Von Johannes
Kindle 2 kommt in stationären US-Handel
Zweieinhalb Jahre nach Einführung der ersten Kindle-Generation und angesichts wachsender Konkurrenz aus der “Offline-Welt” (Barnes & Noble) restrukturiert Amazon den Vertrieb seiner eBook Reader Familie. Zumindest das 6″ Modell Amazon Kindle 2 wird von kommender Woche an auch in amerikanischen Ladengeschäften ausprobier- und kaufbar sein.
Die landesweit zweitgrößte Discounterkette Target nimmt den Kindle 2 in vorerst 103 Filialen ins Sortiment. Nach und nach soll der Vertrieb ausgeweitet werden – insgesamt verfügt Target über 1.740 Geschäfte in den USA. Zum Vergleich: Barnes & Noble als größte US-Buchhandelskette kommt “nur” auf knapp 800 Filialen; der Nook ist neuerdings aber nicht nur hier, sondern auch bei der Elektronikkette Bestbuy (1070 Stores) erhältlich.
Anders als bei Barnes & Noble, die in ihren Buchhandlungen exklusiven “InStore-Content” für sich via WLAN verbindende Nook-Besitzer anbieten, haben Kindle-Käufer bei Target keine direkten Vorteile. Viel wert ist aber schon die Möglichkeit, den populären eBook Reader hier erstmals vor dem Kauf auch anfassen und ausprobieren zu können.
Auf Amazon.com verabreden sich Kindle-Besitzer und -Interessierte schon seit längerem zu “Kaffeehaustreffen”, wo das elektronische Lesegerät bislang exklusiv vorab in Augenschein genommen werden konnte. Die große Resonanz gerade in Ballungszentren spricht für den Bedarf, elektronische Lesegeräte (als relativ neue und hochpreisige Geräteklasse) auch stationär verfügbar zu machen – Youtube-Videos können nur bedingt das “Aha-Erlebnis” bei Betrachtung eines E-Ink Screens erzeugen, welcher Kindle & Co. erst zu adäquaten Lesegeräten macht.
In Deutschland erklärt sich Aufschwung für elektronische Lesegeräte nicht zuletzt aus der Strategie von Sony, seine Reader-Familie von Anfang an über stationäre Buchhandlungen zu vertreiben – inzwischen sind Pocket Edition und Touch Edition ebenfalls in Elektronikmärkten erhältlich. Auch die Lesegeräte einiger anderer Hersteller (Bookeen, iRiver) lassen sich hierzulande “live” im Umfeld gedruckter Bücher erleben. In der Ukraine ist man sogar schon einen Schritt weiter: Pocketbook eröffnete hier im Winter ein ganz auf den Verkauf elektronischer Lesegeräte ausgerichtetes Ladengeschäft.
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