iqd logo

RSS-Abo: Newsfeed | Kommentare | E-Mail

Kein PRS-T4: Sony beerdigt E-Reading-Endkundensparte

1.8.2014 - von - eReader 171 Kommentare

shutter end

Erstmals seit vielen Jahren wird Sony in diesem Herbst keinen neuen eBook Reader veröffentlichen. Der Sony Reader PRS-T3 markiert damit das Ende einer Ära. Sony zieht sich bis auf weiteres komplett aus dem Endkundengeschäft mit elektronischen Lesegeräten zurück – es sei einfach nicht mehr wirtschaftlich. Spezialisierte B2B-Geräte wie den Sony DPT-S1 werden weiterhin produziert.

Einen “Sony Reader PRS-T4″ oder einen anders genannten Nachfolger für den im Herbst letzten Jahres erschienenen Sony Reader PRS-T3(S) wird es nicht geben, erklärte eine Sony-Sprecherin im Gespräch mit lesen.net. Derzeit würden hierzulande die letzten Einheiten der aktuellen Geräte-Generation abverkauft – wenn die Lager leer sind, war es das. Im deutschen Sony Store ist das Lesegerät schon nicht mehr erhältlich. Das E-Reading-Geschäft sei einfach nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben, zumal für einen Hersteller wie Sony, der eher im oberen Preis-Segment angesiedelt ist, erklärte uns die Sprecherin.

Es war ein Abschied auf Raten. Der Sony Reader PRS-T3 wurde schon nicht mehr in den USA veröffentlicht und brachte gegenüber dem Vormodell nur kosmetische Neuerungen mit sich. Viele Interessierte taten sich vor allem schwer damit, 139 Euro für einen eBook Reader auszugeben, der ohne integrierte Beleuchtung ausgeliefert wurde, während die Konkurrenz von Amazon, Kobo und der Tolino-Allianz diese populäre Funktion für kleineres Geld an an Bord hatte. Zuletzt wurde der deutsche Reader Store eingestellt, Sony-Reader-Besitzer konnten ihre Bibliothek zu Kobo umziehen.

Zäsur für digitalen Lesemarkt

Sony Reader PRS-505

Sony Reader PRS-505

Insofern überrascht die Entscheidung gegen einen Sony Reader PRS-T4 kaum. Nichts desto trotz markiert sie eine Zäsur, gerade für den deutschen E-Reading-Bereich. Denn hierzulande war der Sony Reader PRS-505, im Frühjahr 2009 eingeführt von Sony zusammen mit dem Grossiten Libri und der Buchhandelskette Thalia, so etwas wie der Startschuss für den gesamten digitalen Lesemarkt. Lange bevor der Kindle hierzulande verkauft wurde (und noch länger, bevor der deutsche Kindle Store seine Pforten öffnete), wurde tausendfach auf dem Sony Reader gelesen.

Die Folgemodelle waren unterschiedlicher Qualität, von Schminkspiegeln bis technisch herausragenden Lesegeräten war alles dabei (Testergebnisse im Überblick). In den letzten Jahren verlor Sony aber zunehmend den Anschluss, international wie in Deutschland. Gegen die stark subventionierten Buchhandelsangebote hatte das Unternehmen, das schweren Zeiten entgegengeht, nichts entgegen zu setzen. Da ist der Abschied jetzt, verbunden mit der Fokussierung auf Smartphones und Tablets, nur konsequent.

eBook Reader nur noch für Geschäftskunden

Sony DPT-S1

Sony DPT-S1

Ganz verabschiedet sich Sony freilich nicht aus dem E-Paper-Bereich. Mit dem Sony DPT-S1 hat das Unternehmen einen durchaus attraktiven 13-Zoller im Angebot, der sich mit einem vierstelligen Preisschild allerdings an Geschäftskunden richtet. Das Gerät werde weiter produziert und verkauft, erklärte uns die Sony-Sprecherin. Es wird im September auch auf der IFA in Berlin zu sehen sein – dort, wo in den letzten Jahren immer neue Sony Reader vorgestellt wurden. Eine Verfügbarkeit des DPT-S1 im deutschen Sony Store sei allerdings kein Thema.

<Bildnachweis: Ende von Shutterstock>

Ähnliche Meldungen:

Der Artikel "Kein PRS-T4: Sony beerdigt E-Reading-Endkundensparte" wurde am 1. August 2014 (Freitag) um 16:47 Uhr von geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

171 Antworten auf Kein PRS-T4: Sony beerdigt E-Reading-Endkundensparte < (zum Thread im Forum)

Susanne Weigand 01. August 2014 um 16:54

War ja eigentlich schon klar, als Sony-Fangirl muss ich dennoch eine Träne verdrücken. Ich bin mal gespannt was ebook.de und die Libri-Buchhandlungen jetzt als Lesegerät anbieten werden. Verstärkt Pocketbook? Oder doch ein Anschluß an die Tolino-Allianz?

Susanne

Nachtrag: Wer noch einen Sony hat - hegt und pflegt ihn!

Johannes 01. August 2014 um 17:03

lesen.net wurde 2009 gegründet als direkte Reaktion auf den Sony-Reader-Marktstart, in sofern ist auch bei mir der Wehmut groß. Einen Verlust für den heutigen E-Reading-Markt ist der Abschied von Sony aber kaum, so ehrlich muss man sein.

Ciao
Johannes

pewa2303 01. August 2014 um 17:05

das ist sehr, sehr schade.

der sony hat mE von allen das beste Display und die schärfste Schrift, was auch daran liegt, dass keine extra Schicht für die Beleuchtung benötigt wird.

die Akku laufzeit war ebenfalls nicht zu schlagen.

es bleiben für mich einige fragen offen:

- wie werden sich die leuchtreader weiterentwickeln
- derzeit gilt nur höher (Beleuchtung), schneller (Prozessor), weiter (Speicherplatz) und darausfolgend besser, was zu lasten der akkuleistung geht, aber die kunden (nicht unbedingt die Leser, sondern die masse, die gelegenheitskäufe macht) anlockt, die derzeit auf das Wort schneller gleich hochsensibel mit Kauflust reagieren

lg
P

Martina Schein 01. August 2014 um 17:07

Auch meine beiden ersten Reader waren Sony-Geräte (PRS-505 + PRS-650) und ich war mit ihnen sehr zufrieden. Doch wie heißt es so schön: Alles auf der Welt unterliegt einem ständigen Wandel. Und ich schaue lieber nach vorne, als zurück.

Susanne Weigand 01. August 2014 um 17:07

Johannes schrieb:

Einen Verlust für den heutigen E-Reading-Markt ist der Abschied von Sony aber kaum, so ehrlich muss man sein.


Johannes, da hast du sicher Recht. Es gibt inzwischen viele gute und vergleichbare, in Teilen auch bessere Geräte. Insofern habe ich ausdrücklich als "Fan-Girl" gesprochen. Allerdings mit einer Einschränkung, meinem Pet-Peeve: Der Wörterbuchausstattung. Da war im epub-Bereich Sony einmalig.

Susanne

Jenna Stone 01. August 2014 um 17:09

Ich bin sehr traurig ;( und überlege jetzt, mir sicherheitshalber noch einen T 3 zu kaufen, so lange es die noch gibt. Mir steht noch das Drama vor Augen wie das damals mit dem Restverkauf des 650 war und man den nirgends mehr bekam. Wenn ich jetzt zu lange warte, bin ich nachher gekniffen.

Solche Reader wird es nicht mehr geben. Ich will auf keinen Fall mal auf einen Kindle oder Kobo ausweichen müssen..............(Alptraum)

Für mich stellt das einen Verlust da auf jeden Fall.

Und der neue Pocketbook mit der Kamera schreckt mich auch ab. Sowas will ich nicht im oder am Reader haben :huh: . Und PB unterstützt auch nicht die Sammlungen.

pewa2303 01. August 2014 um 17:13

Johannes schrieb:

lesen.net wurde 2009 gegründet als direkte Reaktion auf den Sony-Reader-Marktstart, in sofern ist auch bei mir der Wehmut groß. Einen Verlust für den heutigen E-Reading-Markt ist der Abschied von Sony aber kaum, so ehrlich muss man sein.

Ciao
Johannes[/Quote

da bin ich anderer Meinung.

anstatt einen schnelleren Prozessor zu verbauen und dem enormen Kraftaufwand das letzte Wölkchen bei der Beleuchtung zu entfernen, sollten sich andere Hersteller mal ans wesentliche konzentrieren:

an die schriftschärfe und an ein buchnahes lesegefühl

wenn ich mir den Tolino Vision neben meinen Sony lege so glaube ich jemand hat am TV die Schrift mit fetten Fingern verwischt, aber das umblättern haben sie toll hingekriegt um 0,0001 ns schneller als beim sony, sagt das Labor. aber ich merke es mit freiem auge nicht, also wozu das ganze. selbst wenn ich es merken würde kann ich nicht wirklich schneller lesen.

aber wie ich schon oben erfolgreich raunzen konnte glaube ich dass höher, schneller weiter besser die masse und die tester mehr anspricht als das verbessern des wesentlichen.

das neueste sind wasserdichte Reader. da kannst im Urlaub dann in 1,50 m tiefe lesen. toll.

ich bitte meine schlechte laune was das ende von sony betrifft schon im vorhinein zu entschuldigen ;)

lg
P

K-Thom 01. August 2014 um 17:20

Ich habe es dank Bookeen, Pocketbook und dem Tolino bisher tatsächlich geschafft, mir seit 2009 nie einen Sony zu kaufen, um ePub zu lesen.

Und letzteres Gerät dürfte für Sony gerade auf dem deutschen Markt das endgültige Aus bedeutet haben. Nachdem sich - bis auf Libri - alle großen deutschen Händler auf den Tolino verständigt hatten, gab es für Sony ja kaum noch eine Möglichkeit, einen Fuß in die (Laden-)Tür zu bekommen.

Libri hat es ja auch nicht wirklich bisher geschafft, Anschluss zu finden. Aber als Grossist stehen sie natürlich anders da.

Und unter dem Strich haben die eBook-Verkäufe trotz Sony erst mit dem Kindle und dem deutschen Amazon-Shop richtig angezogen. Sony war 2009 noch Wegbereiter, aber keiner, der wirklich einen Trend eingeleitet hätte.
Auf dem US-Markt haben sie ja nie richtig Fuß gefasst. Da waren neben dem Kindle auch der Nook und später die Geräte von Kobo zu präsent.

halsbandschnaepper 01. August 2014 um 18:13

Sehr schade. Der T3 war und ist (für mich) der beste E-Reader den ich je in der Hand gehabt habe. Schön kompakt mit eingebauten Flip-Cover mit Sleepfunktion. Dazu eine ausgereifte Software: Sammlungen über Calibre, gute Verwaltungsmöglichkeiten, ein bunter Strauß an Wörterbüchern. Eine Beleuchtung hab ich nie vermisst. Ein paar mehr Optionen das Schriftbild anzupassen, ist das einzige was mir gefehlt hat. Dafür ein paar Kleinigkeiten die mir wichtig sind, andere Reader aber nicht so haben, etwa ein gegliedertes TOC, das man aus und ein klappen kann (fehlt bei Kobo) oder Seitenzahlen im TOC (fehlt bei Pocketbook). Fazit: Ich werde mir weiter Sonys kaufen, zur Not gebraucht, bis andere Hersteller in den Punkten aufholen.

Immerhin bei den Wörterbüchern gibt es einen kleinen Lichtblick, die Osiander-Version des Pocketbook Touch Lux 2, hat das Englisch-Deutsch-Wörterbuch von Langenscheidt vorinstalliert. Damit neben Sony der zweite Hersteller der ein brauchbares zweisprachiges Wörterbuch an Bord hat. Auf Pocketbook habe ich noch die größten Erwartungen, wenn die noch das mit den Sammlungen und Calibre gebacken kriegen und am besten noch Seitenzahlen ins TOC machen, dann noch die Wörterbücher des Sonys und ich wäre happy. Das Design des T3 hat mir zwar trotzdem besser gefallen, aber dafür hat Pocketbook andere nette Funktionen an Bord (die den Sonys fehlen).

Und damit mich keiner falsch versteht: Nein, ich sage nicht dass die Sony Reader die besten sind. Aber für meine Bedürfnisse sind sie die besten.

Gruß

Schnaepper

Susanne Weigand 01. August 2014 um 18:26

pewa2303 schrieb:

- derzeit gilt nur höher (Beleuchtung), schneller (Prozessor), weiter (Speicherplatz) und darausfolgend besser, was zu lasten der akkuleistung geht, aber die kunden (nicht unbedingt die Leser, sondern die masse, die gelegenheitskäufe macht) anlockt, die derzeit auf das Wort schneller gleich hochsensibel mit Kauflust reagieren



Ein paar wahre Worte. Tatsächlich gäbe es bei den eReadern (in unterschiedlichem Ausmaß) Verbesserungsbedarf bei den individuellen Einstellungsmöglichkeiten von Schrift, Zeilenabständen, Randeinstellungen usw. Das Thema gute Worttrennungen... Das Thema redaktionelle Wörterbücher... Das Thema Sammlungen.... Alles halt nicht schneller, höher, weiter und damit für den schnellen Werbeschrei und den Huldigungen der Tester gut, sondern Dinge, die (in individuell unterschiedlicher Gewichtung) versierte und erfahrene Nutzer interessieren.

Susanne

Koenigin.Esther 01. August 2014 um 19:43

Hallo,

das ist schade, auch wenn es zu erwarten war. Der Sony - ich habe einen T2 - war ein schöner reader - nur eben leider ohne Beleuchtung.

Aber ehrlich gesagt hätte ich sicherlich keinen Sony zum normalen Preis gekauft. Der Sony war 40 Euro teurer als z.B. der Paperwhite, der ihm gegenüber auch einige Vorzüge hat.

Esther

Koenigin.Esther 01. August 2014 um 20:05

Hallo Schnäpper,

dann ist das Aus für dich doch eigentlich gut. Bestimmt werden die Restbestände demnächst irgendwo verramscht. Ich überlege auch dann noch einen T 3 auf Vorrat anzuschaffen.

Für mich war der T2 zwar gut, aber nicht ganz optimal. Die Beleuchtung habe ich vermisst, der Kontrast ist mir zu niedrig und vor allem hat der T2 keine Silbentrennung und er kommt auch mit der Silbentrennung von calibre nicht gut zurecht.

Esther

Susanne Weigand 01. August 2014 um 20:11

Koenigin.Esther schrieb:

dann ist das Aus für dich doch eigentlich gut. Bestimmt werden die Restbestände demnächst irgendwo verramscht


Das Aus ist für keinen Fan gut. Ja, vielleicht wird es irgendwo Ramschangebote geben. Aber es wird keine Fortentwicklung mehr geben, die die guten Eigenschaften weiterträgt und gleichzeitig die technische Entwicklung berücksichtigt.

Und ganz nebenbei ist jetzt auch das eingetreten, was ich vorhergesagt habe: Für die Freunde hochwertiger, nichtbeleuchteter Reader wird das Angebot dünn.

Susanne

halsbandschnaepper 01. August 2014 um 21:36

Zu dem Preis war er öfters mal zu haben. Hätte ich das Geld gerade übrig würde ich in mir kaufen.

Gruß

Schnaepper

ReaderT2 01. August 2014 um 23:25

Susanne Weigand schrieb:

Nachtrag: Wer noch einen Sony hat - hegt und pflegt ihn!

Wird gemacht.

Den Abschied von Sony aus der eReader-Sparte habe ich befürchtet, aber bis zuletzt gehofft, das doch noch was kommt. Selbst ein T3 mit Leuchte, ohne Cover umbenannt in T4 wäre für mich akzeptabel gewesen.
Technisch machbar wäre das ohne Probleme gewesen, aber Sony wollte eben nicht.

Vielleicht zum Trost: Aus der PDA-Sparte hat sich Sony ebenso zurückgezogen wie aus der Handy-Sparte.
Beide Gerätearten sind inzwischen lang nicht mehr das was sie von ihrer Marktbedeutung her mal waren.
Sony mischt aber weiterhin bei den Smartphones und Tablets mit.
Außerdem sind sie auch mit der Innovation DPT-S1 präsent und da hoffe ich, das vielleicht das Nachfolgemodell auf den deutschen Markt kommen wird.

Solange Sony für Endkunden Geräte herstellt, werden sie für mich weiterhin einen Blick wert sein. Was ich dann kaufe, wird sich im Einzelfall entscheiden.

nuthatch 02. August 2014 um 02:08

Wenn man sich im Tchibo-Shop für den Newsletter anmeldet, erhält man als Dankeschön einen 10€-Gutschein, den man dann für den PRS-T3s einlösen kann und so nur 59,95 € zzgl. 4,95 € Versand bezahlt. Habe ich gerade erfolgreich ausprobiert. :D

hamlok 02. August 2014 um 07:53

Für mich auch eine traurige Nachricht, auch wenn wir das schon alle vermutet haben. Mit dem Sony begann mein Einstieg in die Welt der ebooks. Mein 505er funktioniert auch immer noch und wird aus nostalgischen Gründen immer bleiben.

Den T3 werde ich mir wohl nicht mehr kaufen, auch wenn er billig angeboten würde, bin doch mit dem Kindle Paperwhite sehr glücklich, bis auf die Verwaltung der Sammlungen.

Schade, dass damit wieder international ein starker Mitbewerber fehlt, der eigene Ideen entwickelt hatte.

Du liest gerade: Kein PRS-T4: Sony beerdigt E-Reading-Endkundensparte
Nutzungsbasierte Onlinewerbung
(c) 2009-2014 lesen.net - die Informationsquelle zu eBooks und eBook Readern. | Script | Made in Hannover.