Von Johannes
Sony Reader PRS-900 (“Daily Edition”) en détail
Als Sony vergangenen Monat die Sony Reader Daily Edition ankündigte, gab man sich im Bezug auf die “inneren Werte” des Geräts noch äußerst wortkarg. Das Lesegerät mit der ungewöhnlichen Bildschirmdiagonale von 7″ erregte aber auch ohne technische Details Aufsehen: Mit integriertem 3G-Modul nebst direkter Anbindung an über eine Million eBooks (darunter das gesamte kostenlose Google Books Angebot) möchte Sony unverkennbar Amazon’s Kindle Marktanteile streitig machen.
Nun hat Sony USA die Produktseite vom Sony Reader Daily Edition – Modellnummer PRS-900 – online gestellt, aus der eine ganze Reihe weiterer interessanter Infos zum Lesegerät hervor gehen. Das beginnt bei der Verfügbarkeit: Offenbar wollen die Japaner mit dem PRS-900 schon das kommende Weihnachtsgeschäft aufmischen.
Im Jahr 2008 waren Sony Reader ein äußerst beliebtes Weihnachtsgeschenk, verlautbarte Sony Europe Chef Fujio Nishida bei der Ifa-Pressekonferenz des Konzerns. Mit ihrem neuen Top End Modell wollen die Elektronikspezialisten diesen Verkaufserfolg nun wiederholen. Zur “holiday season” (Weihnachtszeit) sei die Sony Reader Daily Edition bereits zu haben, heißt es auf der Produktseite.
Hier ist auch die Rede von einem “integrierten Cover”. Das wäre ebenfalls eine Neuerung: Bei den bishigeren Sony-Lesegeräten war das Ledercover abnehm- und austauschbar, der Sony Reader PRS-600 wird sogar ganz ohne Cover ausgeliefert.
Analog zu Amazon wird der Zugriff auf den Sony eBook Store vom PRS-900 aus kostenlos sein, auch für Downloads fallen keine Transfergebühren an. Anders als bei txtr gilt das auch für gratis Literatur (zum Beispiel die Google Books). Der interne Speicherplatz beträgt nun 2 Gbyte, ist auch weiterhin über Speicherkarten erweiterbar.
Gespannt sein darf man auf den “Landscape Modes”, über den bei der Sony Reader Daily Edition zwei Seiten nebeneinander dargestellt werden können. Das ist bei dedizierten eReadern ein Novum, Sony verspricht Lesern “ein Erlebnis sehr ähnlich dem eines gedruckten Buches”. Anders als ASUS, die beim (übrigens wohl doch “nur” monochronem) Eee Reader auf zwei Bildschirme setzen, will Sony zwei Buchseiten auf 7″ unterbringen – hoffentlich nicht auf Kosten der Lesbarkeit.
Eine Beeinträchtigung ist hier auch beim Bildschirm zu befürchten. Über dem jetzt 16 (statt 8) Graustufen darstellenden E Ink Vizplex Display liegt wiederum ein Touch-Layer, der wie bei PRS-700 und PRS-600 für böse Spiegelungen sorgen könnte. Vielleicht haben sich Sonys Ingenieure inzwischen Rat bei iRex geholt, wo man schon seit Jahren Touchscreen-Reader mit nahezu matten Displays konstruiert.
Bekommen die Japaner das Glossy-Problem beim Sony Reader PRS-900 in den Griff, haben sie zum Weihnachtsgeschäft den ersten echten Konkurrenten vom Amazon Kindle 2 in ihren Reihen. Das jüngst erweiterte Content-Angebot kann es schon heute mit dem Kindle Store aufnehmen, der berührungsempfindliche Bildschirm ist ein echter Mehrwert. Im Gegenzug bringt der Kindle 2 allerdings eine mechanische Tastatur mit, ist 100 Dollar günstiger als die Daily Edition und hat gerade im Bereich Zeitungen und Magazine – Inhalte, die bei einem 7″ Bildschirm interessant werden – ein unschlagbares Angebot.
Wehmutstropfen aus deutscher Sicht: Beide Modelle sind vorerst “US-only”. In Deutschland wird man wohl Mitte Oktober erst einmal die Wahl zwischen Sony Reader PRS-600 (mit Touchscreen) und txtr Reader (mit 3G-Modul) haben, möglicherweise ist dann auch der iRiver Story schon erhältlich.
<via Mobileread>
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