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Von Johannes

TAZ: (Doch) App statt iBookstore

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tazDie alternative TAZ hatte Anfang des Monats als erste deutsche Peridoka den Weg in den iBookstore gefunden: Für 99 Cent pro Ausgabe konnte man sich von 07.06. an über die mittlerweile auch vom iPhone aus zugängliche App mit aktuellem Lesefutter besorgen. Das Angebot war allerdings nur von kurzer Dauer, die Strukturen von iBooks standen der Verbreitungsform im Weg – die Alternativen heißen Digiabo und App.

Im TAZ-Hausblog erzählt Mathias Broeckers die Geschichte vom erfolgreichen (Platz 1 im deutschen iBookstore, 890 Verkäufe in der letzten Woche), aber zum Scheitern verurteilten Projekt “TAZ im iBookstore”. Ursache für das Delisting sind Apples unflexible Kontrollmechanismen bei über iBooks vertriebenen Titeln, die eine zeitnahe Verbreitung von Inhalten nicht möglich machen – zwischen Upload seitens der TAZ und Verfügbarkeit über die App vergingen teilweise mehrere Tage, was bei einem periodischen Medium natürlich nicht akzeptabel ist.

ipad_7Dass die Zeitung überhaupt mittels iBooks verbreitet wurde, begründet TAZ-Mann (und Schriftsteller) Broeckers gegenüber lesen.net mit der niedrigen Zugangsschwelle: “Wir haben uns für iBookstore entschieden, weil die taz im epub-Format ohnehin schon vorliegt und wir ohne großen Aufwand dort präsent sein konnten.” Die TAZ bietet ihre digitalen Ausgaben schon seit über einem Jahr auch als unverschlüsselte epub-Dateien an – mit macht die Tageszeitung auch auf (möglichst großformatigen) dedizierten Lesegeräten eine gute Figur.

Infolge des Rückzugs aus dem iBookstore bietet sich dann auch ein “konventionelles” Digiabo an, bei welchem sich ePaper via Stanza ebenfalls drahtlos direkt aufs iPhone/iPad übertragen lassen. Wer lieber in iBooks liest, kann die epub-Dateien auch manuell über iTunes auf Apple-Devices transferieren.

Das TAZ Digiabo ist mit 10 Euro monatlich für regelmäßige TAZ-Leser  deutlich günstiger als ein (bislang nur möglicher) Kauf aller Einzelausgaben in iBooks – spontane Käufer haben dem gegenüber natürlich erst einmal das Nachsehen. 2.300 digitale Abonnenten hat die TAZ momentan übrigens, wie uns Mathias Broeckers auf Anfrage mitteilte – ein beachtliches Plus von über 50% innerhalb von neun Monaten.

Wie aktuell schon diverse Zeitungshäuser (Axel Springer, Spiegel) setzt auch die Tageszeitung künftig auf hauseigene Bezahlapps, über die sich Inhalte ohne Verzug publizieren und einfach abrechnen lassen. “Wir werden demnächst auch eine App für ipad und iphone anbieten, die dann direkt  (und schnell) auf unsere aktuellen Ausgaben zugreift und nicht auf die Präsenz im bookstore angewiesen ist. Auch der Dowload von Einzelausgaben wird dann direkt von taz.de möglich sein”, so Broeckers zum Thema. Im Zuge der App wird also auch ein flexibler Erwerb einzelner Ausgaben möglich sein – gerade auf ultraportablen Lesegeräten sicherlich ein nicht zu unterschätzender Umsatzgarant.

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Zugeordnete Tags: iBooks • ibookstore • TAZ

Der Artikel "TAZ: (Doch) App statt iBookstore" wurde am 30. Juni 2010 (Mittwoch) um 19:28 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

1 Kommentar

Was sagst du dazu?



  1. 30. Juni 2010
    23:28 Uhr

    Permalink

    Ralf Alkenbrecher schreibt:


    Lese die TAZ schon länger via Stanza auf dem iPhone und nun auch auf iPad (= deutliche Verbesserung) und dies funktioniert gut. Es ist halt eine reine Textausgabe – soll ja nicht schaden, sich auch mal auf den Text zu konzentrieren.
    Einziger Kritkpunkt: das Thema “Inhaltsverzeichnis ist nicht gut gelöst”
    Gruß




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