Von Johannes
1&1 bringt günstiges Android-Tablet
Das IT-Konglomerat Untited Internet (1&1, GMX, web.de) steht offenbar unmittelbar vor der Markteinführung eines eigenen Surf-Tablets als Alternative zum weltweit erfolgreichen Apple iPad. Schon in rund zwei Wochen soll der Device zu haben sein – an Board ein Google Android Betriebssystem, mit dem das Tablet praktisch “out of the box” über einige eReader-Qualitäten verfügt.
Wie die Wirtschaftswoche heute exklusiv unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, wird das Tablet vorerst nur im Bundle mit DSL-Verträgen (also über 1&1) zu haben sein. Mittelfristig soll das Gerät auch stand alone vertrieben werden, in jedem Fall deutlich günstiger als das iPad (+499 Euro) werden.
Zu Spezifika der Hardware gibt es gegenwärtig noch keine Informationen, wohl aber zur eingesetzten Betriebssoftware: Wie auch Neofonie (Wetab; Foto) und Notion Ink (Adam) setzt United Internet auf ein voraussichtlich angepasstes Google Android Betriebssystem, für das im Android Marketplace bereits mehrere Zehntausend Apps bereitstehen. Darunter befinden sich auch etliche Leseprogramme; Apps der US-Contentplattformen von Barnes & Noble und Kobo sorgen für ein umfangreiches online zugängliches Literaturangebot, “Kindle for Android” soll noch in diesem Sommer erscheinen.
Darüber hinaus ist United Internet durchaus zuzutrauen, die (lukrative) Literaturversorgung seiner Tablet-Nutzer selbst in die Hand zu nehmen bzw. zumindest über Partnerschaften mit eBook-Händlern sicherzustellen. Immerhin betreibt das Unternehmen aus Montabaur bereits seit 2007 mit Maxdome (gemeinsames Projekt mit ProSiebenSat.1), den größten deutschen Video-on-Demand Dienst, welcher sicherlich auch seinen Platz auf dem Tablet haben wird – Expertise im Contentgeschäft haben die Onliner also bereits.
Bringt United Internet sein Tablet tatsächlich schon Anfang Juli in den Handel, wäre das wohl der erste wirkliche Rivale für das iPad auf dem deutschen Markt (klammert man einmal das Archos 9 PCTablet aus, welches mit nur 2-3h Akkulaufzeit ohnehin als Entertainmentmaschine ausscheidet). Das mehrere Millionen DSL- und Mailkunden zählende Unternehmen verfügt zudem über die nötige Marketing-Power, um einen Device innerhalb kurzer Zeit einer großen Nutzergruppe bekannt und zugänglich zu machen.
Informationen zu technischen Details und seitens 1&1/UI bereitgestellten Inhalten sollten nicht mehr lange auf sich warten lassen, wenn die der Wirtschaftswoche vorliegende Roadmap korrekt ist. Erst dann lassen sich serlöse Aussagen zu Marktchancen und eBook-Lesekomfort machen. Im Vergleich zum iPad könnte das 1&1 Tablet hier mit geringerem Gewicht (bei nicht wesentlich weniger Akkulaufzeit) und einem schwächer spiegelnden Display punkten.
<via Golem>
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10 Kommentare
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19. Juni 2010
17:47 Uhr
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paradoxus schreibt:
Ich wäre bei 1&1 nicht so euphorisch: Das waren doch, die uns das sagenhafte “PocketWeb” beschert haben – Hardwareschrott bereits zur Einführung. Ich hatte das Glück, das ein Freund so doof war, den Vertrag dafür zu unterschreiben… selbst 1&1-Mail war eine Qual.
Außerdem: Ein Tablet bauen ist das eine – die Kombination von Hardware, GUI und dem Drumherum, das ist die Kunst. Wüsste nicht, was gerade 1&1/UI befähigen sollte, hier etwas auch nur annähernd iPad-gefährdendes abzuliefern :-)
19. Juni 2010
18:12 Uhr
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Christoph Kaufmann schreibt:
Da bin ich ja gespannt was das für ein Gerät ist. Ich nehme nicht an,dass 1&1 selber etwas baut. Vielleicht wird es ein Gerät von Archos.
Android ist auf jeden Fall ein guter Weg. Der wichtigste eBook Reader unter Android ist übrigens Aldiko. Besser als Stanza auf dem iPhone.
19. Juni 2010
20:42 Uhr
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Sven schreibt:
Ich bin gespannt. Zum Glück machen sie nicht den Fehler wie viele andere Hersteller selbst an einem OS zu schrauben. Somit muss nur noch die Hardware stimmen und das wird dann wohl vom Hersteller abhängen.
19. Juni 2010
21:02 Uhr
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Wisnje schreibt:
Na da sind wir mal gespannt was dieses Tablet so können soll. Bis jetzt scheint keines bis auf die Größe wirklich mit dem Adam von Notion Ink konkurrieren zu können. Interessant wird da nur noch die Bedienbarkeit der Software (wo ich Apples einzigen, dafür aber umso mächtigeren Vorteil sehe)
20. Juni 2010
19:16 Uhr
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lexmark schreibt:
Leute,
schaut euch doch auch mal die “kleineren” Hersteller an.
Hanvon bringt im August ein interessantes Touchpad heraus:
http://www.hanvon-deutschland.de/html/touchpad.html
Klingt doch wirklich gut und scheint eine Alternative zum Ipad zu sein!
Gruß
Lexmark
21. Juni 2010
12:31 Uhr
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Jan schreibt:
Das Teil von Hanvon ist schwerer als das iPad, es wird keine Akkulaufzeit angegeben, es läuft mit Windows 7 und es hat das absolut dämliche Widescreen-Format. Sorry, da sehe ich null Konkurrenz fürs iPad. Das sind die Geräte, weshalb das iPad überhaupt so erfolgreich ist.
21. Juni 2010
15:17 Uhr
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Thomas Knip schreibt:
Solange das Gerät an einen Vertrag gekoppelt ist, wird man nicht wirklich von einer Konkurrenz für das iPad sprechen können.
Und 1&1 hat bisher noch nie teure Hardware ohne Nutzungsvertrag angeboten. Das wäre ein Novum.
30. Juni 2010
18:42 Uhr
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Ashrav schreibt:
Hässliches Tablet gepaart mit unterirdischem Service … selbst schuld wer bei den Gurken von 1&1 Kunde wird.