Von Johannes
Neue E-Ink Panels: Bessere Kontraste, Animationen
Die interaktive elektronische Tageszeitung kommt mit der nächsten E-Ink Generation einen guten Schritt näher. Der nach wie vor unangefochtene Marktführer unter den Herstellern elektronischen Papiers, von dem jüngst auch erste farbige Prototypen zu sehen waren, gab den Kollegen von Red Ferret einen seltenen Einblick in ihre Entwicklungslabore.
Noch in 2010 sollen E-Ink Panels ausgerollt werden, die nahzu das Kontrastverhältnis von bedrucktem Papier aufweisen – im Vergleich zur aktuellen Generation verdoppelt sich das Kontrastverhältnis nahezu (10:1 zu 6:1). Damit verbessert sich die Lesbarkeit von elektronischer Tinte noch einmal deutlich; nach wie vor verzichtet E-Ink auf Hintergrundbeleuchtung, ohne Touchscreen ist der Bildschirm nahezu frei von Spiegelungen.
Zudem konnte die Bildwiederholungsrate so weit optimiert werden, dass nun sogar animierte Bilder und Grafiken bis hin zu Videos angezeigt werden können. Damit werden ganz neue Mashup-Formate möglich, wie man sie bislang höchsten vom iPad kennt oder hier erwartet: Sachbücher könnten mit erklärenden Animationen illustriert, Zeitungen mit eingebetteten Videos zu aktuellen Geschehnissen angereichert werden. Auch die Werbeindustrie wird diese Entwicklung wohlwollend zur Kenntnis nehmen, könnte über aufmerksamkeitsstarke Anzeigen entsprechenden Publikationen zur Wirtschaftlichkeit verhelfen.
Ebenfalls in Arbeit ist ein bedingt flexibles und enorm robustes Panel, welches selbst einem Faustschlag stand hält (-> Demo-Video). Eine dahin gehende Optimierung ist dringend geboten, aktuelle E-Ink Displays gelten als recht sensibel – gerade bei Lesegeräten für die Hosen- oder Jackentasche sollte lieber nicht auf eine Schutzhülle verzichtet werden. Mit Blick auf den Bildungssektor und dortige Anforderungen ans Arbeitsmaterial ist eine widerstandsfähigere Konstruktion sogar unerlässlich: Soll digitale Literatur tatsächlich früher oder später gedruckte Schulbücher verdrängen (siehe Kalifornien, deutschen Wahlkampf), muss die Industrie auch dafür prädestinierte Endgeräte bereitstellen.
Das flexible und robuste Display wird wohl noch bis Mitte 2011 auf sich warten lassen, das kontrastreiche und reaktionsschnelle Panel soll sich aber schon Ende 2010 in ersten elektronischen Lesegeräten wiederfinden. Ein heißer Kandidat dafür wäre der Kindle 3, welcher von der E-Ink Muttergesellschaft PVI zusammen geschraubt wird – es wäre keine Überraschung, wenn die nächste Panel-Generation zunächst “unternehmensintern” zum Einsatz kommt.
Auf der Rechnung haben muss man natürlich weiterhin Konkurrent SiPix (z.B. im ASUS DR900) und Hersteller farbiger Panels, die ebenfalls zum Ende dieses Jahres an den Markt kommen wollen. Ob die erste Generation von Mirasol & Co. aber schon so ausgereift und moderat bepreist ist, um vom Start weg eine erwägenswerte Alternative zu E-Ink darzustellen, scheint noch fraglich.
<via BlogKindle>
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