13. September 2009 - Von Johannes
Sony Reader PRS-600 Touch Edition im Test (+HD-Video)
Mit der ab dem 19. Oktober hierzulande erhältlichen Sony Reader PRS-600 Touch Edition hat der japanische Hersteller Studenten und (geschäftliche) Anwender im Visier, denen ein reines Lesegerät nicht genug ist. Wir haben den ersten deutschsprachigen Testbericht zum 299 Euro teuren Alu-Reader.
Optik, Zubehör
Aus 22 mach fünf: Die Anzahl der Tasten hat sich bei der Touch Edition im Vergleich zum fast zwei Jahre alten Sony Reader PRS-505 drastisch reduziert. Grund ist der neue berührungsempfindliche Bildschirm, über den beim PRS-600 ein großer Teil der Bedienung erfolgt.
Darüber hinaus hat sich optisch nicht viel geändert, nach wie vor verpackt Sony seine Reader in einem ansprechenden und wertigen Alu-Gehäuse. Daraus resultiert allerdings ein unverändert hohes Gewicht von 280g – Reader mit einer Plastik-Ummantelung bringen bei ähnlichen Abmessungen gut 100 Gramm weniger auf die Waage.
Beim Zubehör geizt Sony immer noch am Netzteil (30 Euro), legt dem Lesegerät diesmal auch kein Ledercover (35 Euro) mehr bei. Statt dessen gibt es nun eine gepolsterte Neoprenhülle zum sicheren Transport des Sechs-Zollers. Zur Bedienung des Touchscreens ist ein (ausreichend langer) Eingabestift inklusive, der im eReader transportiert werden kann.
Technik
Wesentliche Neuerung ist zweifellos der nun berührungsempfindliche Bildschirm, dessen Aktualisierungszeit sich zudem gegenüber dem e-Ink Display im Sony Reader PRS-505 verkürzt hat. Im Verbund mit der stärkeren CPU ergibt sich daraus eine deutlich zügigere Arbeitsgeschwindigkeit.
Darüber hinaus wurde der interne Speicherplatz marginal auf 512 Mbyte (391 Mbyte frei für eBooks) vergrößert. Das Fassungsvermögen ist nach wie vor mittels SD- oder MemoryStickDuo-Karten erweiterbar.
Software
Mittels Sonys eBook Library lassen sich (auch DRM-”geschützte”) eBooks relativ komfortabel von PC/Mac auf das Lesegerät kopieren. Anders herum ist ein Export von Handschrift/Zeichnungen und Text-Memos vom Sony Reader PRS-600 in die eBook Library möglich. Markierte Textstellen und Notizen im Buch werden beim Aufruf des eBooks über die Library ebenfalls angezeigt, sind aber nicht gesondert referenziert. Hier wäre eine verknüpfte Anzeige von modifizierten Textstellen zum Beispiel im “Notizblock” (analog zum eReader-Menü) von Vorteil.
Usability
Die Navigation geht über den berührungsempfindlichen Bildschirm der Touch Edition deutlich fixer von der Hand als noch beim PRS-505, wo im Wesentlichen auf seitliche Nummerntasten gesetzt wurde. Allerdings hat Sony beim PRS-600 das Touch-Konzept nicht konsequent umgesetzt, die Bedienung erfolgt durchweg aus einer Kombination von Bildschirm und Tasten. So ist ein Aufruf des Kontextmenüs innerhalb eines Buches nur über die “Options”-Taste möglich, die Menüpunkte müssen dann wiederum über den Bildschirm angewählt werden.
Das e-Ink Display sorgt für eine spürbare (0,5-1 Sek.) Verzögerung von Touch-Eingaben, was vor allem bei der Eingabe von Notizen oder Zeichnungen nervig ist und in unnötigen Fehlern resultiert. Weiterhin führt beim Sony Reader PRS-600 auch für fingerfertige Anwender spätestens bei der Anwahl von Wörtern kein Weg am Stylus vorbei – in Sachen Päzision steht das Display klar im Schatten der LCD-Panels von iPhone & Co.
Umso unverständlicher, dass die virtuelle Tastatur (anders als etwa bei Apple-Devices) nicht im Querformat – und damit deutlich größer – angezeigt werden kann. Das Eingabeprogramm verfügt nur über einen englischen Wortschatz, ist aber immerhin lernfähig: Bei wiederholter Eingabe muss ein Wort nicht mehr komplett eingetippt, sondern kann via Klick/Druck bestätigt werden.
Lesen
Die bereits angesprochene Kontrastschwäche von Text und Grafiken gegenüber Lesegeräten ohne Touchscreen ist auf den ersten Blick erkennbar. Bilder wirken durch die zusätzliche Displayschicht zudem verwaschen und etwas zu hell.Trotzdem kann auf dem Sony Reader PRS-600 problemlos gelesen werden – solange das Umgebungslicht stimmt. Denn scheint eine starke Lichtquelle direkt auf das Display, ist durch die entstehende Reflektion kaum noch etwas von der Anzeige zu sehen.
Stößt man bei der Lektüre auf ein unbekanntes Wort, hilft die neu hinzu gekommene Wörterbuchfunktion mit einer Definition. Aktuell haben Nutzer hier allerdings nur die Wahl zwischen dem Oxford Dictionary in American English und in British English, ein deutsches Fremdwörterbuch oder gar eine Übersetzungsfunktion (wie beim Pocketbook 360°) gibt es – vorerst – nicht.
Fazit
Die Sony Reader Touch Edition hätte das Potenzial gehabt, den inzwischen doch schon recht betagten PRS-505 in seinen verdienten Ruhestand zu schicken und als Lesegerät Nr. 1 hierzulande abzulösen. Die Bedienung über den Touchscreen vereinfacht die Navigation ungemein, das Laden von und das Blättern in Büchern wurde deutlich beschleunigt. Die Notiz- und Memofunktionen wären auch für “reine” Leser nützliche Zusatzfeatures.
Aber die teilweise wirklich üblen Spiegelungen des Displays verhindern eine pauschale Empfehlung der Touch Edition als “Volksreader”. Mit diesem Manko wird Sony ausgerechnet die selbst ausgerufene Zielgruppe für den PRS-600 verärgern: Wer beruflich draußen unterwegs oder als Student in Vorlesungssaal oder Bibliothek ist, kann sich den Nutzungsort und die dort gegebenen Lichtverhältnisse kaum aussuchen. Kommt dann die Beleuchtung in einem ungünstigen Winkel, muss das Lesegerät gekippt oder entgegen der Lichtquelle gehalten werden – komfortables Arbeiten sieht anders aus.
In sofern hängt die Readerwahl für Lesefreunde vom persönlichen Nutzungsverhalten ab. Wer primär in den heimischen vier Wänden liest und/oder bei der Wahl des Leseorts flexibel ist, kann ab Mitte Oktober bedenkenlos zur Touch Edition greifen (bestellen bei BOL.de). Für wen die bestmögliche Darstellung von Schrift unabhängig von den äußeren Bedingungen entscheidend ist, ist dagegen mit dem Sony Reader PRS-505 besser bedient.
Den “Oldie” gibt es bei BOL.de für 199 Euro oder im (E-)Buchhandel sowie neuerdings auch in Elektronikmärkten. Über diese Vertriebspartner wird ab dem 19. Oktober – unmittelbar nach der Frankfurter Buchmesse – auch die Sony Reader PRS-600 Touch Edition zu haben sein.
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14. September 2009
10:32 Uhr
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Markus schreibt:
Wie ist der Sony PRS 300 pocket edition? Spiegelt der auch?
14. September 2009
17:03 Uhr
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Johannes schreibt:
Weniger “mangels” Touchscreen.
Ciao
Johannes
18. September 2009
07:40 Uhr
Permalink
Leser schreibt:
Schade, dass es keine Termin-Verwaltung gibt. Grade beim PRS-600 – wäre dann auch ein toller Terminkalender.
Vielleicht nächstes Jahr, wenn die Technik bei allen Anbietern gleich ist und man sich mit Features überschlägt.
P.S: Mails per WLAN wären auch klasse!
20. September 2009
15:48 Uhr
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Anubiz schreibt:
wie verhällt sich eigentlich der Akku bei so nem Touch?
zieht der nich?
21. September 2009
22:43 Uhr
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Olivera schreibt:
Ich finde die neuen Funktionen wie Notizen, Wörterbuch usw. toll, aber die Spiegelungen stelle ich mir sehr störend vor. Das sieht man in dem Video ja auch sehr gut.
7. Oktober 2009
12:16 Uhr
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Nina schreibt:
Kann man andere Arten von Software auf den Reader bringen, z.B. meinen Lieblings-PDF-Viewer? (PDFXchange Viewer, sehr empfehlenswert, btw).
Kann ich eigene Software für den Reader schreiben, i.e., gibt es irgendeine Form von Interface gegen die neue Programme geschrieben werden können? Ich stelle mir zB eine Leseverwaltung vor, möchte Texte miteinander vernetzen, Kommentare vergleichen, in Kommentare links auf andere Texte setzen, etc.
11. Oktober 2009
15:46 Uhr
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SISSI_FOS schreibt:
ich hab mir den PRS-600 aus amerika schicken lassen (wollt ihn gern in rot) und jetzt hab ich den salat: nach dem installieren der software fing die firmware automatisch an, sich zu aktualisieren und der ganze kram blieb backen. nichts läuft, nur der screen sagt: die aktualisieung…..konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden. versuchen sie es nochmal.
seit 3 tagen warte ich nun drauf, dass die batterie sich leert…. reset geht auch nicht….
hat jmd eine idee ?
26. November 2009
14:04 Uhr
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philipp schreibt:
Das ist der unnötigste Test von etwas den ich je gesehen habe!
Als käufer würde mich eher interresieren ob die durschnittliche Lesegeschwindigkeit auf den ereader langsamer als auf den Papier ist (200 wpm) aber offenbar bin ich der einzige
10. März 2010
13:03 Uhr
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tahas schreibt:
Ich habe den Sony Reader PRS-600 Touch seit 3 Wochen zu Hause getestet, benutze ihn aber nicht im klassischen Sinne für eBooks, sondern fast ausschliesslich zum Lesen von Artikeln aus Fachzeitschriften als PDF-Dateien (A4-Format). Am Anfang hatte ich Bedenken, ob sich das Gerät dafür eignen würde, deshalb war es mir wichtig, dass ich es ein paar Tage zu Hause testen konnte und es ggf. wieder zurück geben hätte können.
Nach drei Wochen Testphase kann ich nun sagen, dass sich das Gerät sehr gut zum Lesen von PDF-Dateien im A4-Format eignet, da man die Ausrichtung des Displays auch ins Querformat ändern kann. Im Hochformat wird die Schrift im Ganzen doch etwas zu klein, sodass man hier auf die Vergrößerung zurückgreifen muss um alles leicht lesen zu können. Im Querformat ist die Schrift in der kleinsten Schriftgrösse meist schon ausreichend gross, sodass man flüssig durchlesen kann. Auch Tabellen und Grafiken werden gut angezeigt. Die Darstellung von Bildern ist technischerweise nicht so brilliant, dafür eignet sich das iPad deutlich besser.
Fazit:
PRO:
super Verarbeitung, klasse Display, zum ermüdungsfreien Lesen von PDF-Dateien sehr gut geeignet
Contra:
Bilddarstellung, Menüführung, umständliches Handling
29. März 2010
19:18 Uhr
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dani schreibt:
wie viele seiten darf ein buch haben?
ich habe einen buch draufgepackt, was 2800 seiten hat und es braucht immer lange, bis er das buch öffnet..
ist das normal?
29. März 2010
19:34 Uhr
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Johannes schreibt:
@dani Ja. Eine Seitenbegrenzung gibt’s meines Wissens nicht, aber große Dateien (v.a. pdfs) brauchen eine Weile zum Laden, das sit ganz natürlich und bei vergleichbarer PC-Hardware nicht anders.
Ciao
Johannes
6. August 2010
14:25 Uhr
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johanna schreibt:
Wenn man das Gerät lädt sollte man beachten, dass es vorher ausgeschaltet war.
Ich hatte es vorher an, und da klappt das Laden nicht richtig, denn es öffnet sich gleich die Buchseite die die Batterie sofort wieder verbraucht.
Ausserdem habe ich festgestellt, dass der Akku nicht besonders lange hält.
LG
Johanna
21. September 2010
21:02 Uhr
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Yvonne schreibt:
Weiss jemand ob man mit dem Sony PRS-600 auch Notizen und Markierungen in PDF-Dateien machen kann? Vielen Dank für eine Antwort!
Lg Yvonne