Von Johannes
Plastic Logic Que gecancelt; kommt Amazon Tablet?
Gute vier Millionen verkaufte iPads innerhalb weniger Monate hinterlassen Spuren im Markt: Wenige Wochen nach dem Ende von iRex (zumindest im B2C Segment) muss mit Plastic Logic nun der nächste innovative Hersteller vorerst die Segel streichen, zieht sich in die Entwicklungslabors zurück. Dort arbeitet offenbar auch Amazon an seinem/n “next big thing/s.”
Nachdem das mit üppigem Wagniskapital (unter anderem von Intel & BASF) ausgestattete britisch-amerikanische Startup Plastic Logic im Juni sämtliche Vorbestellungen seines Que proReaders cancelte und den ab 650 US-Dollar teuren Zehn-Zoller auf unbestimmte Zeit verschob, kam die gestern Abend verschickte Pressemeldung zur Einstellung des Projekts nur noch wenig überraschend. Zur Begründung heißt es, der Markt habe sich “in den vergangenen Monaten dramatisch gewandelt” – infolge der mehrfachen Verzögerungen (ursprünglich sollte der Reader im April kommen) ergebe der Launch eines Que proReaders “der ersten Generation” inzwischen keinen Sinn mehr.
Plastic Logic arbeitet nach eigenen Angaben nun an der nächsten Generation, deren Features ebenso offen gelassen wurden wie ein Releasedatum. Unklar ist weiterhin das Schicksal der einst 180 Mitarbeiter am Produktionsstandort Dresden, in dem auch einige Steuermillionen stecken. Die sächsischen Angestellten könnten künftig ihren Lohn aus Russland bekommen: Nach Informationen der Financial Times interessiert sich die staatliche Holding Rusnano für eine Übernahme des Unternehmens.
Während die Zukunft von Plastic Logic und seinen Produkten demnach in den Sternen steht, muss man sich um Amazon wohl keine Sorgen machen. Der Online-Shop wird am 27. August die 3. Generation seines Ende 2007 gelaunchten Kindle-Lesegeräts an den Start bringen, dem vergangenes Jahr ein großformatiger Ableger (Kindle DX) an die Seite gestellt wurde. Doch die Pläne vom Unternehmen aus Seattle scheinen noch bedeutend weiter zu gehen.
Amazon soll an einer ganzen Palette von Medienabspielgeräten arbeiten; das meldet die New York Times unter Berufung auf “Personen, die direkt mit der Unternehmensplänen vertraut sind.” Egal ob Musik, Filme oder Bücher – Amazon will künftig für jede Mediengattung den perfekten Player anbieten, der kindle-like selbstverständlich über eine direkte Anbindung an einen entsprechenden amazon.com Content Store verfügen wird. Als Indikator für diese These sieht das NYT neben den ihr zugespielten Informationen die fast 80 Stellenausschreibungen in der amazon-eigenen Hardwareschmiede Lab126.
Für Leih, Kauf und Wiedergabe von digitalen Filmen kommt eigentlich nur ein dem iPad ähnlicher Device in Frage – ob es Amazon tatsächlich auf eine direkte Konfrontation ankommen lässt, wird sich das Unternehmen aber sicherlich 2x überlegen. Die Content-Strukturen gibt es freilich schon: Gerade in den USA hat sich das als E-Buchhändler gestartete Portal längst zu einem Gemischtwarenladen gewandelt, der sich bei digitaler Musik und Video-on-Demand kaum hinter iTunes verstecken muss.
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6 Kommentare
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11. August 2010
21:37 Uhr
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paradoxus schreibt:
So eine verschwurbelte PM kann doch nur bedeuten: Wir haben niemals einen funktionsfähigen Reader für die Massenproduktion gehabt, der in seinen Produktions- und Vertriebskosten auch nur annähernd den 650$-Endverkäuferpreis gepasst hätte. M. E. ein klassischer Fail des Unternehmens, denn ich bin sicher, der Markt hätte einen größeren, günstigen, stabilen Reader angenommen.
Gut, es kann sein, dass die Produktionskosten für eInk jenseits der 6″ überproportional steigen, das weiß ich nicht. Vielleicht subventioniert Amazon seinen ja mit den Buchverkäufen — aber der Abgang trifft ja jeweils Unternehmen bei denen man das so erwartet hat. Denn passen ist ja, dass die größten Maulhelden der Pad- und EReader-Branche (PlasticLogic, txtr, WePad) gleichsam nur durch heiße Luft oder Bananenware (iRex) auffallen :-)
Mal sehen, wann die entsprechende PM von txtr kommt ;-)
12. August 2010
09:49 Uhr
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André schreibt:
Wirklich schade !
Der Que war für mich der Lichblick aufm Ereader-Markt.
Ich kann der Begründung in der Pressemitteilung gar nicht so wirklich glauben : Der Que Reader war ja wohl sämtlichen Geräten (auch dem Ipad) durch sein zeitlos edles Design um längen vorraus.
Das Lesen mehrerer Dokumente gleichzeitig gibt es ja wohl auch nirgendswo.
Naja ich schließe mich paradoxus an :
Scheinbar war die Produktion von zu vielen Problemen durchsetzt, alsdass sie den Que hätten releasen können.
15. August 2010
03:42 Uhr
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Mitschel schreibt:
SOWAS VERFI****TES! Ich wartet nun seit 4 scheiß Jahren. Das sind über 1200 Tage und die inkompetenten Id**** haben es nicht geschafft es EINMAL rauszubringen.
24. November 2011
13:12 Uhr
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Bijan Barg schreibt:
Hi,
kontraverse Komentare über plastic ebook reader. Endlich möchten wir wissen, wann in Deutschland so ein Gerät zu kaufen ist!