Von Johannes
“Kindle for iPad” fertig + online
Pünklich zum iPad-Verkaufsstart hat Apple die Version 2.0 der kostenlosen Kindle-App freigegeben, mit der über 450.000 (USA) / 380.000 (Europa) eBooks aus dem Kindle Store geschmökert werden können. Zu den Neuerungen in 2.0 heißt es im AppStore (iTunes-Link) kurz und prägnant: “Optimized for iPad”. Dabei hat sich Amazon längst nicht auf ein Redesign der Icons für das größere Display beschränkt.
Neu ist ein grafischer Startbildschirm, der die eigene Bibliothek mit großen farbigen Buchcovern anzeigt. Weiterhin kann zur vom iPhone bekannten Listenansicht gewechselt werden, die allerdings optisch deutlich aufgemotzt wurde – bislang beschränkte sich Amazon auf eine relativ schnörkellose tabellarische Darstellung der Inhalte.
Alternativ zum pragmatischen Tap-Blättern kann nun auch “natürlich” mittels einer Wischbewegung geblättert werden. Die Animation kennt man bereits von anderen Lese-Apps wie Stanza (ebenfalls von Amazon) oder Classics – auch Apple selbst nutzt für seine iBooks diesen Effekt. Auf Wunsch lässt sich in der Kindle-App aber auch weiterhin mittels einer simplen Berührung umblättern, die neue Seite slidet dann wie gewohnt ins Bild.
Die frühe Veröffentlichung von “Kindle for iPad” – auch in der Form einer One-For-All-App - ist durchaus eine Überraschung: Amazon bekam von Apple vorab kein Testsample ausgehändigt, weshalb man noch vergangene Woche von einem verspäteten Start auf dem iPad sprach.
In der App-Beschreibung heißt es nun auch “This initial Kindle for iPad release has only been tested on the official iPad simulator provided by Apple”, womit der schwarze Peter für eventuelle Programmfehler zu Apple geschoben wird. Die heiße Phase rund um den Verkaufsstart wollte sich Amazon dann aber offenbar doch nicht von der Seitenlinie aus anschauen – anders als Barnes & Noble, die noch nicht mit einer angepassten eReader-App präsent sind.
Damit stellt sich Apple tatsächlich vom Tag 1 dem direkten Wettbewerb mit Amazon um die eBook-Vorherrschaft auf dem iPad – mit vorerst schlechteren Karten. “Nur” 60.000 iBooks von sechs Großverlagen sind derzeit online. Darunter befindet sich zwar nahezu die komplette prestigeträchtige New York Times Bestsellerliste; Nischen und ältere Titel sind dagegen eher im Kindle Store zu finden, dessen Angebot den iBookstore momentan um den Faktor 8 übertrifft.Um Amazons Marktanteil muss man sich also vorerst keine Sorgen machen.
Preislich geben sich die Sortimente erwartungsgemäß im Wesentlichen nichts. Spiegel Online will im iBookstore zwar einen aktuellen Titel ausgemacht haben, der fast 50% günstiger als bei Amazon sein soll. Die Differenz – sollte es sie überhaupt gegeben haben und der Kollege nicht eher über den Hardcover-Preis gestolpert sein – ist allerdings bereits passè: “The Pacific” liegt auch im amerikanischen Kindle Store bei 9,99 US-Dollar (13,79 US-Dollar für Europäer).
<via Golem & Teleread / Video vom iPhoneblog>
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5. April 2010
14:44 Uhr
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Zelina schreibt:
Mit Erstaunen habe ich über Ostern verfolgt, wie Apple den hype um den ipad zelebrierte. Aus psychologischem Gesichtspunkt sehr interessant, wie erst der Hype aufgebaut wurde und dann medienwirksam in Dollars umgesetzt wird. Wir werden sehen, wie dies im Mai in Deutschland ankommt. Meiner Erfahrung nach sind die Deutschen nicht so leicht auf einen Hype zu setzen. Aber wer weiss, mich würde es nicht wundern, wenn nach ein paar Tagen die Schlagzeilen lauten: ipad in Deutschland ausverkauft. Nachfrageerzeugung durch geringes Angebot. Wir werden sehen.