9. Januar 2010 (Samstag) - von Johannes
Que proReader in Deutschland nicht vor 2011
Die lange Wartezeit auf den Que proReader von Plastic Logic hat sich offensichtlich gewohnt: Wer den in Dresden entwickelten Zehn-Zoller auf der Consumer Electronics Show in die Hände bekommt, ist angetan bis begeistert. Der Auslandskorrespondent von Spiegel Online etwa lobt “die einfache, durchdachte Steuerung und das gut lesbare Display”, stuff.tv spricht dem Business-Reader “großartige Features” zu, Slashgear findet “es hart, den Que proReader nicht zu mögen.” Umso ärgerlicher ist es, dass wir hierzulande noch lange auf das stylische Lesegerät warten müssen.
Obwohl ein Spin-Off der renommierten britischen University of Cambridge und mit mehreren Dutzend Mitarbeitern in Deutschland, gilt die Konzentration von Hersteller Plastic Logic vorerst ausschließlich dem US-Markt. Im April debutiert der Que proReader in den amerikanischen Barnes & Noble Buchhandlungen, ist außerdem über que.com beziehbar. Eine Ausweitung des Vertriebsgebiet ist im noch jungen Jahr 2010 nicht geplant.
Das haben unsere Freunde vom Berliner Tech-Blog Mobicroco auf der CES für lesen.net aufgeschnappt. Im Gespräch stellte eine Plastic Logic Repräsentatin die Verfügbarkeit des Que proReader in Europa für 2011 in Aussicht. Berücksichtigt werden im ersten Schritt “die wichtigsten Länder” in der EU – konkreter wollten sich Plastic Logic Mitarbeiter nicht äußern, Deutschland wird aber bei einer Expansion wohl schon aufgrund der Marktgröße vorne mit dabei sein.
Fast zwei Jahre hat Amazon gebraucht, um seine Kindle-Plattform in Deutschland anzubieten (und das auch nur eher halbherzig). Auch Sony brachte im März 2009 mit dem PRS-505 einen eBook Reader in den deutschen Buchhandel, der in Japan und Nordamerika schon seit Ende 2007 erhältlich war. In sofern wäre es falsch, allein Plastic Logic für die große Verzögerung beim Deutschland-Start seines Erstlingswerks an den Pranger zu stellen.
Nichts desto trotz ist es immer wieder enttäuschend, dass spannende neue Lesegeräte nach wie vor lange Zeit den Europäern vorenthalten bleiben – dabei könnte der deutsche eBook-Markt eine Belebung durch innovative Devices dringend gebrauchen, um ähnliche Umsatzsprünge wie die USA zu erzielen.
Sicherlich gibt es Mittel und Wege, NextGen-Reader wie Sony Reader Daily Edition, Barnes & Noble Nook oder auch den Que proReader von Plastic Logic von Deutschland aus zu shoppen – danke des starken Euro gar nicht einmal teuer. Alternativ zum Ladenkauf im USA-Urlaub bieten Plattformen wie USunlocked.com gegen eine geringe Gebühr die Anmietung eines US-Adresse, von der aus Pakete nach Deutschland weitergeleitet werden.
Eine Kreditkarte vorausgesetzt, kommt die nächste eReader Generation damit auch in hiesige Haushalte – allerdings häufig auf Kosten eingeschränkter Nutzbarkeit. Ein zwangsweiser Verzicht auf UMTS-Modul und integriertes Online-Shopping relativiert die Vorzüge der schönen neuen Technikwelt, für die meisten Anwender bleibt nur das Warten auf ähnliche Angebote hierzulande – zeitnah von txtr, zur Cebit angeblich auch aus dem Hause Vodafone. Vielleicht finden sich dann in Hannover auch noch ein paar weitere Unternehmen, die an das Umsatzpotenzial von eBooks in Deutschland glauben und in Zusammenarbeit mit der Buchindustrie zeitnah entsprechende Plattformen aufziehen.
<Fotos vom Mobicroco>
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Der Artikel "Que proReader in Deutschland nicht vor 2011" wurde am 9. Januar 2010 (Samstag) um 09:55 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.
3 Kommentare
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11. Januar 2010
19:06 Uhr
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Chris schreibt:
“Nichts desto trotz ist es immer wieder enttäuschend, dass spannende neue Lesegeräte nach wie vor lange Zeit den Europäern vorbehalten bleiben”
Hier war wohl eher das Gegenteil. Also vorenthalten gemeint, oder?
11. Januar 2010
19:23 Uhr
Permalink
Johannes schreibt:
Richtig, korrigiert, dankeschön.
Ciao
Johannes