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Der Trend geht zum Zweit-Reader – mit Folgen

12.2.2013 - von - eReader Topnews 13 Kommentare

Es wird nicht nur immer mehr digital gelesen, sondern auch immer mehr auf verschiedenen Geräten. Das bringt eine ganze Reihe an Herausforderungen mit sich, für Lesende wie für die Industrie.

Fünf Jahre nach Verkaufsstart des ersten Kindle und drei Jahre nach Erscheinen des iPad haben längst nicht mehr nur typische „Early Adopter” mehr als ein potenzielles Lesegerät im Haus. Die Gründe für die gleichzeitige Nutzung verschiedener Lesegeräte sind vielfältig, wie ein aktueller Diskussionsfaden in unserem E-Reader-Forum beweist

  • Mehr-Personen-Haushalte, in denen Lesegeräte bei eigenen Neuanschaffungen intern weiterverliehen werden.
  • Technikinteressierte, die immer die neueste Hardware haben wollen (und das nötige Kleingeld dafür haben).
  • Lesefreunde, die frühzeitig auf elektronische Lesegeräte umgestiegen sind (größtenteils mit dem Sony Reader PRS-505, hierzulande erschienen im März 2009) und inzwischen aktuellere Geräte ihr Eigen nennen, ohne sich von den Vormodellen zu trennen.
  • verschiedene Geräte für verschiedene Textarten. Großformatige, bunte, „angereicherte” Inhalte werden auf dem Tablet gelesen, konventionelle Literatur auf dem E-Book-Reader.
  • verschiedene Geräte für verschiedene Leseorte. Mit dem kleinen und leichten E-Book-Reader wird in der U-Bahn gelesen, mit dem Tablet auf der Couch.
  • „Professionelle” (Indie-Autoren, Verlagsmitarbeiter, …), die die Darstellung von E-Books auf verschiedenen Geräten testen.

Daneben gibt es eine offenbar gar nicht kleine Leserzahl, die neben anderen Geräten einen Kindle besitzen, um die große Zahl kostenloser und günstiger Indie-Literatur bei Amazon.de konvertierungsfrei schmökern zu können. Hinzu kommen natürlich noch etliche Nutzer, die nur dafür die Kindle-App auf ihrem Smartphone oder Tablet installiert haben.

„Lese-Ökosysteme”: Amazon und Kobo weit vor der Konkurrenz

Es steht außer Frage, dass infolge der immer günstigeren und leistungsfähigeren Tablets, für die immer mehr Inhalte bereitstehen, und angesichts des Preisverfalls bei monofunktionalen Lesegeräten die Zahl der „Multi-Device-Leser” weiterhin steigt. Damit wächst auch der Bedarf an gut ausgebauten App-Ökosystemen und smarten Sync-Optionen für Dateien, Lesefortschritt und Anmerkungen – ein Feld, wo Amazon und Kobo derzeit meilenweit vor sämtlichen Konkurrenten liegen.

„Offene” Online-Shops dürfen sich nicht darauf ausruhen, dass man die von ihnen verkaufte Literatur theoretisch auf einer Vielzahl von Lesegeräten schmökern kann. Hat man sich dafür mit extra Software und Kabel-Verbindungen herumzuschlagen und werden dann nicht einmal auf einem Gerät gemachte Anmerkungen aufs andere übertragen, ist ein „geschlossenes” System a là Kindle nicht nur die komfortablere, sondern auch die schlauere Wahl.

Wer auf mehr als einem Gerät liest oder das vorhat, sollte vor allem bei einem Anbieter höchst vorsichtig sein. Das FairPlay DRM, mit dem Apple E-Books im iBookstore verschlüsselt, wird nur von Apple-Geräten verstanden. Weil es weder einen Apple-E-Book-Reader noch iBooks-Apps für andere Plattformen gibt, ist der Lock-in-Effekt hier besonders groß.

Auf wie vielen verschiedenen Geräten liest du derzeit?

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Der Artikel "Der Trend geht zum Zweit-Reader – mit Folgen" wurde am 12. Februar 2013 (Dienstag) um 17:04 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

13 Antworten auf Der Trend geht zum Zweit-Reader – mit Folgen (zum Thread im Forum)

Rollo 12. Februar 2013 um 18:05 Uhr

Der Kindle ist proprietär und bevormundend und ich kann kaum glauben, dass der hier tatsächlich als positive Lösung verkauft wird. Zudem: als ich eine zeitlang als Computer nur einen Linux-Rechner zur Verfügung hatte, war ich heilfroh, dass es Calibre gibt, denn die Adobe Digital Editions gab es nicht für Linux, mit dem unangenehmen Umstand, dass ich meine Bücher nicht lesen konnte.

Maecius 13. Februar 2013 um 07:51 Uhr

Mittlerweile besitze ich fünf eReader (Kindle Keyboard, Kindle Touch, Kindle Fire HD, Kobo Touch und Kobo Mini). Und ja, ich benutze alle ausser dem Kindle Keyboard, den meine Tochter bekommen hat, immer noch regelmässig, je nach Szenario. Z.B. passt der Kobo Mini perfekt in die Jackentasche und ist so auf dem Weg zur Arbeit und zurück stets griffbereit. Fast eine eierlegende Wollmilchsau ist da der Kindle Fire, auf welchem auch die Kobo-App installiert werden kann – wären da nicht der mässige Lesekomfort, die schwache Akkulaufzeit und der eher hohe Ablenkungsfaktor (oh, ein Mail…).

Da ich somit nicht immer auf dem selben Gerät lese und z.T. auch auf Tablets mit Lese-Apps, schätze ich die Lese-Ökosysteme von Amazon und Kobo, die mir Anmerkungen und Lesefortschritte über alle Lesesituationen synchron halten, sehr. Ich hasse es, wenn ich in einem (e)Book erst die zuletzt gelesene Stelle suchen muss…

Chräcker Heller 13. Februar 2013 um 07:59 Uhr

“verschiedene Geräte für verschiedene Leseorte.” – ich glaube eher, verschiedene Geräte für verschiedene Inhalte. WENN man einen eInkreader hat und darauf seine Romane liest, wieso sollte man auf der Couch sich dafür ein (im Vergleich!) schwereres und unhandlicheres spiegelndes Tablet aufs Knie wuchten? Selbiges nutze ich wiederum viel für Zeitschriftenersatz und bebilderte Bücher (Bildbände etc…) – das muß ich nicht dann in 16 Graustufen auf meinem eReader synchronisiert haben.

Bigboo73 13. Februar 2013 um 09:10 Uhr

Ich benutze den Kindle Paperwhite zu ca. 90%. Wenn ich unterwegs warten muss, lese ich auf meinem Android Handy ein Stück weiter.

Ich habe zwar auch noch mein iPad aber zum lesen nutze ich das, seit dem ich den Paperwhite habe, gar nicht mehr. Gibt ja genügend andere Verwendung dafür ;-)

@Rollo Ich finde die Kindle lösung einfach klasse und keineswegs bevormundend. Wenn man sich irgendwo ein DRM freies Buch gekauft hat, kann man sich das doch nach Mobi umwandeln und auf den Kindle laden…. funktioniert doch alles und sogar die Lesezeichen werden geteilt. Weswegen ist das System nochmal bevormundend?

Über Kobo kann ich nix sagen.

Harald 13. Februar 2013 um 09:54 Uhr

Ich nutze zu Hause und ab und zu unterwegs einen Sony 650 für digitale Bücher. Dann einen Kobo Mini und/oder einen Sony 350 für die Jackentasche und “immer dabei”. Noch “immer dabeierer” ist mein iPhone mit Kindle App, auf dem ich das eine oder andere Buch (meist Sachbücher) lese, die ich entweder über Amazon gekauft oder über Calibre konvertiert habe. Dann kommt auch noch ein iPad ins Spiel, das ebenfalls die Kindle App enthält, zumeist aber für größere PDFs (Studium) herhalten muss. Und, zum guten Schluss, ich habe auch noch einen Kindle Fire der ersten Generation, den ich eigentlich nur zu zwei Zwecken nutze: wenn ich eben angesprochene PDFs mal unterwegs dabei haben will und das iPad von meiner Frau beschlagnahmt ist ;) oder als digitales Kochbuch in der Küche.

Ich schätze das synchronisierte Lesen im Kindle-Universum auch sehr, mache mir über Bevormundung aber weniger Gedanken, weil bei mir jedes Buch nach dem Kauf sowoeso erstmal entkettet wird. Schade, dass ich die Sonys und den Kobo da nicht einbinden kann, aber so wichtig ist es mir dann doch nicht. Ich lese übrigens ab und an auch noch Papierbücher. Da liegen immer noch jede Menge ungeöffnet rum.

Jörg 13. Februar 2013 um 20:39 Uhr

Genau, weil die einmalige Konvertierung von epub in mobi in Calibre ja ein viel höherer Aufwand ist, als bei der Nutzung von mehreren Lesegeräten beim Gerätewechsel immer die zuletzt gelesene Position zu suchen.

Das bei der Nutzung von mehreren Geräten Amazons Kindle wegen der eingebauten Synchronisation die einfachste Lösung ist, ist schlichtweg ein Faktum. Die von dir aufgeführte Kritik ändert daran nichts.

Rollo 13. Februar 2013 um 21:46 Uhr

“[…] als bei der Nutzung von mehreren Lesegeräten beim Gerätewechsel immer die zuletzt gelesene Position zu suchen. […]”

Verstehe ich nicht: Du wechselst mitten im Buch das Gerät? Warum der Aufwand?

Jörg 14. Februar 2013 um 18:41 Uhr

Weil ich zum Beispiel wenn ich in der Strassenbahn zur Arbeit pendle auf meinem Smartphone lese? Hast du den Artikel überhaupt gelesen?

Ein Aufwand wäre es immer einen 6″ Reader (plus Hülle) überall mitzunehmen. Mein Smartphone habe ich eh immer dabei. Der einzige der sowas tut bin ich sicher nicht, nur 1/4 der Teilnehmer der Umfrage liest nur auf einem Gerät.

Jörg 14. Februar 2013 um 18:46 Uhr

Und der Punkt ist – mit einem Kindle ist das Lesen auf mehreren Geräte halt kein Aufwand.
Wenn ich heimkomme und den Kindle anmache fragt er mich ob ich zur (auf der Smartphone-App) zuletzt gelesenen Stelle springen will und weiter gehts.

Ein Aufwand ist es nur wenn man epub benützt…

Rollo 14. Februar 2013 um 22:54 Uhr

Die Umfrage habe ich nicht nur gelesen, sondern selber daran teilgenommen. Ich besitze zwei Reader und lese auch am Telefon. Und diese Dinger aus Papier lese ich auch. Man muss Prioritäten setzen und sich fragen, ob man unbedingt immer mittendrin das Gerät wechseln will (da ich auf dem Weg zur Arbeit immer eine Tasche dabeihabe, sehe ich für mich keinen Vorteil darin, auf mehreren Readern dasselbe zu lesen) oder ob man sich des Komforts wegen auf die Gnade eines Anbieters und eines monopolistischen Formates wie mobi einlassen will. Diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen.

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