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15. Februar 2013 - Von Johannes

Was Kinder und Jugendliche über E-Books denken

eBooks

„Kindermund tut Wahrheit kund”, heißt es. Da lohnt sich ein Blick darauf, was US-amerikanische Kinder und Jugendliche von E-Books halten.

Der US-amerikanische Großverlag Scholastic untersucht in seinem jährlichen „Kids & Family Reading Report” dem Leseverhalten von Kindern und Jugendlichen auf den Grund. Das geschieht durchaus im Eigeninteresse: Scholastic verdient sein Geld mit pädagogischen Inhalten und Literatur für diese Zielgruppe, besitzt etwa die Lizenzrechte der Harry-Potter-Reihe für die USA.

Für die 2012-Ausgabe des alle zwei Jahre erscheinenden Reports wurden rund 1.000 Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre sowie deren Eltern befragt. Zunächst zu den harten Zahlen: Der Anteil derjenigen, die schon einmal ein E-Book gelesen haben, hat sich seit der Befragung 2010 fast verdoppelt (25% -> 46%). Und von denjenigen, die noch keinen Kontakt zu digitaler Literatur hatten, würden 51% dem E-Book gerne eine Chance geben.

Die Bedeutung von Tablets als Lesegerät ist erwartungsgemäß explodiert, aber auch auf dedizierten Lesegeräten wird im 2-Jahres-Vergleich mehr als doppelt so häufig gelesen (vgl. Grafik oben). Bei Kinder- und Jugendbüchern besonders wichtig sind E-Book-spezifische Features und Anreicherungen, teilweise nur in App-Form realisierbar. Hier sind allerdings sowohl in der Kinder- als auch in der Elterngunst recht konventionelle Formen wie integrierte Wörterbücher und die Möglichkeit zum Anlegen von Notizen ganz vorne (vgl. Grafik unten).

Immerhin 58% der befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, vor die „Wahl der Buchform” gestellt bevorzugt gedruckt zu lesen. Print-Bücher werden vor allem lieber mit ins Bett genommen und mit Freunden geteilt, während auf Reisen primär digital geschmökert wird. Auch wird vor allem dann zum E-Book gegriffen, wenn das Umfeld die Lektüre nicht sehen soll – ein Phänomen, das wir auch schon im Erwachsenen-Bereich beobachten konnten.

Wirklich greifbar werden diese abstrakte Prozent-Angaben durch Zitate der Befragten, mit denen Scholastic seine Studie angefüttert hat.

“Sie [E-Books] machen mehr Spaß, kosten weniger und schonen die Umwelt” (10-jähriger Junge)

“Wenn ich mit einem Buch fertig bin, kann ich das nächste innerhalb von Minuten bekommen.” (10-jähriges Mädchen, Ohio)

“Es ist mir wichtig, dass er liest. Wenn er E-Books bevorzugt, ist das okay für mich. Ich denke mehr Kinder werden E-Books lesen und er sollte sich mit beiden Formen wohlfühlen.” (Mutter eines 6-jährigen Jungen).

„Ich lese mehr, weil ich einen E-Reader habe.” (14-jähriges Mädchen)

„E-Books herunterzuladen ist einfacher, als in einen Buchladen zu gehen.” (Vater eines 15-jährigen Jungen)

„Du kannst auf ein Wort tappen, um die Bedeutung zu sehen, und Buchstaben größer oder kleiner zu machen.” (9-jähriges Mädchen)

Von vielen Kindern und Jugendlichen kamen aber auch printfreundliche Töne. Eine 10-jährige etwa schwärmt davon, „es gibt nichts wie ein [Print-]Buch zu lesen und Seiten umzublättern, und Bücher brauchen keine Batterien. Die Papierindustrie wird also sicherlich noch einige Jahrzehnte überdauern.

“Print-Bücher behältst du für immer” (15-jähriges Mädchen, offenbar noch nie umgezogen ;)

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Der Artikel "Was Kinder und Jugendliche über E-Books denken" wurde am 15. Februar 2013 (Freitag) um 18:42 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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