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11. Mai 2010 - Von Johannes

Sony VAIO P: Netbook mit eReader-Qualitäten

eReader

sony-vaio-p-1Sonys neuester Gegenentwurf zum Apple iPad ist im Grunde genommen ein alter Bekannter: Das ultramobile Breitbild-Netbook Sony VAIO P debutierte schon Ende 2008. Die erste Generation vom nur 630 Gramm leichten Acht-Zoller konnte aber mit lahmer Hardware (Atom Z520 CPU, HDD), entsprechend trägem Windows Vista OS, kurzer Akkulaiufzeit und Premium-Preisschild kaum Käufer von sich überzeugen und landete bald auf dem Grabbeltisch (400 Euro statt 1000 Euro).

Mit der gestern vorgestellten Neuauflage vom VAIO P möchte Sony vieles besser machen: An Bord ist nun eine schnelle SSD mit 64 Gbyte Speicherplatz, ein (etwas) besserer Prozessor sowie das neue Windows 7 Betriebssystem. Die Akkulaufzeit wird mit bis zu fünf Stunden angegeben, mit einem optional erhältlichen Zusatzakku sollen sogar zehn Stunden Betriebszeit drin sein. Auch der Launchpreis wurde geringfügig auf 899 Euro reduziert; erhältlich ist das in schwarz, weiß, grün oder orange lackierte Netbook ab Anfang Juni.

sony-vaio-p-3Mindestens genauso wichtig wie die Updates bei den Specs ist die völlig neue konzipierte Bedienung. Sony sieht sein VAIO P offenbar inzwischen weniger als kleines Notebook sondern konzeptionell eher als “Tablet mit Tastatur”. Mit UMTS, GPS und digitalem Kompass will Sony dem “Großstadtnomaden” (Pressemittelung) einen schicken Alltagsbegleiter an die Hand geben, der höchst variabel genutzt werden kann.

Ein von Tablets und dedizierten Lesegeräten bekannter Bewegungssensor sorgt für eine autmatische Ausrichtung vom quer- ins Hochformat, was nicht zuletzt der Anzeige von eBooks zugute kommt. Interessant ist hier die Möglichkeit des Blätterns durch ein leichtes Kippen des Netbooks nach links (vor) oder rechts (zurück). Der integrierte Lichtsensor passt dabei die LED-Hintergrundbeleuchtung der aktuellen Umgebung an.

Die Kollegen von Engadget haben das neue VAIO P bereits einem ersten Praxistest unterziehen können. Erscheinungsbild, Verarbeitung, Keyboard und Performance (im Vergleich zur 1. Generation) konnten überzeugen, enttäuscht war man hingegen über die wiederum magere Akkulaufzeit (2:15h Videowiedergabe mit dem Standardakku; lesen wohl 3-4h) und einen vermissten Touch-Layer auf dem Bildschirm.

Das Sony VAIO P steht sicherlich eher in Konkurrenz zu iPad & Co. als zu dedizierten Lesegeräten (wie sie auch Sony anbietet): Mit haptischer Tastatur, vollwertigem Betriebssystem und starken Inneren werden möchte der japanische Hersteller eine Nutzergruppe anstellen, die auf der Suche nach mehr als einem hauptsächlich für den Contentkonsum ausgerichteten Multimedia-Tablet ist. Mit 900 Euro ist der ganze 1600x768px auflösende Acht-Zoller im Vergleich zum iPad nur auf den ersten Blick überteuert: Ein vergleichbar ausgestattetes Apple Tablet (64 Gbyte SSD, UMTS-Modul) schlägt hierzulande immerhin auch mit 814 Euro zu buche.

sony-vaio-p-2Für die gelegentliche Lektüre von eBooks ist das VAIO P dank Lagesensor, äußerst geringem Gewicht und innovativer Bedienführung wohl besser geeignet als jedes andere derzeit erhältliche Netbook oder Notebook. Magere 5 Stunden Akkulaufzeit und insbesondere das konventionelle LCD-Display sprechen dagegen für dedizierte eBook Reader, die zudem bereits für ein Sechstel des VAIO-Preises zu haben sind. Wer sich den Device allerdings (wie von Sony geplant) als mobilen Alleskönner anschafft und eBooks höchstens in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit schmökert, wird keinen Bedarf an einem extra Lesegerät haben.

<via mobicroco>

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Zugeordnete Tags: netbook • sony • sony vaio p

Der Artikel "Sony VAIO P: Netbook mit eReader-Qualitäten" wurde am 11. Mai 2010 (Dienstag) um 15:40 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

4 Kommentare

Was sagst du dazu?



  1. 11. Mai 2010
    18:52 Uhr

    Permalink

    Micro M schreibt:


    Wieso wird jedes dahergelaufene LCD-Device auch als eBook Reader bezeichnet? Ich finde, das haben nur Geräte verdient die als Buchersatz konzipiert wurden. Desweiteren verbinde ich das untrennbar mit e-Ink, wenn ich auch weiß, das andere Display-Types in den Startlöchern stehen. Oberstes Gebot ist so oder so bester Kontrast und Lesbarkeit im Sonnenlicht sowie geringster Stromverbrauch bei gleichzeitig geringsten Abmessungen und Gewicht. Und da passt das LCD einfach nicht hinein.

    Naja – so oder so wird das Wort eBook-Reader offensichtlich gerne für Werbungszwecke benutzt und kann dem eBook Hype nur nützlich sein !



  2. 11. Mai 2010
    19:04 Uhr

    Permalink

    Johannes schreibt:


    Geb’ dir prinzipiell recht (auch in Sachen iPad übrigens), will hier aber schon hin und wieder ‘n Blick über den Tellerrand werfen, und das VAIO P bringt halt wie geschrieben durchaus ein paar spezielle Qualitäten mit, trotz LCD-Display.

    Letztlich muss man sehen, wie sich die ganze Geschichte entwickelt. Wenn erstmal ein paar Hunderttausend Deutsche mit ‘nem iPad in der Tasche herum laufen, wird darauf dann halt auch das eine oder andere eBook gelesen, lässt sich gar nicht vermeiden…das iPad könnte so schnell das populärste hiesige Lesegerät werden (i.S.v. “am meisten genutzt zum lesen von eBooks), ohne ein “echter” eBook Reader zu sein. Dem kann bzw. will ich mich hier nicht verschließen.

    Ciao
    Johannes



  3. 12. Mai 2010
    07:25 Uhr

    Permalink

    Micro M schreibt:


    Das sollte auch keine Kritik an Dich sondern an die Hersteller sein. Andererseits ist dieses Gebaren dem eBook hype für die ‘echten Reader’ durchaus nützlich und deshalb sollen die ruhig so weiter machen.
    Desweiteren freue ich mich über jeden Artikel der auch nur ansatzweise in das Thema passt… weiter so !!!



  4. 13. Mai 2010
    10:56 Uhr

    Permalink

    Andre schreibt:


    Ich denke ja, erst wenn die ersten Geräte mit Pixel Qi Technik erscheinen, dann kann man Tablets wirklich als E-Reader bezeichnen/benutzen. (Zumindest aus Sicht der Usability.)

    Das Vaio ist zwar ein hübsches Spielzeug, aber Bücher auf dem Ding lesen? Gut, ich hatte es noch nicht in der Hand, aber vorstellen kann ich mir das nicht.




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