16. Mai 2010 - Von Johannes
Borders trommelt für Kobo, verramscht Sony
Einen guten Monat nach dem Rollout in Kanada kommt der Kobo Reader in die USA: Vom 17. Juni an verkauft die US-Buchhandelskette Borders (Miteigentümer von Kobo) den Sechs-Zoller zum Kampfpreis von 149 US-Dollar, rührt derzeit schon kräftig die Werbetrommel auf ihrer Internetseite. Das Nachsehen haben dem gegenüber elektronische Lesegeräte anderer Hersteller, allen voran Sony.
Die Nr. 2 auf dem nordamerikanischen Buchmarkt (hinter Barnes & Noble) war bislang der wohl bedeutenste Vertriebspartner von Sony: Die Lesegeräte des japanischen Elektronikkonzerns sind seit fast vier Jahren in Hunderten Borders-Buchhandlungen erhältlich, der aktuelle eBook-Shop ist eine gebrandete Ausführung vom Sony eBook Store (in den Staaten tritt Sony auch als E-Buchhändler auf).
Im Zuge des schon jetzt kräftig beworbenen unternehmensgeführten Borders eBook Store – Launch im Juni – dürfte diese Zusamenarbeit ein Ende finden. Auch hardwareseitig stehen die Zeichen auf Trennung: Borders verkauft die Sony Reader derzeit zu Preisen, die eine Lagerräumung vermuten lassen.

Die Sony Reader Touch Edition war gestern mehrere Stunden lang für unglaubliche 100 US-Dollar (80 Euro) zu haben. Dabei handelte es sich zwar offenbar um einen Eingabefehler – zwischenzeitlich wurde der Preis auf 199 US-Dollar (160 Euro) hochgesetzt -, Borders befindet sich aber immer noch satte 33% unter Sonys UVP und ist momentan selbst gegenüber Online-Discountern konkurrenzlos günstig; der US-Straßenpreis für das Lesegerät liegt derzeit um 240 US-Dollar (Deutschland: 265 Euro). Das Einstiegsmodell Pocket Edition ist dem gegenüber zu 169 US-Dollar fast überteuert.
Mit dem offenbar unmittelbar bevorstehenden Delisting bei Borders und den jüngsten Vertriebspartnerschaften von Amazon (Kindle bei Target) und B&N (Nook bei BestBuy) schwimmen Sony zusehens die Felle weg. Das einstige Alleinstellungsmerkmal einer breiten stationären Präsenz droht sich nun ins Gegenteil zu verkehren – der Elektronikhersteller ist gut beraten, neue Kooperationsmodelle zu finden und parallel dazu die Produktentwicklung voran zu treiben; mit der aktuellen Gerätegeneration hat Sony (zumindest zu den derzeitigen Verkaufspreisen) keine Chance bei den US-Konsumenten.
Auf dem deutschen eBook-Markt geht es zwar noch vergleichsweise beschaulich zu, auch hier bringen sich aber immer neue Wettbewerber in Stellung. Seine größte Trumpfkarte – die PRS-900 Daily Edition – hält Sony international bislang zurück…man darf gespannt sein, wie lange noch.
<via Teleread>
Ähnliche Meldungen:
6 Kommentare
Was sagst du dazu?
Trackbacks/Pingbacks
Schreibe einen Kommentar
Sag' deine Meinung.






17. Mai 2010
08:45 Uhr
Permalink
Tom schreibt:
Ein Artikel von Johannes ohne das Wort “dediziert” ? Was ist da los ?
;-)
17. Mai 2010
18:03 Uhr
Permalink
Oliver schreibt:
Wenn ich den Trailer sehe und mir den türkisen Joystick weg denke, würde ich glatt sagen – wie nach meinem Geschmack gestaltet.
Aber bei der Eleganz des Readers würde ich eine Navigation á la Nook klar bevorzugen.
Dennoch steht das Gerät nun neben dem Nook Lite ganz weit oben auf meiner Beobachtungsliste. Mal sehen, wer es bald über den Teich schafft.
19. Mai 2010
21:20 Uhr
Permalink
Farab schreibt:
Dennoch steht das Gerät nun neben dem Nook Lite ganz weit oben auf meiner Beobachtungsliste. Mal sehen, wer es bald über den Teich schafft.
+1