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Von Johannes

Forscher: iPad nichts für den Nachttisch

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zz7401-27-10ipade132b060.000 eBooks aus dem iBookstore (und die 450.000 über Kindle for iPad beziehbaren Titel) warten darauf, von den inzwischen wohl deutlich über einer Million amerikanischen iPad-Nutzern heruntergeladen und gelesen zu werden. Wer sich mit einem Apple Tablet in den Schlaf lesen möchte, sollte allerdings lieber sprichwörtlich die Augen offen halten: Nächtliche Unruhe und Schlafstörungen könnten sonst die Folge sein.

Die LA Times beschreibt dabei ansich alt Bekanntes: LCD-Displays wie im iPad (und in den meisten Fernsehen) verbaut leuchten ihren Anwendern mitten ins Gesicht, lassen sie nicht zur Ruhe kommen. Der Ausstoss vom “Schlaf-Hormon” Metalonin wird gehemmt, eine natürliche Müdigkeit stellt sich nicht ein – der Körper bleibt durch die frontale Bestrahlung in “Alarmbereitschaft.”

Amazon-Kindle-2-01.jpgZur Bettlektüre empfiehlt sich statt dessen ein Trägermedien ohne nach vorne gerichtete Leuchtquelle – bedrucktes Papier ebenso wie dedizierte elektronische Lesegeräte. Alon Avidan, Direktor einer neurologischen Klinik, bringt es gegenüber der LA Times auf den Punkt: “Kindle is better for your sleep.”

Elektronisches Papier hat aber auch seine Nachteile: Das Wallstreet Journal publizierte Anfang des Monats einen Artikel zum Thema, der das iPad in bestimmten Fällen sogar vorne sieht. In dunklen Umgebungen etwa macht sich das (noch) bescheidene Kontrastverhältnis von E-Ink negativ bemerkbar – von Kindle-Display & Co. ist bei Dämmerlicht schlechter zu lesen als aus einem konventionellen Buch. Das iPad punktet hier in jedem Fall mit einer besseren Textanzeige (bei oben genannten Nachteilen).

Auf der anderen Seite stören bei Tageslicht häufig Spiegelungen das Leseerlebnis von iPad-Nutzern. eBook Reader schneiden hier (solange ohne über dem E-Ink Display montierten Touchscreen daher kommend) deutlich besser ab. Hinzu kommt eine wesentlich begrenztere Akkulaufzeit sowie eine größere Blickwinkelabhänigkeit von LCD-Bildschirmen.

Unterm Strich sollte man sich so oder so keinen Illusionen hingeben, betont Michael Marmor von der Stanford Medical School im WSJ: Lesen mit iPad wie mit dem Kindle könne zu Sehschwäche führen – genauso wie der Konsum vom bedruckten Papier auch. Das menschliche Auge sei für eine langfristige Fokussierung auf eine Sache einfach nicht gemacht; wer seinem Sehorgan etwas Gutes tun möchte, sollte häufig Lesepausen einlegen.

<LA Times via Basic Tinking>

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Zugeordnete Tags: Amazon Kindle • Apple iPad • e-ink

Der Artikel "Forscher: iPad nichts für den Nachttisch" wurde am 27. April 2010 (Dienstag) um 20:03 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

4 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 2. Mai 2010
    12:19 Uhr

    Permalink

    Juergen Zimmer schreibt:


    Als ich den Titel sah dachte ich zuallererst an gepulste Elektromagnetische Wellen im Mikrowellen-Bereich, die manchen Studien zufolge (die nicht von der Mobilindustrie gepsonsort wurden) auch zu einem gestörten Melatonin-Haushalt führen können. Als jemand, der einmal versuch hat, 35m von einer Mobilfunkantenne entfernt (im Schlafzimmer) zu schlafen, kann ich davon eine Geschichte erzählen. Und wenn man dann noch ein WIFI-Gerät mit ins Bett nimmt… naja…

    Frag mich, ob man das WIFI am iPad eigentlich ausschalten kann.

    LG
    Juergen



  2. 3. Juli 2010
    20:13 Uhr

    Permalink

    chris schreibt:


    Für die Behauptung, daß Lesen zu Sehschwäche führt, ist wissenschaftlich nicht haltbar. Dies wird auch nicht richtig, wenn dies jemand von der Standford Medical School behauptet. Im Gegensatz zu bedrucktem Papier ist das Kontrastverhältnis des iPad in weniger gut beleuchteten Räumen (wie abends im Schlafzimmer) wesentlich besser. Dies erleichtert die Lesbarkeit, weil sich die Pupille etwas verengt. Die Folge ist eine größere Tiefenschärfe bzw. der Ausgleich von (schon bestehenden) Sehfehlern. Das Lesen am iPad unter diesen Bedingungen ermüdet nicht so rasch wie ein gedruckter Text. Sogesehen könnte das iPad tatsächlich die Schlafruhe (zwar nicht stören, aber) verzögern.



  3. 15. Juli 2010
    16:38 Uhr

    Permalink

    Marc schreibt:


    Zitat von Chris: “Die Folge ist eine größere Tiefenschärfe bzw. der Ausgleich von (schon bestehenden) Sehfehlern.”

    Zu Ersterem: Tiefenschärfe bei einem zweidimensionalen Medium ist kein wirklicher “Vorteil”.

    Zu Letzterem: “Augenzukneifen” führt aber auch nicht zu entspannterem Lesen und dadurch wohl hauptsächlich zu schneller Ermüdung der Augen oder gar Kopfschmerzen.

    Was die Entspanntheit beim Lesen angeht ist Papier durch nichts zu toppen. Und ich habe einen E-Book Reader mit dem ich sehr zufrieden bin. Der ist nahe dran, aber eben auch nicht mehr.


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