität, könnten niedrige Verkaufspreise für Publisher doch noch finanziell attraktiv machen. Zudem wird mehr gelesen: Ein Blick auf die (von kostenlosen eBook-Apps mit Werbung dominierten) Bestenlisten zeigt, dass Nutzer eher Anzeigen als hohe Verkaufspreise in Kauf nehmen.

iphone4_1Im Ramen der OS-Preview legte Steve Jobs außdem ein paar weitere Eckdaten zum bisherigen Markterfolg vom iPad vor. Demnach hat sich das Apple Tablet inzwischen 450.000x verkauft (300.000x davon am ersten Tag), 600.000 eBooks wurden heruntergeladen (250.000x in den ersten 24hr).

Steve Jobs sprach bewusst von “downloaded eBooks” – für wie viele digitale Bücher bislang tatsächlich Geld bezahlt wurde, mochte der Apple-Chef nicht verraten. Jobs könnte man hier ein eigenes Zitat vorhalten; im Zusammenhang mit den von Amazon unter Verschluss gehaltetenen Kindle-Verkaufszahlen (Gerüchteküche: 3 Millionen) sagte er: “Usually, if they sell a lot of something, you want to tell everybody.”

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Zugeordnete Tags: Apple iPad • iBooks • Kindle Store

Der Artikel "iPhone OS 4.0 mit iBooks, Gift-Apps, iAds" wurde am 9. April 2010 (Freitag) um 16:00 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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