DRM entfernen: Legal?? Illegal? Schweißegal??

      DRM entfernen: Legal?? Illegal? Schweißegal??

      So möchte hier mal die Diskussion zum rechtlichen Rahmen der DRM-Befreiung bei E-Books eröffnen.

      Um es klar zu sagen: Ich will hier nicht die Methoden erläutern.! Und es geht auch nicht darum wann und ob man die Ebook tauschen/leihen etc. darf (was auch ein nettes Thema wäre)

      Soweit ich es sehe, ist es nicht wirklich illegal DRM zu befreien. Es wird ja kein DRM geknackt, sondern quasi eine freie Kopie erstellt.

      Beispiel aus der Musik
      Mit Musik ist das schon lange legal möglich. So bietet das frei verkäufliche Programm "Audials One" bzw. "Audials Radiotracker" ja schon lange die Möglichkeit DRM-behaftete Videos oder Musik zu "befreien" also eine DRM-freie Kopie zu erstellen.

      Und die Software wirbt sogar damit das man das damit legal kann. Die Software ist überall erhältlich (Amazon, Kaufhaus etc.). Und bis jetzt ist noch niemand dagegen vorgegangen.

      Alleine daraus ziehe ich den Schluss dass es bei Ebooks auch legal ist. Vermutlich ist es schon durch das Recht auf Privatkopie erlaubt.

      Was meint ihr?? Habt eine andere Meinung? Andere rechtliche Quellen?
      Plugins (Alf) für Calibre nötig?? (siehe mein Profil ) "DRM ist böse" Youtube

      halsbandschnaepper schrieb:

      [...]Alleine daraus ziehe ich den Schluss dass es bei Ebooks auch legal ist. Vermutlich ist es schon durch das Recht auf Privatkopie erlaubt.[...]


      Laut §95a UrhG (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte), siehe UrhG, ist es ohne einwilligung des Rechteinhabers nicht erlaubt, "wirksame technische Maßnahmen zum Schutz [...]" zu umgehen.

      Die Programme, die Musik (angeblich?) legal kopieren nutzen ja einen Trick. Sie spielen das Musikstück (legal!) ab und nehmen es anschließend wieder (legal?) ohne DRM auf.

      Bei den gängigen Verfahren zur Entfernung von DRM aus Büchern wird ja das Buch nicht wie bei der Musik vorgelesen und wieder abgetippt sondern das DRM direkt entfernt. Meiner (Laien-)Meinung nach ist es deshalb bei Büchern illegal.

      Der Konflikt zwischen dem Recht auf Privatkopie einerseits und Kopierschutzmaßnahmen auf der anderen Seite macht das Ganze natürlich wiederum interessant, da geklärt werden muß, welches Recht höher einzuschätzen ist.

      Gruß
      APe
      Ich für meinen Teil (als mehr oder weniger juristischer Laie, wie ich betonen muss) habe folgende Meinung: Ich erwerbe, wenn ich für ein ebook bezahle, eine Nutzungslizenz. Momentan gilt für DRM glaube ich, dass man ein solches Buch auf 6 verschiedenen Geräten ganz legal lesen darf, dann ist Schicht im Schacht.

      Wenn ich als Besitzer eines Oyo, der epub verarbeitet, und eines Kindle, der mobi schluckt, DRM entferne, um die von mir legal erworbene epub-Leselizenz auf meinem Kindle (oder mobi-Lizenz auf dem Oyo) überhaupt nutzen zu können, dann bewege ich mich in jedem Falle noch im legalen Rahmen, da ich persönlich gerade mal 2 (von den mir von vornherein eingeräumten 6) Lizenzen nutze. Es wäre völlig widersinnig, wenn ich, bei 6 Lizenzen, die mir ohnehin zustehen, einmal die epub- und einmal die mobi-Variante des gleichen Buches kaufen sollte, nur weil ich davon ausgehen müsste, es sei mir als Privatperson nicht erlaubt, einen Kopierschutz zu umgehen.

      Illegal würde dieses Vorgehen erst dann, wenn ich besagte Leselizenz im großen Rahmen - beispielsweise übers Internet - weitergäbe, denn dieses Recht habe ich nicht. Wenn man für den absoluten Privatgebrauch eine DRM-befreite Kopie einer legal erworbenen Leselizenz anfertigt, wird aber absolut niemand geschädigt, wo sollte also die Strafbarkeit einer solchen Tat liegen?

      Außerdem kann man hier wohl ruhigen Gewissens den Grundsatz anwenden: "Wo kein Kläger, da kein Richter". Diese hätten außerdem eine Menge zu tun, in jeden Haushalt eines E-Reader-Nutzers zu gucken, ob dort DRM entfernt wird oder nicht.

      Ich warte ja aber ehrlich gesagt mal darauf, dass sich hier ausgebildete Juristen zu diesem Thema zu Wort melden, ich habe aber den leisen Verdacht, die wissen selbst nicht so ganz, was in diesem Fall Sache ist. ;)
      Cada loco con su tema.
      *And again we have a grandios Saison gespielt!* :D

      a.peter schrieb:

      Laut §95a UrhG (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte), siehe UrhG, ist es ohne einwilligung des Rechteinhabers nicht erlaubt, "wirksame technische Maßnahmen zum Schutz [...]" zu umgehen.


      Das ist ein weiterer interessanter Punkt. Ist eine Kopierschutzmaßmahme die sich von jedem in Sekunden (+ 2 Minuten für die Installation der Plugins) aushebeln lässt (okay nur wenn man die Lizenz hat) wirklich als Wirksam anzusehen???
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      Juristen haben eine seltsame Vorstellung von "Wirksamkeit". Selbst der CSS-Schutz von DVDs wird dort noch als "wirksam" anerkannt.

      Mit vernünftigen Menschenverstand ist der ganze Passus Blödsinn. Denn wenn eine Maßnahme "wirksam" ist, dann kann man sie nicht umgehen...
      Ciao

      MiK

      jadedo schrieb:

      dann bewege ich mich in jedem Falle noch im legalen Rahmen, da ich persönlich gerade mal 2 (von den mir von vornherein eingeräumten 6) Lizenzen nutze.

      Dazu müsstest Du Dir mal genau die Lizenzbestimmungen ansehen: Hast Du eine Leselizenz für das ebook erworben? Oder hast Du eine Leselizenz für die epub-Datei? Ich will dem Dämlichen Rechte-Management nicht das Wort reden, aber da die Rechtslage hierzu insgesamt völlig unübersichtlich ist, könnte ich mir vorstellen, dass das Recht direkt an die Datei und damit auch ans Dateiformat gebunden ist. Somit wäre es Dir nicht erlaubt, Provatkopien in mobi zu erstellen. Aber natürlich: "wo kein Kläger, da kein Richter". Und solange es kein umfassendes Grundsatzurteil mit ausführlichen Erläuterungen an einem allgemeinen Musterfall gibt, können wir spekulieren und grübeln und diskutieren ... bis sich das Thema vermutlich von selbst gelöst hat. Nämlich, wenn in x Jahren DRM genauso Geschichte ist wie bei der Musik.
      Jeder soll nach seiner Façon selig werden lesen. (frei nach Fritz II)
      Ruhe Alfen ist die erste Bürgerpflicht. (frei nach Graf v. d. Schulenburg, 1806)
      Anstatt zahlende Kunden die nächsten Jahre hinweg juristisch im Unklaren zu lassen und vielleicht noch irgendwelche abstrusen Musterprozesse anzustreben, sollten sich die Verlage lieber darauf verständigen, einfach gar kein hartes DRM mehr einzusetzen.

      Bis dahin würde ich jedem empfehlen: Machen, aber nicht darüber reden. Wo kein Kläger, da keine Klage.
      Thomas Knip - Autor & Illustrator - Autorenblog

      Seite 99 - Lies die 99. Seite als Leseprobe
      Hi,

      a.peter schrieb:

      Laut §95a UrhG (Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte), siehe UrhG, ist es ohne einwilligung des Rechteinhabers nicht erlaubt, "wirksame technische Maßnahmen zum Schutz [...]" zu umgehen.

      Wenn man sich diesen Paragraphen anschaut, dann liest man auch folgenden Satz (Hervorhebungen von mir):


      (1) Wirksame technische Maßnahmen zum Schutz eines nach diesem Gesetz geschützten Werkes oder eines anderen nach diesem Gesetz geschützten Schutzgegenstandes dürfen ohne Zustimmung des Rechtsinhabers nicht umgangen werden, soweit dem Handelnden bekannt ist oder den Umständen nach bekannt sein muss, dass die Umgehung erfolgt, um den Zugang zu einem solchen Werk oder Schutzgegenstand oder deren Nutzung zu ermöglichen.

      Dazu müsste doch in jedem Shop und bei jedem Buch explizit dabei stehen, dass das Buch mit DRM geschützt ist. Das ist ja schon mal nicht der Fall. Und allein die Tatsache, dass man ADE benötigt um das Buch zu lesen, reicht für mich noch nicht um das kenntlich zu machen.
      Wenn man jetzt die entsprechenden Tools auf dem Rechner hat und ein Buch in Calibre importiert, merkt man in der Regel gar nicht, ob das Tool jetzt seine Arbeit verrichtet hat, oder nicht. Also weiß ich gar nicht bei jedem Buch ob ich jetzt den Kopierschutz umgangen habe oder nicht.
      Also kann ich gar nicht wissen ob die Zustimmung erforderlich wäre. Und wenn ich nicht weiß, dass ich einen Kopierschutz entferne, darf ich das lt. Gesetz tun. So lese ich diesen Absatz.


      Mir persönlich war es egal. Ich habe meine Bücher bei Thalia und Co. gekauft und sie auf meinem Kindle gelesen. Eine Weitergabe an Dritte kam und kommt für mich nicht infrage. Jetzt kaufe ich meine Bücher bei amazon und brauche mich um das DRM nicht kümmern. Wenn es vorhanden ist, dann stört es mich nicht. Jedenfalls nicht, solange ich sie auf einem Kindle lese. Und das wird, so wie es aussieht, auch die nächsten Jahre noch der Fall sein. Sollte mich irgendwann einmal ein anderer Reader in Versuchung bringen, dann erst kümmere ich mich wieder um das DRM bei meinen alten Büchern. Die neuen werden bis dahin hoffentlich ohne DRM erhältlich sein.


      Bratzzo
      "Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende." Oscar Wilde
      Diese Signatur wurde bereits 59 mal bearbeitet, zuletzt von »Bratzzo« (Heute, 00:23:59)
      Also, bei der Musik etc. ist das tatsächlich ein anderer Hintergrund. Der Kopierschutz wird da ja nicht entfernt! Das Abspielen und Wiederaufnehmen ohne Kopierschutz ist tatsächlich legal und die div Softwareanbieter sind da auch absolut im grünen Bereich.
      Bei eBooks wird er aber entfernt und ist damit was ganz anderes.

      Teetrinker schrieb:

      Also, bei der Musik etc. ist das tatsächlich ein anderer Hintergrund. Der Kopierschutz wird da ja nicht entfernt! Das Abspielen und Wiederaufnehmen ohne Kopierschutz ist tatsächlich legal und die div Softwareanbieter sind da auch absolut im grünen Bereich.
      Bei eBooks wird er aber entfernt und ist damit was ganz anderes.


      Bei Ebooks wird auch kein Kopierschutz entfernt, dass ist tatsächlich weder möglich, noch nötig. Es wird einfach eine kopierschutzfreie Kopie erstellt, und das auch nur wenn man den Key dazu hat, also eine Lizenz und das Buch auchso (kopiergeschützt) lesen kann..
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      K-Thom schrieb:

      Anstatt zahlende Kunden die nächsten Jahre hinweg juristisch im Unklaren zu lassen und vielleicht noch irgendwelche abstrusen Musterprozesse anzustreben, sollten sich die Verlage lieber darauf verständigen, einfach gar kein hartes DRM mehr einzusetzen.

      Bis dahin würde ich jedem empfehlen: Machen, aber nicht darüber reden. Wo kein Kläger, da keine Klage.


      Musterprozesse fände ich toll, dann würde die Rechtlage mal geklärt. Glaube aber nicht daran, die haben eher Angst dann zu verlieren und jeder hört, dass es legal ist. Es könnte höchsten Klagen wegen der illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke geben, und da das Umgehen des DRM eine Rolle spielen wird glaube ich nicht....
      Plugins (Alf) für Calibre nötig?? (siehe mein Profil ) "DRM ist böse" Youtube

      Bratzzo schrieb:


      Dazu müsste doch in jedem Shop und bei jedem Buch explizit dabei stehen, dass das Buch mit DRM geschützt ist. Das ist ja schon mal nicht der Fall. Und allein die Tatsache, dass man ADE benötigt um das Buch zu lesen, reicht für mich noch nicht um das kenntlich zu machen.
      Wenn man jetzt die entsprechenden Tools auf dem Rechner hat und ein Buch in Calibre importiert, merkt man in der Regel gar nicht, ob das Tool jetzt seine Arbeit verrichtet hat, oder nicht. Also weiß ich gar nicht bei jedem Buch ob ich jetzt den Kopierschutz umgangen habe oder nicht.
      Also kann ich gar nicht wissen ob die Zustimmung erforderlich wäre. Und wenn ich nicht weiß, dass ich einen Kopierschutz entferne, darf ich das lt. Gesetz tun. So lese ich diesen Absatz.

      Hm..., aber woher weisst Du dann bitte, dass Du die entsprechenden Plug-Ins nachinstallieren musstest. Diese werden ja nicht mit Calibre ausgeliefert. In der Beschreibung der Plug-Ins steht dann wiederum drin, dass Du damit einen Kopierschutz entfernen kannst.

      Die Argumentation "bei jedem Buch explizit dabei stehen" ist für mich nicht nachvollziehbar. Es steht ja auch nicht an jeder Ampel, dass Du bei rot stehenbleiben musst. Beim Kontakt mit eBook-Readern und eBooks wird einem oft genug klar gemacht, dass Adobe DRM und entsprechende Varianten einen Kopierschutz darstellen, die Buchhändler weisen bei der Anmeldung darauf hin und die eReader-Anleitung sagt dies auch nochmal. Da wird es dann schwierig, einem Juristen klarzumachen, "dass man nix davon gewusst hat". Außerdem gilt in Deutschland immer noch der juristische Grundsatz: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht".

      Ansonsten schließe ich mich allen an, die hoffen, dass sich DRM bei Büchern bald überlebt haben wird. Bei der Musik konnten wir das ja schon erleben. Dort gibt es jetzt halt keinen Kopierschutz mehr, sondern nur noch digitale Wasserzeichen, die ein Musikstück nachverfolgbar machen.

      jadedo schrieb:

      Wenn ich als Besitzer eines Oyo, der epub verarbeitet, und eines Kindle, der mobi schluckt, DRM entferne, um die von mir legal erworbene epub-Leselizenz auf meinem Kindle (oder mobi-Lizenz auf dem Oyo) überhaupt nutzen zu können, dann bewege ich mich in jedem Falle noch im legalen Rahmen, da ich persönlich gerade mal 2 (von den mir von vornherein eingeräumten 6) Lizenzen nutze. Es wäre völlig widersinnig, wenn ich, bei 6 Lizenzen, die mir ohnehin zustehen, einmal die epub- und einmal die mobi-Variante des gleichen Buches kaufen sollte, nur weil ich davon ausgehen müsste, es sei mir als Privatperson nicht erlaubt, einen Kopierschutz zu umgehen.

      Der Rechteinhaber wird argumentieren, dass die Lizenz durch das DRM eben nur auf ebup-fähige Lesegeräte beschränkt ist. Wenn Dir das nicht passt, bist Du ja nicht gezwungen, die Lizenz zu erwerben. Laut UrhG bist Du aber nicht berechtigt, diesen Kopierschutz zu umgehen.

      Diese Argumentation finde ich auch nicht schön, so ist es aber juristisch korrekt. Und wir können nur durch Diskussionen und Argumentationen versuchen dafür zu sorgen, dass dieser DRM-Unsinn endlich aufhört.

      K-Thom schrieb:

      Bis dahin würde ich jedem empfehlen: Machen, aber nicht darüber reden. Wo kein Kläger, da keine Klage.


      :thumbup:
      Genau. Wie schon geschrieben wurde, wird sich die ganze Sache in X Jahren wahrscheinlich in Wohlgefallen aufgelöst haben und bis dahin mag jeder nach eigenem Gusto seine rechtmäßig erworbenen Bücher von der Plage DRM befreien, oder auch nicht.

      Ob nun DRM eine "technisch wirksame Schutzmaßnahme" darstellt oder nicht, hängt wohl von der näheren Definition einer "technisch wirksamen Schutzmaßnahme" ab. Ich würde den Text erst einmal so auslegen, dass eine DRM-Entfernung (bzw. Konvertierung in eine DRM-freie Kopie) so gesehen nicht statthaft ist. Aber was ist der erwähnte "normale Betrieb"? Für mich ist es normal, ein Bibliotheksprogramm zu betreiben, welches allergisch gegen DRM zu sein scheint. ;)
      Es bleibt also nebulös ...
      Gruß aus Friesland,
      Tom.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Basstom“ ()

      a.peter schrieb:

      Wenn Dir das nicht passt, bist Du ja nicht gezwungen, die Lizenz zu erwerben. Laut UrhG bist Du aber nicht berechtigt, diesen Kopierschutz zu umgehen.
      Naja, ich erwerbe zumindest überhaupt eine Lizenz rechtmäßig und werde das weiter tun. Ich glaube wie gesagt nicht, dass es im Sinne des Gesetzgebers ist, zigtausende Readernutzer (mögen es bald Millionen werden) zu kriminalisieren, sonst würden die Begriffe Privatkopie und technisch wirksamer Schutz gar nicht erst im UrhG auftauchen, denn klarere Formulierungen für die bestehenden Sachverhalte gibt es beileibe.

      a.peter schrieb:

      Diese Argumentation finde ich auch nicht schön, so ist es aber juristisch korrekt.


      Also darf ich davon ausgehen, dass du Jurist bist?
      Cada loco con su tema.
      *And again we have a grandios Saison gespielt!* :D
      Hi,

      a.peter schrieb:

      Hm..., aber woher weisst Du dann bitte, dass Du die entsprechenden Plug-Ins nachinstallieren musstest. Diese werden ja nicht mit Calibre ausgeliefert. In der Beschreibung der Plug-Ins steht dann wiederum drin, dass Du damit einen Kopierschutz entfernen kannst.

      Weil ich ein Buch in einem Laden gekauft habe, der darauf hingewiesen hat, dass das Buch gesichert ist. Und diesen Schutz habe ich umgangen. OK, da habe ich bewusst gegen das Gesetz gehandelt. Aber auch nur speziell bei diesem einen Buch.
      Wenn ich aber meine weiteren Einkäufe auf Läden beschränke, die entweder auf DRM verzichten oder aber gar nicht bei jedem Buch angeben, ob es geschützt ist oder nicht, kann ich gar nicht genau wissen ob ich jetzt einen Kopierschutz entfernt habe oder nicht.
      Oder was ist mit den Läden, die selbst die Bücher mit einem Kopierschutz versehen, die vom Verlag her gar nicht mit Kopierschutz ausgeliefert werden? Da kauft man in Shop "A" 5 Bücher des Verlages "B" ohne DRM, man weiß, der Verlag verzichtet auf Kopierschutz und man ist glücklich. Dann kauft man, in dem Glauben, dass der Verlag "B" auf Kopierschutz verzichtet, in Shop "C" ein Buch des Verlages "B". Dass der Shop "C" aber jedes Buch mit DRM verseucht, egal ob vom Verlag gewollt oder nicht, das weiß man aber nicht...

      a.peter schrieb:

      Die Argumentation "bei jedem Buch explizit dabei stehen" ist für mich nicht nachvollziehbar. Es steht ja auch nicht an jeder Ampel, dass Du bei rot stehenbleiben musst. Beim Kontakt mit eBook-Readern und eBooks wird einem oft genug klar gemacht, dass Adobe DRM und entsprechende Varianten einen Kopierschutz darstellen, die Buchhändler weisen bei der Anmeldung darauf hin und die eReader-Anleitung sagt dies auch nochmal. Da wird es dann schwierig, einem Juristen klarzumachen, "dass man nix davon gewusst hat".

      Auf CDs und DVDs findet man den Hinweis auf Kopierschutz. Warum sollte man das nicht auch bei eBooks finden?
      Und wenn schon im Gesetzestext steht: "soweit dem Handelnden bekannt ist oder den Umständen nach bekannt sein muss", dann schützt in dem Fall meiner (juristischen Laien-) Meinung nach schon die Unwissenheit vor Strafe. Denn bei diesem Durcheinander mit DRM kann ich gar nicht gesichert davon ausgehen ob ein Buch jetzt DRM geschützt ist oder nicht. Und unter welchen Umständen ich davon ausgehen muss ob ein Buch jetzt DRM enthält oder nicht, ist auch nicht sicher.

      Wenn ich monatelang mit einem Oyo online meine Bücher kaufe ohne auch nur den PC zu nutzen, bekomme ich gar nicht mit welches Buch geschützt ist und welches nicht. Genau so verhält es sich mit amazon und dem Kindle. Dort gibt es auch geschützte und ungeschützte Bücher. Beim Kauf merke ich von DRM gar nichts. Auch nicht beim Lesen. Und wenn ich diese Bücher jetzt vom Reader aus auf den Rechner importiere, weiß ich nicht, bei welchem Buch das Tool gearbetet hat und bei welchem nicht.

      Dass ich einmal den Kopierschutz entfernt habe, da widerspreche ich nicht. Sonst hätte ich das Tool ja nicht. Da gebe ich zu, bewusst gegen das Gesetz gehandelt zu haben. Aber bei den restlichen Büchern...?



      Bratzzo
      "Am Ende wird alles gut! Wenn es nicht gut wird, ist es noch nicht das Ende." Oscar Wilde
      Diese Signatur wurde bereits 59 mal bearbeitet, zuletzt von »Bratzzo« (Heute, 00:23:59)

      a.peter schrieb:

      jadedo schrieb:

      Also darf ich davon ausgehen, dass du Jurist bist?


      Ich bin kein Jurist. Ich spekuliere auch nur.


      Und ich spekuläre mal, dass das Recht auf Privatkopie höher wiegt. Wenn das mit DRM so endeutig wäre, wären die ja schon lange gegen z.B. Audials vorgegangen.

      Hier ist ein Jurist(!!) der sagt es sei legal:
      netzwelt.de/news/72511-frei-au…rnen-legal-kostenlos.html
      Plugins (Alf) für Calibre nötig?? (siehe mein Profil ) "DRM ist böse" Youtube