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Von Johannes

Erster Barnes & Noble Nook Testbericht

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Erster Barnes & Noble Nook Testbericht

Seit einer knappen Woche wird in den USA das Dual Screen Lesegerät Nook vom Buchhändler Barnes & Noble verkauft – allerdings nur in der Theorie. Tatsächlich wird der Nook aufgrund großer Nachfrage zumindest in den stationären Buchhandlungen wohl nicht mehr in 2009 zu haben sein.

Auch Online-Vorbesteller werden offenbar nur zögerlich mit dem neuartigen eReader beliefert, weshalb Erfahrungsberichte bislang absolute Mangelware sind. Als erstes Online-Magazin hat nun Engadget einen umfangreichen Testbericht ins Netz gestellt, in dem eine Menge Ernüchterung mitschwingt. Den hohen Erwartungen an den “Kindle-Killer” kann der Nook nur zum Teil gerecht werden.

nook_front-viewHauptnavigationselement des Nook ist der  kapazitive 3,5″ Touchscreen unter einem 6″ E-Ink Display (16 Graustufen wie beim Kindle 2). Über das farbige LCD-Display  werden etwa beim Stöbern im eBook-Store die entsprechenden Buchcover oder bei Sucheingaben eine virtuelle Tastatur eingeblendet.

Überhaupt hat der Nook iPhone-like nur eine einzige Taste – das “n” – neben je zwei Blättertasten auf jeder Seite.  Durch den Verzicht auf ein haptisches Keyboard ist der B&N Nook trotz zweitem Display kleiner als der Amazon Kindle 2, aber etwas dicker und schwerer.

Zur kabellosen Verbindung zu Online-Ressourcen kann beim Nook neben dem obligatorischen 3G-Modul auch auf WLAN zurück gegriffen werden – ebenso ein technischer Pluspunkt zum Kindle wie der MicroSD-Slot, über den der 2 Gbyte Speicher deutlich erweitert und etwa mit Musik befüllt werden kann.

Erste Minuspunkte verteilten die Engadget-Redakteure für die allgemeine Arbeitsgeschwindigkeit. Das E-Ink Display vom Amazon Kindle 2 aktualisiere Seiten im Vergleich “deutlich schneller” als der Nook, was von einem HandsOn-Video bestätigt wird. Der Nook scheint hier im Bereich vom Sony Reader PRS-505 (um 1,5 Sek. bei plain text) zu liegen – Kindle 2 oder auch der Sony Reader PRS-600 brauchen nur etwa halb so lange.

Das ist beim B&N Nook gerade vor dem Hintergrund ein Problem, dass der E-Ink Screen die ansich zügige Navigation über das LCD-Panel ständig ausbremst – etwa bei Menüwechseln oder Texteingaben. Bei Engadget musste man sich erst einmal an das gemächliche Arbeitstempo vom Nook gewöhnen, konnte sich dann aber zumindest mit der Steuerung arrangieren.

barnes-and-noble-nook-2-600x921Auch die Softwareoberfläche – auf Google Android basierend – machte nicht immer einen glücklichen Eindruck. Das Interface sei häufig nicht gerade selbsterklärend, man muss sich erst mit den Navigationsstrukturen vertraut machen. In dem Zusammenhang als nervig beschrieben wird die mangelhafte Response vom Touch-Layer, wodurch Eingaben öfters wiederholt werden müssen. Hinzu kommen Software-Bugs im getesteten Review-Muster.

Serviceseitig gelobt wird einmal mehr die LendMe-Funktion, über die ein gekauftes eBook für 14 Tage verliehen werden kann und anschließend automatisch wieder “zurückgegeben” wird. Das Feature funktioniert nicht nur zwischen Nook-Besitzern, sondern via Apps/Software auch auf iPhone/iPod Touch und PC/Mac. Eine Kooperation ermöglicht zudem den Wireless-Zugriff auf die über eine Million kostenlosen Google Books, welche Kindle-Nutzern (zumindest auf direktem Wege) vorenthalten bleiben.

Unter dem Strich steht ein in den Augen von Engadget noch nicht ganz ausgereifter Device mit einer Menge Entwicklungspotenzial. Highlights wie der schön umgesetzte Cover-Flow, die das eBook-Einkaufserlebnis ein Stück näher an das Stöbern in einer Buchhandlung bringen, steht eine lahme Arbeitsgeschwindigkeit und eine unsinnige Benutzerführung gegenüber. Ein nachträgliches Software-Update kann aber einen großen Teil der aufgezeigten Missstände aus der Welt räumen, so dass mit dem Nook für 2010 in jedem Fall zu rechnen ist.

Unschlagbarer Vorteil auf dem US-Markt sind die 700 stationären Buchhandlungen, innerhalb denen mit dem Nook zum Beispiel beliebig in digitaler Literatur gelesen werden kann (bis zu eine Stunde pro Buch pro Tag). Weitere Services sollen folgen, mit denen Barnes & Noble seinen Funktionsvorsprung gegenüber Amazon weiter ausbauen kann.

alex-readerÜber eine Ausweitung des Nook-Verkaufs auf Europa wird spekuliert, wurde aber noch noch von Barnes & Noble thematisiert. Konkreter sind hier die Pläne vom OEM-Hersteller Spring Design, den (nicht zufällig) ganz ähnlichen Alex Reader über einen Vertriebspartner auch auf den deutschen Markt zu bringen.

<Zum Testbericht>

<Update 8.12.> Weitere englischsprachige Testberichte – ebenfalls voller Kritik, aber insgesamt etwas positiver gefärbt – finden sich bei Gizmodo, Technologizer und Slashgear.

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Zugeordnete Tags: Barnes & Noble • nook • Testbericht

Der Artikel "Erster Barnes & Noble Nook Testbericht" wurde am 7. Dezember 2009 (Montag) um 14:45 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

6 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 19. Dezember 2009
    22:08 Uhr

    Permalink

    Thomas schreibt:


    1. Selbsttest: Die Lieferung über usunlocked.com hat ab B&N eine Woche gedauert. Die Kosten waren 278 $ bei B&N (inkl. tax) und etwa 57 $ für usunlocked.com frei Haus (Prima Service von Linda und ihrem Team). MwSt und Zoll wollte (bis jetzt?) niemand von mir – insofern ein super Schnäppchen beim aktuellen Kurs.

    Die erste Einrichtung ging schnell und einfach. Das Gerät macht einen sehr edlen Eindruck. Die Bedienung ist manchmal noch etwas haklik. Das “Formatting”-Problem hatte ich bisher nur bei einer großen PDF-Datei als störend empfunden. Mit dem für nächste Woche erwarteten Software-Update sollte alles noch etwas besser sein. Die unter nookdev.com aktive Szene hat mittlerweile auch schon die ersten Android-Apps (zB. Browser) am laufen.

    Die Anbindung an Calibre klappt hervorragend. So, mehr kann ich vielleicht später nach ausführlicheren Tests berichten – bis Weihnachten verschwindet der Reader wieder in der Schachtel… :-))



  2. 10. Januar 2010
    13:47 Uhr

    Permalink

    felix schreibt:


    wenn ich den nook nach deutschland importiere, habe ich dann alle funktionen wie in den usa?
    funktioniert er auch hier ohne einschränkungen???



  3. 17. August 2010
    12:25 Uhr

    Permalink

    Iblis Riahi schreibt:


    Hi,
    ich habe mir den Nook Wi-Fi bestellt und bekommen. Weiß jemand, ob der Zoll sich noch meldet?


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