Von Johannes
“Amazon Kindle Slim” ab August (?)
Dem gewöhnlich exzellent informierten Wirtschaftsdienst Bloomberg zufolge soll die nächste Amazon Kindle Generation unmittelbar vor der Tür stehen. Der seit Februar 2009 in den USA (seit Oktober in Deutschland) verkaufte Amazon Kindle 2 wird demnach schon im August von einem neuen Modell abgelöst. Die gute Nachricht: Amazon bleibt sich bei der Konzentration aufs Key Feature “Komfortables Lesen” offenbar treu.
Bloomberg erfuhr von zwei mit der Angelegenheit Vertrauten”, die nächste Kindle Generation solle dünner – und damit wohl auch leichter – werden. Mit 290 Gramm bewegt sich der Kindle 2 hier im Mittelfeld seiner Klasse; Alu-Rücken und 3G-Modul lassen den Sechs-Zoller gute 100 Gramm schwerer ausfallen als Einstiegsreader wie das Pocketbook 301, der txtr Reader etwa bringt allerdings noch 30 Gramm mehr auf die Waage. Bei 9mm Dicke ist die aktuelle Lesegeneration auch nicht außergewöhnlich füllig – man darf gespannt sein, wieviel Amazon noch heraus holen kann.
Weiterhin soll der “Kindle Slim” kürzere Responsezeiten haben, schnelleres Blättern und vielleicht sogar Animationen und Videos ermöglichen. Außerdem sei das Kontrastverhältnis des Bildschirms verbessert worden, um noch näher an das Leseerlebnis auf gedrucktem Papier heran zu kommen. Damit setzt Amazon offenbar erwartungsgemäß weiterhin auf E-Ink als Displaytechnologie, die jüngst ihre neue Panel-Generation mit genau diesen Merkmalen vorgestellt hat. Weil der E-Ink Mutterkonzern PVI bislang alle Kindle Modelle gebaut hat, war ein Switch zur Konkurrenz (z.B. SiPix) auch kaum erwartbar.
Für Amazon erst einmal kein Thema soll Bloomberg bzw. den Insidern gemäß ein berührungsempfindlicher Bildschirm sowie farbige E-Paper sein. Letzterem hatte Amazon-Chef Jeff Bezos bereits in der zurückliegenden Woche auf der Hauptversammlung des Unternehmens eine klare Absage erteilt – die Entwicklungen seien noch lange nicht reif für den Massenmarkt.
Auch beim Thema Berührumgsempfindlichkeit bleibt Amazon auf der sicheren Seite: Abseits von nur mit dem Stift bedienbaren Wacom-Screens haben Touchpanel elektronische Lesegeräte bislang eher ab- als aufgewertet. Die schon bei mäßiger Umgebungshelligkeit übel spiegelnden Sony Reader PRS-700 und PRS-600 sind immer noch ein mahendes Beispiel für Industrie wie Kaufinteressierte. Ein Touchscreen war für die nächste Kindle Generation trotzdem eigentlich erwartet worden – immerhin hatte Amazon im Januar ein auf touchsensitives E-Paper spezialisiertes Startup übernommen.
Bis zur offiziellen Vorstellung des Amazon Kindle 3 wird sicherlich noch das eine oder andere Gerücht aus ungenannter Quelle durch den Blätterwald rauschen. Klar scheint aber, dass der nächste Kindle nicht mehr lange auf sich warten lassen wird: Der einstige unangefochtene Platzhirsch Amazon hat in den letzten Monaten massive Konkurrenz in der eigenen Geräteklasse (Barnes & Noble Nook, Kobo Reader) ebenso wie durch neuartige Devices wie das iPad bekommen. Im für den Spätsommer in Aussicht gestellte Kindle App Store könnte das Angebot zudem deutlich umfangreicher und funktionaler sein, wenn bis dahin ein reaktionsschnelles Lesegerät gelauncht worden ist.
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10 Kommentare
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29. Mai 2010
16:43 Uhr
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Sven schreibt:
“der txtr Reader etwa bringt allerdings noch 30 Gramm mehr auf die Waage”
Ähh, der txtr Reader bringt gar nix auf die Waage, da er nicht existiert. Bis auf eine kleine Kundeverarsche und nach hinten losgehenden Werbefake durch Vaporware (die Kunden sind halt seit dem Internetzeitalter doch nicht mehr so leicht zu verarschen) hat die Firma nix zustande bekommen. Denke, dass das nicht missachtet werden sollte indem man den Reader zum Leben erweckt ;-)
29. Mai 2010
17:11 Uhr
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Micro M schreibt:
Zitat: touchpanel haben elektronische Lesegeräte bislang eher ab- als aufgewertet…übel spiegelnden Sony Reader…mahnendes Beispiel…
Es gibt scheinbar doch noch Menschen klaren Geistes.
30. Mai 2010
12:53 Uhr
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Hans schreibt:
Hoffentlich verkauft Amazon auch eine Variante des Kindle ohne Mobilfunkverbindung. Damit könnten die den Preis sicherlich auf unter 200 € senken.
30. Mai 2010
14:08 Uhr
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Andre schreibt:
Einen Kindle ohne Mobilfunkverbindung wird es wohl nicht geben. Die ist doch _das_ Argument für den Kindle.
Viel lieber würde ich mir einen Kindle ohne lästige Tastatur wünschen! Die macht das Gerät nur unnötig größer.
31. Mai 2010
17:41 Uhr
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Thomas Knip schreibt:
Ein Wegfall der Tastatur würde aber erst mit tauglichem Touchscreen Sinn machen. Solange wird sie wohl noch bleiben.
Und Amazon wird kaum den nook-Weg gehen.
31. Mai 2010
23:20 Uhr
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Koalabaerchen schreibt:
Beim mobilfunk-freien Kindle würde mich vor allem reizen, dass die für nicht-US-Kunden noch extra Gebühren draufschlagen.
Ja, es ist trotzdem noch billiger als bei uns im Laden, aber irgendwie find ich das fies. Du hast keine Möglichkeit, es manuell zu transferieren, es wird übers Netz geschickt. Dadurch entstehen logischerweise ein paar Kosten, die um ein Vielfaches an uns abgegeben werden.
6. Juni 2010
19:44 Uhr
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Oliver schreibt:
“Ähh, der txtr Reader bringt gar nix auf die Waage, da er nicht existiert”
+1
Bei den Artikeln über die Interead-Modelle wird ausdrücklich jede negative Meldung ausgegraben, die sich jemals finden lies und diese Luftnummer txtr Reader wird als Referenz genommen, als sei sie in jedem zweiten Haushalt daheim. Verstehe wer will, woher das kommt und was das soll.