4. Juli 2009 (Samstag) - von Johannes
Vodafone Deutschland bringt eReader im Herbst
Nachdem Amazon seinen Kindle mangels Mobilfunkpartner wie berichtet erst einmal nicht in Deutschland einführen wird, wollen einzelne Provider den Markt nun offenbar selbst besetzen. Vodafone Deutschland will schon in diesem Herbst einen eigenen eReader in Deutschland einführen.
Das meldet die Wirtschaftswoche heute exklusiv unter Berufung auf Konzernkreise. Demnach werden aktuell bereits Prototypen des eBook Lesegeräts getestet.
Der eReader hat der WiWo zufolge ein “Din A4 großes Display”, was vermutlich 9,7″ Bildschirmdiagonale und damit ähnliche Maße wie der Amazon Kindle DX bedeutet. Damit wäre der Vodafone eReader ein ganzes Stück sperriger und schwerer als der Sony Reader oder auch der am ehesten vergleichbare txtr Reader, würde sich aber – wie der Amazon Kindle DX – auch zur Darstellung von großformatigen Zeitungen eignen.
Entsprechend denkt Vodafone momentan auch darüber nach, seinen eReader durch Zeitungs- und Zeitschriftenverlage vertreiben zu lassen – möglicherweise im Verbund mit Abos. Die Daten sollen wenig überraschend über das (Vodafone) Mobilfunknetz auf den eReader kommen.
Bei der Distribution ginge Vodafone hier einen bislang einzigartigen Weg. Amazon verkauft sein Endgerät exklusiv über die Website, auch Inhalte waren lange Zeit nur hier erhältlich. Allerdings öffnet sich der E-Buchhändler in diesem Bereich momentan dem Markt.
Vodafone Deutschland würde theoretisch über das Vertriebsnetz verfügen, seinen eReader hierzulande auch ohne Verlagspartner an den Kunden zu bringen. Über Kooperationen mit der Verlagsbranche kann der Mobilfunker sich aber darüber hinaus des “Contentproblems” entledigen und attraktive Bundles aus Hardware und Inhalten schnüren (lassen).
Das vermutlich im Vodafone Reader verbaute e-Ink Display mit 8/16 Graustufen wird sich dabei eher für die Nutzung von Tages- und Wochenzeitungen als für die Darstellung bunter Hochglanzmagazine eignen.
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Der Artikel "Vodafone Deutschland bringt eReader im Herbst" wurde am 4. Juli 2009 (Samstag) um 12:20 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.
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4. Juli 2009
13:59 Uhr
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Fabio schreibt:
Interessant! Ich bin da allerdings eher skeptisch. Service-Anbieter sollten nicht auch Hardware anbieten. Das schadet dem Wettbewerb wie wir ja jetzt schon am Beispiel mit Amazon und dem Kindle sehen. Es wird Zeit für ein offenes und (weitgehend) flächendeckendes WLAN-Netz IMHO.
5. Juli 2009
12:52 Uhr
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Olivera schreibt:
Ich finde die Nachricht auch sehr spannend. Ich wüsste zu gerne, ob dieser Reader ähnlich wie Handys subventioniert sein wird und mit welchen Verlagen kooperiert wird. Sollte der Reader subventioniert sein, könnte das Gerät für deutlich mehr Leser interessant sein als die aktuellen Geräte und würde den Preisdruck auf die bisherigen Reader-Hersteller erhöhen. Andererseits ist die Mobilfunkbranche nicht gerade wettbewerbsintensiv. Ich bin sehr gespannt auf die genauen Bedingungen.
@Fabio: Das mehr Anbieter dem Wettbewerb schaden ist mir neu. Je mehr Anbieter, desto besser und günstiger ist das Angebot für den Kunden, was ja auch die 9,99§-Initiative von Amazon zeigt. Ich denke, ohne Amazon hätte sich der eBook-Markt in den USA in den letzten 1 1/2 Jahren nicht so positiv entwickelt.
5. Juli 2009
16:49 Uhr
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Hans-Jörg schreibt:
Anbietervielfalt schadet nicht dem Wettbewerb, aber solche Verquickungen, wie sie Amazon vormacht. Wenn in ein paar Monaten/Jahren so ein Kindle kaputt geht, kauft man dann den besten eReader, den man für das Geld, das man bereit ist zu zahlen, bekommt? Und alle bisher gekauften Bücher sind Datenmüll?
30. Juli 2009
12:39 Uhr
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Linus schreibt:
Also ich halte von diesen ganzen Readern eigentlich überhaupt nichts und man muss mich auch erst noch davon überzeugen, dass diese ganze Art des Lesens wirklich Sinn macht, aber dass ausgerechnet Vodafone in diese Richtung entwickelt, wundert mich schon. Bei Amazon macht das ja noch Sinn, aber was hat denn ein Mobilfunkanbieter damit zu schaffen. Da können die demnächst ja auch direkt noch Laptops und Autos bauen, die nutzen ja auch teilweise deren Netze für bestimmte Funktionen…