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18. Januar 2011 - Von Johannes

Plastic Logic: $700 Mio. für 2. Fabrik, neuer Reader in ’12

eReader

acc_portfolio_d1_popNeues von Plastic Logic, dem mit zahlreichen Venture Capital Millionen und (auch deutschen) Steuergeldern unterstützten eReading-Startup: Nachdem der innovative großformatige Que proReader in seiner ursprünglichen Form bekanntlich niemals in den Verkauf gehen wird, erfindet sich das multinationale Unternehmen jetzt (weitgehend) neu – als Display-Zulieferer für Lesegeräte anderer Hersteller. Ein großer Teil des Geldes für entsprechende Investitionen kommt vom russischen Staat – einige Euro werden allerdings auch ins “Saxony Valley” fließen, wo gegenwärtig sogar ein neuer Plastic Logic Reader entwickelt wird.

Insgesamt 700 Millionen US-Dollar wird Plastic Logic in den nächsten Jahren investieren; 150 Millionen davon kamen bereits vom staatlichen Technologiekonzern Rusnano, der im Gegenzug eine 25%-Beteiligung an Plastic Logic erhielt. Mit weiteren geplanten Investitionen könnte Rusnano zeitnah die Mehrheit an Plastic Logic übernehmen, zu deren weiteren Investoren Größen wie Intel und BASF zählen.

plasticlogicreader-preview-1.jpgDas frische Kapital soll im Wesentlichen in eine zweite Fertigungsfabrik im russischen Zelenograd fließen, wo ab dem Produktionsstart 2013/2014 mehrere Hunderttausend flexible und leichtgewichtige Plastikdisplays – wohl hauptsächlich für eBook Reader anderer Hersteller -  vom Band laufen sollen. Schon früher (wann genau, ließ Plastic Logic offen) soll im bestehenden Werk in Dresden die Produktion der zweiten Displaygeneration anlaufen. Die örtliche Lokalzeitung DNN hat bereits in Erfahrung gebracht, dass auch in Dresden “ein zweistelliger Millionenbetrag” investiert werden soll – nach wie vor beschäftigt Plastic Logic in Sachsen nach Angaben des Werksleiters 170-180 Mitarbeiter.

Im Dresdner Werk soll von 2012 an auch ein neues Lesegerät von Plastic Logic selbst gebaut werden. Der Werksleiter nennt als Eckdaten eine angeblich besonders hohe Auflösung von wenigstens 150dpi (was tatsächlich wenig spektakulär ist – der Sony Reader PRS-350 etwa bringt 200dpi auf 5″ Bildschirmdiagonale) zur guten Lesbarkeit von Geschäftsdokumenten, eine höhere Arbeitsgeschwindigkeit sowie mehr Funktionen bei weniger Gewicht. Im Wesentlichen wird es wohl auf einen iPad for Business” mit lesefreundlichem Bildschirm hinauslaufen – die Funktionsvielfalt und (in geringerem Maße, weil im B2B-Bereich nur mäßig relevant) das Pricing vom iPad haben dem “alten” für 2010 geplanten Que proReader  das Absatzpotenzial entzogen und Plastic Logic von einem Marktstart absehen lassen.

<via Reuters>

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Zugeordnete Tags: plastic logic

Der Artikel "Plastic Logic: $700 Mio. für 2. Fabrik, neuer Reader in ’12" wurde am 18. Januar 2011 (Dienstag) um 17:06 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

4 Kommentare

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  1. 19. Januar 2011
    08:24 Uhr

    Permalink

    Rudi schreibt:


    ’12 ist bei Ereadern sehr lange hin. Die Konkurenz (bzgl. reiner Ereader) wird bis dahin bestimmt nicht mal eben die Hände in den Schoß legen um auf andere zu warten. Auch ist zu erwarten, dass sich im Bereich Tablets bis dahin einiges tut.
    Also ich hoffe ja, dass die was ordentliches an den Start bringen, aber ich befürchte gleichzeitig, dass sie zu spät kommen.



  2. 19. Januar 2011
    17:12 Uhr

    Permalink

    paradoxus schreibt:


    Hmm, am Ende gehört PL dann dem russischen Staat. Ob der dann noch das Bedürfnis verspürt, Fabriken in Dresden zu lassen, sobald das Know-How in Moskau ist? Jedenfalls glaube ich nicht, dass es Rusnano um die E-Reader an sich geht, sondern um die (Fertigungs-)Technik und die Lizenzen.
    Ansonsten ist 2012 wirklich verdammt lang hin, wenn’s um Tablets geht — und ob ein staatliches Rusnano-Konsortium wirklich fähig ist, einen innovativen iPad for Business zu basteln … . Aber schön wäre es natürlich, was Biegsames Hochauflösendes und Leichtes mit E-Ink zum Lesen zu haben ;-)

    PS: Gibt es Hoffnung auf ein Review des Pocketbook 902/3?



  3. 26. Januar 2011
    00:12 Uhr

    Permalink

    MadMarti schreibt:


    Aaaah! Dabei habe ich solange auf diesen Que Reader gewartet. Das ist mein Format! Ich will Magazine wie Der Spiegel endlich in A4 lesen können. Und das Design war auch so schön schlicht.
    Verdammt! Gibt’s ne Alternative, die auf absehbare Zeit rauskommt? Ich versteh nicht, warum das iPad als Konkurrenz angesehen wurde… eInk ist doch ein Alleinstellungsmerkmal.



  4. 26. Januar 2011
    16:59 Uhr

    Permalink

    Christian schreibt:


    Jo, ich hätte auch den QUE Reader favorisiert. Hat mir richtig gut gefallen.




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