Von Johannes
Kindle: ASUS und Amazon kooperieren
Der taiwanesische Computerhersteller ASUS und das nordamerikanische Internetkaufhaus Amazon.com gehen eine gleichsam ungewöhnliche und naheliegende Partnerschaft ein: Auf ausgewählten Netbooks und (Sub)notebooks von ASUS ist ab sofort ab Werk die jüngst aktualisierte Lesesoftware Kindle for PC vorinstalliert. Die Bedeutung dieses Deals für die Kindle-Plattform sollte nicht unterschätzt werden.
ASUS ist mit seiner Eee PC Familie sozusagen der Begründer der Geräteklasse “Netbook” und (neben Acer) immer noch bedeutenster Hersteller. Diese besonders kleinen, leichten und ausdauernden Notebooks haben seit Ende 2007 eine enorme Verbreitung gefunden und sind ähnlich wie das iPad primär Konsumgeräte für verschiedenartige Inhalte. Auch gelesen wird auf Netbooks – allerdings eher Websitetexte und private Dokumente als digitale Bücher.
Zum Start der Partnerschaft bestückt ASUS zwei höchst unterschiedliche Devices mit “Kindle for PC”: Beim Eee PC 1005PE handelt es sich um ein typisches günstiges (270 Euro) Netbook mit einer Bildschirmdiagonalen von 10″ und eher schwachbrüstiger Hardware – Key Feature ist die hier die Akkulaufzeit von bis zu elf Stunden, welche natürlich nicht zuletzt Lesefreunden zugute kommt. Auch das ASUS UL30A hat ab sofort Kindle for PC an Bord. Das 13″ Subnotebook richtig sich eher an Nutzer, die mit dem Gerät arbeiten wollen und dafür auch 700 Euro auszugeben bereit sind – ein mattes Display in Kombination mit ebenfalls viel Puste lädt aber durchaus zur feierabendlichen Lektüre eines eBooks ein.
Ob die Kindle-Software generell oder nur auf via Amazon.com verkauften Devices installiert ist, lässt die Pressemitteilung offen. In jedem Fall kommt dem Unternehmen sein weitläufiges Geschäftsfeld zugute: Als reiner Online-Buchhändler gestartet, ist Amazon.com längst zu einem hochfrequentierten Umschlagplatz für unterschiedlichste Waren von Duschköpfen bis Hundefutter geworden. Im Elektronikbereich hat Amazon.com eine so starke Marktstellung, dass die announcierte Partnerschaft für ASUS auch abseits von Provisionsmodellen (für Kindle-Downloads über ASUS-Hardware) reizvoll gemacht werden könnte.
Bei einem erfolgreichen Projektstart könnte die Kooperation bald nicht nur auf andere Modelle, sondern auch auf andere Marken ausgeweitet werden. Unwahrscheinlich ist das nicht: Synmantec etwa verdankt seine Dominanz im Consumer-Security-Bereich nicht zuletzt der Vertriebspartnerschaft mit etlichen Notebook-Herstellern, auf deren Geräten seit Jahren Testversionen der Norton Suite vorinstalliert sind.
Ein Leseprogramm ist zwar weniger essentiell als Antivirus-Software, der (oftmals entscheidende) erste Schritt zur Installation wird dem Nutzer aber auch hier abgenommen. Weil viele Kindle Books in den USA kostenlos sind (hierzulande nur ein paar), werden mit Sicherheit zahlreiche Nutzer testweise losschmökern; und wer auf den Geschmack kommt, greift früher oder später dann auch zu komerziellen Titeln, wo Amazon.com sowohl quantitiv (540.000 eBooks) als auch qualititativ (aktuell 96 der 112 NYT Bestseller) immer noch die Nase vorn hat.
<via netbooknews.de>
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