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Fnac verkauft Sagem Binder unter eigenem Namen

19.10.2010 - von - eReader 8 Kommentare

sagemNachdem Thalia zur Buchmesse eine paneuropäische Vertriebsallianz für seinen Oyo publik machte, bringt sich nun auch die West- und Südeuropa führende Buchhandelskette Fnac mit einem eigenen vernetzten eBook Reader in Stellung. Wie das französische Branchenmagazin eBoquin.fr erfuhr (Google Translate), handelt es sich beim zeitnah ins Sortiment genommene Fnacbook um einen gebrandeten Sagem Binder – sozusagen ein Oyo 2.0.

Der Sagem Binder wurde bereits im Februar 2010 auf einer Mobilfunkmesse der Öffentlichkeit vorgestellt – fünf Monate, bevor Thalia erstmals seinen Oyo präsentierte. Die beiden Lesegeräte haben einiges gemein, allen voran den kapazitiven 6″ SiPix Touchscreen. Anders als resistive E-Ink Panel spiegelt das Display nicht und ermöglicht komfortables Lesen unter direkter Sonneneinstrahlung, durch den relativ dunken Hintergrund sind die Kontraste allerdings nicht ganz auf der Höhe aktueller E-Ink Reader.

oyo-1Auch in optischer Hinsicht finden sich bemerkenswert viele Gemeinsamkeiten: Beide Lesegeräte haben ums Display herum lediglich einen schmalen Rahmen, in welchen vier haptische Bedienelemente integriert sind; der Sagem Binder hat mit einer Reliefstruktur auf der Rückseite und seitlichen metallischen Zierelementen dem Oyo lediglich einige optische Schmankerl voraus. Es ist anzunehmen , dass Medion und Sagem hier vom gleichen fernöstlichen OEM bedient werden.

Intern soll der Sagem Binder schon in der Basisaustattung neben WiFi auch ein Mobilfunkmodem zum kabellosen Literaturzugang an Bord haben – beim Oyo (ebenso wie bei Libri’s Acer Lumiread) gibt es dieses Feature nur gegen Aufpreis. Trotzdem soll das Fnacbook bereits für “unter 200 Euro” zu haben sein, der genaue Preis wird wohl am Donnerstag (21.10.) announciert. Zum Vergleich: Der 3G-lose Oyo wird in Frankreich von Bertelsmann vertrieben und kostet 149 Euro.

Fnac ist nicht (mehr) im deutschsprachigen Raum präsent, in sofern wird auch das Fnacbook nicht bei uns zu haben sein – zumindest unter diesem Namen. Der Sagem Binder wird als White Labeled Device auch über die Grenzen Frankreichs hinaus angeboten, könnte sich durchaus in den nächsten Monaten im Sortiment eines deutschen Branchenteilnehmers wiederfinden. Die großen Buchhandelsketten Thalia (Oyo) und Weltbild (Aluratek Libre) sowie der Grossist Libri (Acer Lumiread) haben zwar bereits jeweils ein “eigenes” dediziertes Lesegerät im Sortiment, zu welchem allerdings eine unterschiedlich starke Bindung besteht. Während etwa Thalia neben dem Oyo wohl erst einmal keine weiteren vernetzten eBook Reader offerieren wird, verfolgt Libri umgekehrt die Strategie einer möglichst breiten Hardware-Plattform fürs eigene eBook-Angebot. Ein Lesegerät wie der Sagem Binder würde hier durchaus eine sinnige Erweiterung des Sortiments darstellen.

<via buchreport.de / Media: ARMdevices.net>

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Der Artikel "Fnac verkauft Sagem Binder unter eigenem Namen" wurde am 19. Oktober 2010 (Dienstag) um 14:11 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

8 Antworten auf Fnac verkauft Sagem Binder unter eigenem Namen (zum Thread im Forum)

Christoph 19. Oktober 2010 um 22:53 Uhr

Vielleicht verkaufen die Franzosen dann passend dazu ein Cover aus echtem Leder das auch für den OYO geeignet ist.

Flobber 19. Oktober 2010 um 23:01 Uhr

Glaub nicht, dass das passen würde.

Ich habe sogar den Eindruck, dass die Oyo-Gehäuse-Designer ein Cover gar nicht bedacht haben. Zumindest habe ich an den Produkt-Bilder keine Möglichkeit gefunden, wie man eine Cover befestigen könnte. Diese mMn verunglückte Plastikhalterung des Karton-Covers, die scheinbar sogar noch ein Gummiband benötigt um ein Herausfallen zu verhindern, scheint das zu bestätigen.

Dominik 20. Oktober 2010 um 12:03 Uhr

Um Welten hübscher als der Oyo. Der abgesetzte Rahmen des Oyo wirkt ja doch reichlich altbacken und die Schaltflächen sehen aus, als hätte da noch schnell was vorm Feierabend fertig werden müssen.

Die Gehäuse-Dicke scheint mir auch gut zu sein. Bei einem Reader, den ich die meiste Zeit einhändig halte, gibt es definitiv ein “zu dünn”. Das ist dann nur noch krampfig zu halten.

Leider, leider hat das Gerät aber ein SiPix-Display…