25. Februar 2013 - Von Johannes
Neue Mega-Allianz im deutschen E-Book-Markt?
Im Vorfeld von CeBIT und Leipziger Buchmesse bahnt sich eine spektakuläre E-Reading-Allianz an. Die beiden größten deutschen Buchhandelsketten Thalia und Weltbild/Hugendubel, die Deutsche Telekom sowie Bertelsmann haben zu einer gemeinsamen „E-Reading-Pressekonferenz” geladen. Was wird präsentiert?
Am kommenden Freitag (01. März) sitzen in der Hauptstadt-Repräsentanz der Deutschen Telekom drei Männer und zwei Frau an einem Tisch, die sich gewöhnlich im harten Wettbewerb zueinander befinden. Thalia-Chef Michael Busch, Weltbild-Chef Carel Halff und Hugendubel-Chefin Nina Hugendubel (beide DBH), Club-Bertelsmann-Programmchefin Anita Offel-Grohmann und Thomas Kiessling, CIO der deutschen Telekom, wollen den eingeladenen Journalisten „aktuelle Neuigkeiten” im Bereich digitales Lesen präsentieren.
„Ein großes neues Projekt”
„Ein richtig großes, neues Projekt im Bereich eBook/eReading” wird vorgestellt, kündigte eine Weltbild-Sprecherin lesen.net an. Darüber hinaus geben sich die Unternehmen im Vorfeld der Pressekonferenz extrem zugeknöpft: Man könne leider nichts zur PK verraten, erklärte eine Telekom-Sprecherin gegenüber lesen.net – „nur soviel: es lohnt sich”.
Eine Zusammenarbeit der vier Unternehmen im E-Book-Bereich wäre ein absolutes Novum in der Buchbranche – und würde sich ganz klar gegen Amazon richten, die innerhalb kurzer Zeit den jungen deutschen E-Book-Markt im Sturmlauf erobert haben. Selbst der junge E-Book-Spezialist Kobo ist den etablierten deutschen Playern technologisch weit voraus.
Unbefriedigender Status Quo
Thalia – mit dem Sony Reader PRS-505 eigentlich ein Marktbereiter des E-Books in Deutschland – hat sein eigenes E-Reader-Experiment „Oyo“, das ihm viele unzufriedene Kunden bescherte, zugunsten des Verkaufs von Bookeen-Geräten eingestellt. Weltbild ist im Low-Cost-Segment mit Trekstor-Geräten nach eigenen Angaben durchaus erfolgreich, während die Telekom mit der Entwicklung ihres E-Book-Stores Pageplace nicht zufrieden sein kann. Bertelsmann ist im E-Book-Geschäft vielschichtig unterwegs (auf Verlagsseite, aber auch mit Startups wie Skoobe), der renommierte Club Bertelsmann ist bislang aber vornehmlich totholzig unterwegs.
lesen.net ist vor Ort
Was wird am Freitag vorgestellt: Ein gemeinschaftlicher Walled-Garden-Gegenentwurf zu Amazon nebst neuer Hardware? Ein gemeinsamer E-Book-Club (quasi ein aufgemotztes Skoobe)? Alles beides? Vielleicht erklären die Unternehmen ja auch, das mit dem E-Book sei doch nicht so zukunftsträchtig wie gedacht und man konzentriere sich jetzt wieder voll auf gedruckte Literatur (Weltbild, Thalia, Bertelsmann) beziehungsweise Telefonie (Telekom). Am Freitag wissen wir mehr – lesen.net ist natürlich für euch vor Ort.
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25. Februar 2013
18:48 Uhr
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Juergen schreibt:
Wenn sich die Verlierer zusammentun, kann ja nur ein Gewinner herauskommen, oder?
Auf jeden Fall sind die deutschen Verlage Weltmeister im Ankündigen, während Amazon und Apple die Musik vorgeben.
Der Drops bzgl. Marktanteile ist schon längst gelutscht. Nicht einmal Google Play Books hat groß Marktanteile an sich reißen können und die sind wirklich eine Macht.
25. Februar 2013
19:22 Uhr
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Andreas schreibt:
Das einzige, was den verschlafenen deutschen eBook Markt nochmal ordentlich aufmischen würde, wäre eine komplett neue Plattform im ePub Format ohne DRM. Aber soviel Weitsicht traue ich Ihnen dann doch nicht zu.
25. Februar 2013
23:17 Uhr
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boing schreibt:
Der Schuss muss sitzen. Genug Vertriebsmacht bekommen die Partner zusammen …. nur das Produkt muss auch noch passen. Für 2/3 der Leser, die noch kein Ipad / Kindle etc haben ist es genau der richtige Zeitpunkt.
26. Februar 2013
09:24 Uhr
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Gast schreibt:
Bei den beteiligten Unternehmen ist keines dabei, welchers in den letzten Jahren durch Innovation oder Kundenservice ausgefallen wäre. Im Gegenteil: stets ging es um Verdrängung, Ausspielen von Machtverhältnissen, sprich um Umsatz und Kohler für die Vorstände und Gesellschafter.
Dieses Quartett ist lieblos und aus der Not heraus zusammengewürfelt.
Nicht umsonst hat keiner dieser vier Teilnehmer einen guten Ruf – egal, in welchem Geschäftsfeld diese sich auch tummeln.
Von diesen vier “Abzockern” hat keiner das Potential, etwas vernünftiges zu entwickeln. Es wird nur wieder etwas eingekauft, von dem man keine Ahnung hat und auch ist nicht der Wille vorhanden, für den Kunden langfristtig zu investieren.
Um den heutigen “Grossen” auf dem Markt begegnen zu können, muss man in der Lage sein, Sympathien zu entwickeln und in Verbindng damit einen “Hype” auszulösen.
Davon sind die in meinen Augen unmoralisch operierenden Valiumtabletten und Servicewüsten nicht ansatzweise in der Lage.
Sie werden nur den oberen Rand abschöpfen können mit den Neueinsteigern und Neugierigen.
Hier wird nur Lobbyarbeit und Geld investiert, keine Leidenschaft.
26. Februar 2013
19:48 Uhr
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Samy schreibt:
@Andreas
Genau das wäre es. Eine neue Plattform und kein DRM. Glaub aber auch nicht so recht dran.
26. Februar 2013
22:15 Uhr
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Astrid Rose schreibt:
Mit Entsetzen stellte ich heute fest, dass mein E-Book weder bei Weltbild noch bei Hugendubel gelistet ist.
Wie ich gerade las, ergeht es aber nicht nur mir so, sondern vielen Autoren, die ihr E-Book über Bookrix eingstellt haben.
Ich kann nur hoffen, dass die “Bücher” umziehen und nicht vollständig aus dem Verkauf genommen werden.
Aber wahrscheinlich werden wir vor Freitag auch keine Antwort erhalten.
28. Februar 2013
16:15 Uhr
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Junot schreibt:
Aus gut unterrichteten Kreisen war zu erfahren, dass am Freitag in Berlin von den 4 Unternehmen ein neuer Reader vorgestellt wird. Das Gerät wird wahrscheinlich Tolino heissen und soll den etablierten Konkurrenz machen. Die Werbung für das Gerät soll nächste Woche bundesweit mit einem Megaetat anlaufen.