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eBooks ● eReader ● eCommerce

Von Johannes

Samsung Reader E50, E60, E65, E100 en detail

eReader

samsung-essenZum zweiten mal in Folge bleibt Samsung der diesjährigen CeBIT weitgehend fern, stellt Geschäftspartnern und Fachpresse seine Novitäten statt dessen im Rahmen einer Roadshow vor. Beim gestrigen Kickoff in Sichtweite der berühmten Zeche Zollverein präsentierte der Elektronikkonzern dabei auch erstmals sein eBook Reader Lineup für den europäischen Markt; natürlich nicht ohne uns.

s2Mittels einer Pressemitteilung machte Samsung Deutschland vergangene Woche seine Pläne publik, den Slider-Reader Samsung E60 (6″) sowie den großformatigen Samsung E100 (9,7″) auch hierzulande anzubieten. Mit detaillierteren Informationen – etwa zum Verkaufsstart oder zur Bepreisung – hielt sich der Hersteller bislang aber bedeckt.

In Essen lüftete sich der Vorhang nun: Samsung-Manager Juergen Reinhard kündigte im Gespräch mit lesen.net eine ganze eBook Reader Familie für den deutschen Markt an, deren erster Spross der Samsung E60 sein wird. Der Sechs-Zoller mit WLAN und entsprechender kabelloser Anbindung an einen eBook Store (Partner sind noch nicht spruchreif) wird ab Anfang Mai in Deutschland zu haben sein und “marktgerecht” bepreist sein, wobei wohl ein kleiner Markenaufschlag zu zahlen ist.

samsung-e60-3Interessierte können sich auf um 320-330 Euro einstellen, womit der Samsung E60 moderate 30 Euro über den WLAN-Touchscreen-Readern von Onyx und Pocketbook liegen wird. Im Preisvergleich mit dem Kindle 2 (derzeit 235 Euro) sieht der E60 trotz Wacom-Touchscreen aber alt aus – hier müssen die Koreaner über ein breites Angebot deutschsprachiger Inhalte punkten, die im Kindle Store immer noch Mangelware sind. Dank epub-Support (mit und ohne Adobe-DRM) steht E60-Nutzern zumindest schon einmal der “offene” deutsche Markt offen, während man beim Kindle weitgehend eingeschränkt ist.

Optisch wie haptisch gibt es am schicken Slider-Reader wenig auszusetzen: Die meisten Funktionen des E60 – Zielgruppe sind Geschäftsleute, Studenten und alle anderen, die mit Texten “arbeiten” – kennt man von ähnlichen positionierten Devices wie der Sony Reader Touch Edition. Obligatorisch sind divsere Markier- und Kopieroptionen ebenso wie ein digitaler Notizblock, der beim E60 angenehm üppig ausfällt: Notizen lassen sich in verschiedene Ordner gruppieren, bei der Erstellung hat man die Wahl zwischen unterschiedlichen Linienstärken und -formen.

samsung-e60-2Relativ ungewöhnlich ist die Text-to-Speech-Funktion (hat sonst nur die Kindle-Familie und der gerade vorgestellte ASUS DR900), in dieser Form einzigartig der “EmoLink”: Nutzer haben hier die Möglichkeit, wireless beliebige Inhalte mit anderen Samsung-Lesegeräten auszutauschen. B&N hat seinem Nook zwar auch eine Sharing-Funktion spendiert, diese beschränkt sich allerdings auf den DRM-gestützten Verleih von eBooks aus dem B&N-Store. Schön wäre es, wenn sich über die Samsung-Reader ebenfalls kopiergeschützte Dokumente weitergeben ließen (oder die Titel im eBook Store ganz ohne DRM auskommen).

Im Buch gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Blättern: Genutzt werden können die beiden dafür vorgesehenen Tasten unter dem 6″ E-Ink Display (600x800px/166dpi) ebenso wie der elektromagnetische Eingabestift; eine Bedienung mit dem Finger ist technologiebedingt nicht möglich, dafür trüben aber auch nicht ärgerliche Displayspiegelungen (Touch Edition) das Lesevergnügen. Kontrast und Textanzeige gehen bereits in Ordnung, bei der Blättergeschwindigkeit gibt es bis zum Verkaufsstart noch Optimierungsspielraum: In einem vorinstallierten pdf kam man nur mit etwas Geduld voran (s. Video).

Der Samsung E60 ist Anfang Mai in den Verkaufsregalen erst einmal auf sich allein gestellt, bekommt aber in der zweiten Jahreshälfte um sich herum Gesellschaft. Unter dem Modellnamen Samsung E65 wird ein Sechs-Zoller mit Tastatur statt Slider-Mechanismus und UMTS- statt WLAN-Modul erscheinen. Das Gerät wird auch ohne Drahtlostechnologie erhältlich sein und – entsprechend günstig bepreist – eine Option für Lesefreunde sein, die “einfach nur schmökern” wollen. An diese Käufergruppe wird sich auch ein ebenfalls im 2. Halbjahr 2010 erwarteter Fünf-Zoller (Samsung E50) richten.

samsung-100Am anderen Ende der Produktfamilie siedelt sich der Samsung E100 an, welcher ja auch schon “offiziell” für den deutschen Markt ankündigt wurde und bei der Roadshow ebenfalls mit im Gepäck ist. Der Zehn-Zoller – die seitlichen Bedienelemente entsprechen praktisch 1:1 denen des Kindle DX – verfügt ebenfalls über einen Wacom-Touchscreen zur Bearbeitung von Dokumenten, gibt aber auch als Zeitungslesegerät eine gute Figur ab; nicht umsonst findet sich schon im Hauptmenü der aktuellen Firmware ein seperater “Newspapers”-Button zur Verwaltung von Periodika.

Samsung’ aktuelles Top End Modell hat aber längst noch nicht den Entwicklungsstand des Samsung E60. Der Riesen-Reader wird aller Voraussicht nach ebenfalls erst im (Spät)Sommer in den Handel kommen und wohl auch kein ganz billiges Vergnügen; der Preis wurde zwar noch nicht ausgewürfelt, kann aber jenseits der 400-Euro-Marke erwartet werden.

Richtung 2011 steht für Samsung (wie auch Anderswo) das Thema Farbdisplays ganz oben auf der Agenda. Vom Displaypartner PVI/E-Ink werden entsprechende Panels erwartet, Samsung befasst sich in Korea aber auch selbst mit der Technologie.

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Zugeordnete Tags: Samsung • Samsung E100 • samsung e50 • Samsung E60 • Samsung e65

Der Artikel "Samsung Reader E50, E60, E65, E100 en detail" wurde am 5. März 2010 (Freitag) um 08:42 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

9 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 5. März 2010
    09:05 Uhr

    Permalink

    Sven schreibt:


    Schaut echt interessant aus, was Samsung da so neues zu bieten hat. Gefallen tut mir auch, dass nun anscheinend Geräte >= 8 Zoll nicht mehr ausgespart werden und auch eine Eingabemöglichkeit schon so gut wie Standard ist!

    Gerade an Samsung Produkten trübt leider ein Punkt ganz gewaltig meine Euphorie.

    Sie setzen voll auf Nano-Beschichtungen mit Silberpartikeln (bereits auf Samsung Handys (Bsp E620), Notebooks / Netbooks (zB NC10)) und diversen Tastaturen. Da ich den Nutzen (beworben wird vor allem die antimikrobielle Wirkung) im privaten Bereich nicht ganz sehen kann, halte ich dies für ein unnötiges Risiko, da es triftige Verdachtsmomente gibt, dass diese Technologie ein hohes Gefahrenpotential hat. Leider reagiert hier der Staat wieder einmal äußerst träge auf Forderungen zumindest eine Ausweispflicht für die Hersteller zu erlassen oder weitere Studien in Auftrag zu geben. Aber das kennt man ja bereits von Asbest (Asbest artige Wirkung wird übrigens von diesen Partikeln auch vermutet, da sie Fasern mit entsprechenden Abmessungen bilden können)

    Wen dazu näheres interessiert, empfehle ich als fundierte Quelle dieses publizierte Review, welches aktuelle Studien zusammen fasst:

    1. Aust W, Daum N, Bloching M, Armbrüster V, Jung E, Sprau C, u. a. Risk of nanoparticles?. Laryngorhinootologie [Internet]. 2009 März [zitiert 2010 Jan 8];88(3):162-166. Available from: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19247893



  2. 5. März 2010
    09:11 Uhr

    Permalink

    Sven schreibt:


    Auszüge aus dem Review [1]:

    “Die Nanotechnologie und die Wirkung von Nanopartikeln ist ein
    weites Feld mit vielen offenen Fragen zu Chancen und Risiken
    für die Gesundheit und die Umwelt. Aufgrund der zunehmenden
    Verbreitung von Nanoobjekten und – produkten sind weiterführende
    Forschungen dringend erforderlich.”

    “Jedoch muss aufgrund der zahlreichen Untersuchungen mit dem Nachweis
    von Entzündungsreaktionen, Zytotoxizität und Genotoxizität
    nach Nanopartikel-Exposition ein gesundheitsgefährdenendes
    Potenzial der Substanzen diskutiert werden. Die vollständigen
    Auswirkungen von nanoskaligen Objekten auf den menschlichen
    Organismus sind jedoch zum heutigen Zeitpunkt nicht ausreichend
    geklärt.”


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