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3. November 2009 (Dienstag) - von Johannes

Amazon Kindle 2 (int.) Review Roundup

eReader

Amazon-Kindle-2-01.jpgZwei Wochen ist es inzwischen her, dass erste Einheiten vom Amazon Kindle 2 (international) aus Seattle in die ganze Welt verschickt wurden. Nach über zwei Jahren Beschränkung auf den US-Markt öffnete Amazon seine Kindle-Plattform für Lesefreunde in über 100 Ländern, darunter Deutschland.

Obwohl das Angebot im deutschen Kindle-Store noch Kompromisse vom Nutzer verlangt und Amazon das Gerät hierzulande selbst vorerst in einer Nische sieht, fand der internationale Kindle 2 auch im deutschsprachigen Raum innerhalb kurzer Zeit eine große Verbreitung. Entsprechend viele Testberichte vom bei amazon.com orderbaren Device gibt es schon jetzt – mit Licht und Schatten.

amazon_kindle_2_05.jpgWie viele Medien kritisierte auch der österreichische Kurier die mangelhafte Lokalisierung des Kindle 2 international für den europäischen Markt. Auf der QWERTY-Tastatur fehlen die Umlaute, Menü und Vorlesefunktion arbeiten nur mit englischer Sprache und im Karton findet sich ein US-Netzteil ohne Adapter. Hinzu kommt eine mangelhafte Auswahl im Kindle-Store gerade bei regionalen periodischen Titeln, was sich aber nach Informationen des Kurier in den kommenden Monaten ändern soll; auch die österreichische Tageszeitung ist demnach zeitnah als Kindle Edition verfügbar.

In die gleiche Kerbe schlägt auch die Computerworld – der Kindle sei mit Blick auf das Content-Angebot “noch nicht erwachsen“. Den Schweizer Redakteuren sind zudem das 6″ Display und die Bedienelemente zu klein; trotzdem sei der Kindle 2 “bislang der beste E-Book-Reader”, allerdings eben auf niedrigem Niveau.

“Die Funktionen überwiegen die Fehler”, heißt es hingegen beim Standard. Nachdem die Kollegen den Kindle 2 erfolgreich ans österreichische Stromnetz bekommen hatten, freuten sie sich über ein gelungenes Gesamtkonzept – Bücher lassen sich “am Kindle in allen Lebenslagen leicht und gut lesen, teils leichter als schwere und große Bücher.” Die Form sei handlich und für Links- wie Rechtshänder geeignet,  anpassbare Schriftgrößen und -arten seien praktisch, die Befüllung über das UMTS-Netz ein Kinderspiel. Lesen, so das Fazit, “geht am Kindle so gut wie beim Druck, vielleicht sogar besser.”

kindle-2.jpgAuch in der Blogosphäre häufen sich die Erfahrungsberichte zum Kindle international – teils journalistisch professionell, teils aber auch bewusst subjektiv. Ulrich Eder etwa dokumentiert im Dia-Blog seine ersten Erfahrungen mit dem Kindle in Tagebuch-Form – vom Ärgernis des besschnittenen Angebots über unverständliche Bepreisungen hin zu überraschenden Bedienerlebnissen.

Michael Roth ist “alles in allem recht begeistert vom Kindle. Wer gerne liest und sich zu den Gadgetfans zählt, für den ist das Gerät fast ein Muss.” Hauptkritikpunkt ist hier die umständliche und nicht immer umständliche Konvertierung von pdf-Dokumenten ins Kindle-Format.

Buchautor Tom Alby findet seinen Kindle 2 “ganz ok” – positiv bewertet er Leseerlebnis (“besser als gedacht”) und Lexikon (“hervorragend”), bemängelt wird die frickelige Tastatur. Die vermisste Exportfunktion für Notizen gibt es übrigens bereits, wie Tom selbst später feststellte.

Fast uneingeschränkt begeistert vom “Amazon Ökosystem” äußert sich auch Jürg Stuker von der Schweizer IT-Agentur Namics. Kurz gesagt: “Es gefällt.” Einziger Markel ist die teils (etwa um Bilder) beschnittene Kindle-Ausgabe von Tageszeitungen.

Mit “Quadratisch, praktisch, unübersichtlich” betitelt dagegen der Schweizer PR-Berater Marcel Bernet seinen Testbericht. Bernet (von dem auch das Video unten stammt) findet 15cm Bildschirmdiagonale einfach zu wenig, beanstandet zudem eine unlogische und überkomplizierte Navigationsstruktur.

Anders sieht es Prof. Peter Baumgartner, der in seinem Erfahrungsbericht ausführlich das Leseerlebnis mit dem Kindle 2 dem eines gedruckten Buches gegenüberstellt. Dabei bezieht Baumgartner auch Faktoren wie haptischen Eindruck und Geruchsempfinden mit ein, wo das elektronische Lesegerät natürlich (eben nicht) alt ausschaut. Unterm Strich findet der österreichische Universitätsprofessor das Lesen mit dem Kindle “anders , aber durchaus angenehm und genussvoll.” Wie praktisch alle Tester kann sich aber auch Baumgartner den totalen Versicht aufs gedruckte Buch nicht vorstellen, sieht im Lesegerät vielmehr eine nützliche Ergänzung.

Der Amazon Kindle 2 international ist direkt über amazon.com beziehbar, die Lieferung nach Deutschland dauert 3-4 Werktage. Inklusive Versand und Steuern kostet Deutsche der Sechs-Zoller rund 240 Euro.


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Zugeordnete Tags: Amazon • Amazon Kindle • Test • Testbericht

Der Artikel "Amazon Kindle 2 (int.) Review Roundup" wurde am 3. November 2009 (Dienstag) um 07:38 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

6 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 3. November 2009
    17:42 Uhr

    Permalink

    Jürg Stuker schreibt:


    Hi und danke für die ausführlichere Zusammenfassung. Nach einer Woche Erfahrung habe ich heute nochmals eine ergänzenden Post geschrieben: http://blog.namics.com/2009/11/amazon-kindle—1.html

    PS. Und mein Vorname ist Jürg ;-)



  2. 3. November 2009
    19:12 Uhr

    Permalink

    Johannes schreibt:


    Is’ korrigiert, danke für den Hinweis :)

    Ciao
    Johannes



  3. 4. November 2009
    13:49 Uhr

    Permalink

    erwin schreibt:


    zu wenig leistung zu sehr auf profit aus amerikanisches problem siehe apple
    ach ja software unter aller sau
    vom umgang mit text keine ahnung nochweniger wie an ein buch bzw. artikel liest
    eben nur händler



  4. 5. November 2009
    22:58 Uhr

    Permalink

    siberia21 schreibt:


    Ich habe mir gerade das Video angesehen, geht es nur mir so, hört ihr auch das doch recht laute Klick Geräusch beim druck auf den Seitenwechsel Button?

    Ab Minute 4:18 wird das ganz deutlich hörbar.

    Mich persönlich stört das sehr. Ich weis nicht wie ihr das seht, doch wenn ich neben meinen Partner liege und lese dann sollte dabei so wenig laute wie möglich Produziert werden. Beim Umblättern einer Buchseite kann man das auch so gut wie Geräuschlos machen.

    Ich habe mich gegen die Kindle entschieden einem für mich extrem wichtigem Punkt.

    Dieser Punkt ist der Webbrowser, der dem Gerät einen enormen Mehrwert gegeben hat. Da dieser aber deaktiviert ist, auf Grund der Haltung unsere hier ansässigen Provider für 3G, glaube ich auch nicht, dass da in nächster Zeit eine Änderung eintreten wird.

    Die Funktion Blogs steht nicht zur Verfügung. Wie toll wäre es gewesen, wenn ich einfach RRS-Feeds wie in der Amerikanischen Version Online abrufen lassen könnte.

    Ich finde den Kindle durchaus interessant als Gerät aber nicht in diesem Funktionsumfang. Ich habe mir letzt Endlich am ersten Verfügbaren Tag in Deutschland einen PSR-600 Touch Edition gekauft.



  5. 5. Juli 2010
    01:41 Uhr

    Permalink

    Thomas schreibt:


    Seit dem letzten Update der Kindle software gibt es für den Webbrowser des internationalen Kindle 2i keine regionalen Restriktionen mehr. Das Internet ist über den experimentellen Browser nun auch aus in Deutschland registrierten Geräten komplett und kostenlos zugängig.


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