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eReader-Verkaufszahlen von Fnac (Oyo), Pocketbook

31.1.2011 - von - eReader 12 Kommentare

fnacbookWährend High Tech Unternehmen in aller Regel nicht mit Verkaufszahlen ihrer neuesten Gadgets hinter dem Berg halten, herrscht hinsichtlich elektronischer Lesegeräte seit jeher eine große Verschwiegenheit in der Branche. Händler wie Hersteller bejubeln zwar durchweg Verkaufserfolge, nehmen dabei zumeist aber keine absoluten Zahlen in den Mund; selbst Platzhirsch Amazon spricht nur wage von “Millionen” verkaufter Kindles, überlässt konkretere Schätzungen der Presse.

Im Weihnachtsgeschäft 2010 buhlten eine Vielzahl dedizierter Lesegeräte um einen Platz unter Weihnachtsbäumen; der Kindle 3 war in der ‘heißen Phase’ zwar in Europa nicht verfügbar, dafür lancierten verschiedene europäische Buchhandelsketten große Marketingkampagnen zur Einführung ‘eigener’ eBook Reader mit Wireless-Anbindung an selbst betriebene eBook Stores.

oyo4In Deutschland trat Thalia mit seinem Oyo in besonderem Maße in Erscheinung; der französische Marktführer Fnac brachte unter dem Namen Fnacbook ein fast baugleiches Gerät in seine landesweit 78 Filialen (wir berichteten). Das Fnacbook hat neben WiFi auch ein 3G-Modul zum eBook-Download übers Mobilfunknetz an Board, ist also vergleichbar mit dem gerade angekündigten Oyo WLAN+3G.

Ob der daraus resultierende eher gehobene Einstiegspreis von 199 Euro für Zurückhaltung bei der interessierten Kundschaft sorgte, kann nur spekuliert werden (ist aber beim Blick auf die Kaufkriterien dedizierer Lesegeräte nicht unwahrscheinlich). Fest steht: Die Verkaufszahlen vom Fnacbook – seit der Markteinführung Mitte November sollen 12.000 eBook Reader abgesetzt worden sein, meldete der Wirtschaftsticker challenges.fr am Freitag – werden in der Marketingabteilung von Fnac sicherlich nicht für restlos glückliche Gesichter sorgen. Natürlich ist der Markt jung und auch im Potenzial kein Vergleich zum boomenden Tablet-Segment (das Samsung Galaxy Tab als beliebtestes Android-Tablet verkaufte sich in Frankreich bislang knapp 50.000x, das iPad wohl noch deutlich häufiger) überschaubar, vor dem Hintergrund von Weihnachtszeit und stationärer Vertriebspower dürfte aber wohl eine noch größere Nachfrage erwartet beziehungsweise erhofft worden sein.

In einem ähnlichen Umsatzbereich bewegt sich gegenwärtig Pocketbook Deutschland, und auch hier dürfte die Nachfrage bei Hersteller wie Kundschaft für ein gemischtes Echo sorgen – wenngleich aus anderen Gründen. Knapp 10.000 Geräte konnten im Weihnachtsgeschäft (November & Dezember) nach Angaben vom deutschen Pocketbook-Chef Anatoli Loucher abgesetzt werden, was eine Vervielfachung im Vergleich zu den Vormonaten bedeutete.

iq_Allerdings geriet das junge Unternehmen dabei an die Grenzen seiner Belastbarkeit, vor allem im Bezug auf Vertrieb und Support. Für Unmut bei den Nutzern sorgen zudem Verarbeitungsmängel sowie fehleranfällige und teilweise unfertige Betriebssysteme; so unterstützt das “Lese-Tablet” Pocketbook IQ trotz teilweise anderen Artikelbeschreibungen bis heute keine Adobe DRM geschützten Dateien, womit das Gerät für die meisten kommerziellen deutschen eBooks gegenwärtig nicht zu gebrauchen ist.

Angesichts der späten Markteinführung der neuen Modelle Pocketbook 602/603, Pocketbook 902/903 und vom Pocketbook IQ sowie der nur rudimentären stationären Präsenz von Pocketbook hierzulande (in einigen Media Markt Filialen und allenfalls einer Handvoll unabhängiger Buchhandlungen) sind 10.000 Einheiten in zwei Monaten sicherlich eine anständige Hausnummer. Weltbild mit ihrem Aluratek Libre, Libri mit ihrem Acer Lumiread sowie insbesondere Thalia mit ihrem Oyo und Sony sollten allerdings noch deutlich über diesen Werten liegen. So ist die Sony Reader Touch Edition seit Wochen praktisch allerorten vergriffen – ein klarer Indikator dafür, dass zumindest im Hause Sony hinter den einschlägigen PR-Phrasen (“Die Begeisterung für unsere Reader Modelle hat unsere Erwartungen (…) übertroffen (…) sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden) auch signifikante Umsätze stehen.

<Fnac via Nate (The Digital Reader)>

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Der Artikel "eReader-Verkaufszahlen von Fnac (Oyo), Pocketbook" wurde am 31. Januar 2011 (Montag) um 8:37 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

12 Antworten auf eReader-Verkaufszahlen von Fnac (Oyo), Pocketbook (zum Thread im Forum)

Usul 31. Januar 2011 um 11:15 Uhr

Zum Oyo: ich habe mir den vor ein paar Wochen mal bei Thalia in einer Filiale angeschaut, die haben den so für jeden bedienbar an einem kleinen Stand präsentiert. Man konnte also ein bisschen herumdrücken, in einem Buch blättern etc.

Der Ersteindruck für jemanden wie mich, der noch nie Hand an die Geräteklasse Ebook-Reader gelegt hat, war erschreckend: Ich war mir nicht 100% sicher, ob das Gerät einen Touchscreen hatte, und drückte so ein bisschen rum. Scheinbar ging nichts, bis ich dann merkte, das Gerät reagiert nur so unendlich langsam … Man wusste nie genau, in welcher Situation kann ich wohin drücken, was geht on-screen, was geht mit den Hardwaretasten etc.

Intuitiv ist was ganz anderes. Natürlich kann man sagen, lies die Anleitung, aber wenn man so ein Gerät hinstellt zum spielen, dann muss es entweder intuitiv sein, oder erklärt werden (vom Personal). Aber einfach so den Kunden damit allein lassen, wirkt eher abschreckend als einladend. Ich hätte natürlich um Hilfe bitten können, aber eigentlich wollte ich nur mal gucken, ob das Ding wirklich so langsam ist. War es.

Thomas 31. Januar 2011 um 12:59 Uhr

Ich denke, das Problem liegt darin, dass man nur an wenigen Orten die Möglichkeit hat, sich die Geräte mal live anzuschauen oder anzufassen.

Auch fehlt die Vergleichsmöglichkeit.

Somit ist ein potentieller Käufer oftmals gezwungen, die Katze im Sack zu kaufen.
Für denjenigen, der nicht wirklich technikbegeistert ist, schon eine recht grosse Hürde.

So muss man das Gerät bestellen, evtl. irgendwo registrieren und um an Bücher zu kopmmen, nochmals seine Daten hinterlegen. DRM-Registirerung mal aussen vor.

Für Unbedarfte ein Buch mit sieben Siegeln, für Paranoide ein Horror.

Den man weiss ja nicht, wie beim Oyo derzeit zu sehen, wie lange man das Gerät nutzt, bevor man es zurückgibt.

Da lässt man sowas lieber.

Im übrigen sind die Hersteller selber schuld; es wird versprochen, dass sich die Balken biegen und das, was dabei heruaskommt ist oftmals nur hastig zusammengesetzte Technik mit Fehlern.

Thomas Knip 31. Januar 2011 um 14:53 Uhr

Ja, man nehme den Mediamarkt in Berlin-Charlottenburg.

Dort laufen regelmäßig vier iPad parallel, auf denen nicht nur die Standard-Apps installiert sind. Auf einem läuft sogar iBooks.
Dagegen fristen die drei Lesegeräte rechts außen bei den Digitalkamers(!) abgeschaltet(!) ein Schattendasein.

Wo werden die Verkaufszahlen wohl höher liegen? Selbst auf dem Galaxy Tab kann man allerorten rum”tatschen”.

Bis auf Amazon und Sony steht “eInk” vor allem in Deutschland für “Sie haben sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bemüht”-Anbieter und werden entsprechend vom Handler sortiert.

So braucht LCD vor eInk nicht wirklich bange zu sein.

carokann 31. Januar 2011 um 15:28 Uhr

Da ich sowohl thalia, wie auch Saturn & Mediamarkt vor der Haustür habe kann ich gut vergleichen. Das Weihnachtsgeschäft machte ganz klar Sony, denn die Geräte waren kurz vor den Feiertagen überall verkauft. Der Oyo war immer lieferbar. Das Interesse war da und wurde von Sony befriedigt. Die Verbraucher sind heute in der Lage hinter die Fassade der PR zu blicken – auch dank dieses Forums. Oyo muss nur eines tun – ein gutes Gerät bauen – dann klappt es schon. Wir erinnern an den PRS-600, der wie blei in den Regalen lag. Sony hat daraus gelernt und die besten Reader gebaut, die man derzeit kaufen kann. Der Kindle wäre ein Konkurrent ist aber NOCH nicht am deutschen Markt angekommen.

Thomas 31. Januar 2011 um 15:45 Uhr

@carokann

Was kann verglichen werden?
Es liegen doch nur wenige Geräte aus. Pocketbook z.B. habe ich bislang noch in keinem Geschäft entdecken können.

Auch ist es wohl regional völlig unterschiedlich, wie bestimmte Ketten präsentieren.

Die schweizer Thalia-Filiale in Winterthur stellt zwei Qyo aus. Etwa 5 Meter weiter stehen dann zwei Sony-Geräte (im übrigen die Vorgänger der derzeit aktuellen). Eine andere Filiale hat nur Oyo ausgestellt.

Klar, man kann anfassen, aber da alle festgekettet sind ist ein Vergleich nur schwer möglich,

Und Thalia ist bundesweit nicht wirklich flächendeckend vertreten. Ebensowenig der mediamarkt.

Und gerase die Buchläden, wo ich am ehesten die Geräte ansiedeln würde, sind ereader-mässig noch nicht angekommen. Die können meist nur bestellen. Wenn überhaupt.

Ich will mich ja nicht beklagen, ich habe mein Gerät ja gefunden.
Es geht mir eher darum, dass sich die Hersteller beklagen.
Aber das ist m.E. auf eigene Fehler zurückzuführen.

Corwyn 1. Februar 2011 um 12:25 Uhr

Bin jetzt bei einem GalaxyTab gelandet. Es läuft flüssig, kann alle Formate ich will, mit/ohne DRM, Notizen, Farbe, Wörterbücher, jede Menge Extra-Features. Weitere Formate können über “Apps” unterstützt werden. Negativ: Preis, Akku-Laufzeit, Größe nur 7″ anstatt 10″. iPad kommt mit seiner Kundengängelungen nicht in Frage.
Obwohl verglichen mit dem Oyo ist die Akkulaufzeit noch garnichtmal so schlecht.

Die Extra-Features bräuchte ich bei einem eInk-Reader noch nicht mal. Da will ich doch eh nur lesen. Was ich aber nicht auf einem Winz-Display tun möchte. Wo sind den die grossen 7″ od. 10″ Reader? Die muss man dann suchen. Auf Farbe könnte ich auch noch verzichten. Aber etwas schneller sollte es bei der Darstellung schon gehen. Auch hier ist der Oyo wieder ein Negativebeispiel.

Sorry, aber ich denke die eInk-Reader sind eh bald Geschichte. Egal, welches Gerät man nimmt. Es geht nie ohne Kompromisse. Wie wäre es die Funktionen der Geräte mal etwas zu öffnen? Z.B, Email, Web, Notizen, Termine, uvm. Solange die Dinger so träge und benutzerunfreundlich sind, wird das nix.

Der Oyo ist ein Paradebeispiel für eine gute Idee, die mies umgesetzt wurde. Wollen wir hoffen das mit Oyo2 besser wird.

Samy 1. Februar 2011 um 16:56 Uhr

Sony ist NICHT MEHR VERGRIFFEN.. Bei Sony kann man 650S und 650B bestellen nur auf den roten muss man noch warten.

Libri gibt für alle 650er eine Wartezeit von 2 Wochen an. Also wird der 650er bald wieder überall erhältlich sein…

Monty 2. Februar 2011 um 09:08 Uhr

zu Pocketbook:
nicht nur, dass es Probleme mit den neuen Geräten gibt – auch als Besitzer eines “alten” (grade 9 Monate alten…) PB 302 ist man jetzt der “Gearschte” – eine Firmwareaktualisierung lässt seit Monaten auf sich warten – die neueren Geräte haben alle bereits eine verpasst bekommen…

Julia 5. Februar 2011 um 18:35 Uhr

zum Oyo:
Es stimmt schon, dass die wenigsten Kunden in den Thalia Geschäften mit e-readern etwas anfangen können. Ich habe über Weihnachten als Mini-Job die Oyp-Beratung übernommen und fand es erschreckend dass viele nicht wussten was das überhaupt ist! Nachdem ich also 4 Wochen lang Oyo Beratung gemacht habe, war ich im endeffekt noch glücklicher im Oktober keinen Oyo sondern einen Sony gekauft zu haben. Der Oyo kann Qualitätsmäßig mit dem Sony einfach nicht mithalten.

Wegen Ausstellungsstücken:
Ich habe mich als ic mich entschieden hatte einen e-reader kaufen zu wollen Monatelang darauf vorbereitet. Hunderte Testberichte gelesen und dann auf der Frankfurter Buchmesse mir ALLE angesehen. Vieles was interessant klang hat mich dann vor Ort überhaupt nicht mehr angesprochen. Daher mein Tipp für die Kaufentscheidung: Wartet bis zur nächsten Elektro/ Buchmesse um dort die Reader zu vergleichen und von Fachkundigen Leuten erklärt zu bekommen. Mir hat das enorm geholfen.

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