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Von Johannes

[Update] TrekStor plant 1-Euro-Reader

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trekstor-reader-1TrekStor – in der Vergangenheit hauptsächlich mit Festplatten, MP3-Payern, USB-Sticks und Mitte 2009 mit einem Insolvenzantrag in Erscheinung getretener hessischer Verkäufer fernöstlicher Hardware – arbeitet an seinem Einstieg ins eBook Reader Geschäft. Auf der CeBIT wurde dazu ein noch namenloser Sechs-Zoller mit berührungsempfindlichen Bildschirm vorgestellt, dessen Konstrukteure sich offenbar von der Sony Reader Touch Edition inspirieren ließen. Über Deals mit Verlagshäusern soll das Lesegerät schon ab einem symbolischen Euro zu haben sein.

Angedacht ist ein klassisches Abomodell, bei dem es den Reader in der Basisversion (Befüllung via USB-Kabel) kostenlos im Verbund mit einem langfristigen Vertrag über der Bezug periodischer Inhalte gibt – für höherwertige Ausführungen mit 3G oder WLAN-Modul fällt ein Aufpreis an. Unsubventiert geht der TrekStor-Reader ab Juni für 250-300 Euro über die Ladentheken.

trekstor-reader-2Gegenüber den berichtenden Kollegen von Chip Online sprach TrekStor-Geschäftsführer Daniel Szmigiel von monatlichen Bezugskosten zwischen 20 und 30 Euro, was einen rechnerischen Gesamtpreis von 440 Euro bis 720 Euro bedeuten würde; wie beim inzwischen alltäglichen “1-Euro-Handy” relativiert sich bei Nutzung eines Taschenrechners das günstige Preisschild also gewaltig. Auf der anderen Seite soll sich mit digitalen Abos aber auch Geld gegenüber der Print-Ausgabe sparen lassen, 20-30 Euro monatliche Bezugskosten für eine Tageszeitung liegen durchaus noch im vertretbaren Bereich: Wer ohnehin mit dem Kauf eines digitalen Lesegeräts und mit einem Zeitungsabo liebäugelt, findet bei TrekStor vielleicht das Angebot seiner Wahl.

Der TrekStor Reader, wie er nun angekündigt wurde, eignet sich dabei allerdings nur bedingt für die Lektüre von Periodika. Der Touchscreen zur einfachen nicht-linearen Navigation ist hier sicherlich eine gute Basis, der begrenzte Anzeigeraum macht sich hier wie auch beim Lesen selbst aber schon negativ bemerkbar. Nicht ohne Grund haben erklärte Zeitungslesegeräte (Kindle DX, Skiff Reader, mit Abstrichen auch Que proReader) deutlich größere Bildschirmdiagonalen. Sinnig wäre bei Kompaktmodellen eher ein Buchclub-Modell, bei welchem Nutzer monatlich eine entsprechende Summe in digitale Literatur aus dem Angebot von zum Beispiel Libreka investieren “müssen”.

skiff-readerDie Idee der Verquickung von Lesegeräten mit Lesekontrakten ist nicht sonderlich orginell und natürlich auch nicht neu: Vodafone wollte in diesen Tagen eigentlich ein ähnliches Modell an den Start bringen, in den USA ist Hearst (Skiff) praktisch schon in den Startlöchern. Amazon denkt sogar laut übers Verschenken seines Kindle 2 an besonders kauffreudige Kunden nach – durch die Geschlossenheit der Kindle-Plattform ein relativ gut kalkulierbares Geschäft.

Erwähnenswert bei TrekStor ist, dass sich das Unternehmen nach eigenen Angaben bereits “mit mehreren potentiellen Partnern in fortgeschrittenen Verhandlungen” befinde und zum Verkaufsstart im Juni möglicherweise tatsächlich bereits erste Bündelungen anbieten kann. Stimmen dann Aufbereitung der Inhalte und Qualität der Hardware (=u.a. keine Displayspiegelungen wie beim optischen Vorbild Sony Reader Touch Edition), muss man sich den Namen TrekStor im Zusammenhang mit digitalen Lesegeräten auf jeden Fall merken.

[Update 05.03.] Kollege Charbax (ARMdevices.net) hat den Trekstor-Stand mit seiner HD-Cam aufgesucht und den Reader näher in Augenschein genommen. Der Touchscreen ist kontrastreich und erstaunlich frei von Spiegelungen, das Navigationskonzept macht bereits einen ordentlichen Eindruck (wobei der iRex DR800SG hier noch etwas durchdachter wirkte) – die Reaktionsgeschwindigkeit könnte bis zum Rollout allerdings noch ein bisschen beschleunigt werden. Die vorinstallierte Demo der Stuttarter Zeitung ist zudem ein erster Fingerzeig auf die Vertriebspartner.


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Zugeordnete Tags: cebit10 • Trekstor

Der Artikel "[Update] TrekStor plant 1-Euro-Reader" wurde am 4. März 2010 (Donnerstag) um 18:38 Uhr von Johannes geschrieben. Johannes Haupt (Xing / Twitter) ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.

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