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Rainer Zenz

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Dienstag, 1. Januar 2013, 17:07

Genre-Vorlieben

Nachdem ich hier ein Jahr dabei bin und auch fast täglich Johannes' Tipps anschaue, fällt mir etwas sehr deutlich auf.

Zu den beliebtesten Genres gehören offenbar (in alphabetischer Reihenfolge):
  • Fantasy
  • Historische Romane
  • Krimis
  • Liebesromane
  • Science-Fiction
  • Thriller
Gerne auch als Mischformen und gerne als Serien.

Das sind alles ehrwürdige Genres, doch mit einer mehr oder weniger eskapistischen Tendenz. Auch dagegen ist nichts zu sagen. Mich wundert nur diese starke Vorliebe für Bücher, die mit dem "wahren Leben" oft wenig zu tun haben.

Woher kommt das und was sagt das aus?

Susanne Weigand

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Dienstag, 1. Januar 2013, 17:20

Rainer, das sind die Genres, die am stärksten gratis angeboten werden. Dass das Angebot angenommen wird, zeigt der Erfolg von Johannes' und jetzt auch meiner Seite. Andere Genres werden seltener angeboten, dass sie deshalb die Leute nicht anziehen, glaube ich nicht. Die wenigen biografischen Bücher, die ich vorgestellt habe, haben auch immer funktioniert, ebenso die Sach- und Fachbücher und Reiseberichte. Nur insgesamt ist das ein viel kleinerer Teil aus diesem ganz besonderen Angebot, nämlich der Gratisbücher bei Amazon.

Susanne
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MartinaSchein

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Dienstag, 1. Januar 2013, 17:36

@Reiner Zens, das liegt evtl. auch daran, dass wir das >wahre Leben< jeden Tag selbst erleben und daher etwas zum Ausgleich dazu lesen möchten. Zumindest mir geht es so.

Viele Grüße
Martina

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sgerdom

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Dienstag, 1. Januar 2013, 17:59

AutorInnen in der Ausbildung steigen gerne mit Fantasy, Liebe (historisch bis Ärottik) oder Thriller ein. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Alles drei sind eigentlich kompliziert zu schreibende Genres, wenn man es gut machen will. Aber nu. Es ist halt so.

Susanne Weigand

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:10

AutorInnen in der Ausbildung steigen gerne mit Fantasy, Liebe (historisch bis Ärottik) oder Thriller ein. Warum auch immer, ich weiß es nicht. Alles drei sind eigentlich kompliziert zu schreibende Genres, wenn man es gut machen will. Aber nu. Es ist halt so.


Ja, aber der Erfolg dieser Genres beruht doch nicht auf den Anfängern, sondern auf den erfolgreichen Autoren in den Genres. Oder habe ich jetzt was falsch verstanden?

Susanne
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Nuecki

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:20

Jep, aber Rainer hat ja direkt die Tipps von Johannes angesprochen.

Und durch den Erfolg der "Großen" werden dann wohl auch die Einsteiger angelockt und schreiben dann ihre eigenen Werke.
Fantasy bietet sich dann als, vermeintlich, einfach an: "Innere Logik? Konsistenz? Nachvollziehbare Handlung? Brauch ich nicht! It´s magic!"

Ist natürlich nicht zu verallgemeinern, aber genau der Grund warum ich bei den freien Autoren nur noch denen eine Chance gebe die irgendwie (hier im Forum) positiv auffallen, sei es durch gelungene Werbung, aktive Beteiligung hier, usw.
Da gebe ich dann auch mal Geld für aus (spontan fallen mir aber nur 4-5 Fälle ein bei denen das so war, drei davon liegen noch auf dem SUB).
Und da spielt ganz viel Bauchgefühl mit.
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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:30

Das sind alles ehrwürdige Genres, doch mit einer mehr oder weniger eskapistischen Tendenz. Auch dagegen ist nichts zu sagen. Mich wundert nur diese starke Vorliebe für Bücher, die mit dem "wahren Leben" oft wenig zu tun haben.
Das lädt zu Spekulationen und pointierten Äusserungen ein.
Ich fange mal an: was ist bei Fantasy altehrwürdig? Für mich ist das schlicht und ergeifend Schrott(obwohl Tolkien schon mal Nobel Preis shortgelistet war).

Auf Ebooks bezogen sehe ich einfach ein Abbild davon, was kostenlos mitgenommen wird.
Aber auch wenn man die Empfehlungen oder "was liest du gerade" ansieht, überwiegen Krimis, "historische" Romane, Fantasy.
Leser von Literatur, wie sie in den Feuilletons von FAZ, NZZ, oder new york times book review besprochen werden(Bücher mit Niveau), sind im Forum Randfiguren oder sie tarnen sich verdammt gut.
Da gibt es andere Kommunikationskanäle.
Aber ist das realer?
Was den Eskapismus anbelangt, verstehe ich nicht ganz, was du meinst. Sachbücher sind nicht das Metier von Ebooks. Und ein Buch über Physik gelangt selten auf eine Bestsellerliste.
In der Onleihe scheinen PDF-Sachbücher(z.B. Reiseführer) viel häufiger zur Verfügung zu stehen.
Im übrigen hat Literatur immer einen eskapistischen Charakter, genau wie Musik oder Malerei oder Reisen und vieles andere.
Du bebibst dich in eine andere Welt.
Okay, Fontane erscheint mir realistischer als Rowling.

Woher kommt das und was sagt das aus?



Um da nicht kompletten Nonsens abzulassen, müsste man deine Ausgangsfrage etwas präzisieren.

Allein der Begriff "wahres Leben" scheint mir ein geistiges Minenfeld zu sein.

Hatten wir nicht mal einen Gedankenaustausch diesbezüglich, was Liebesromane anbelangt - ausgehend von Lesebär, wenn ich mich richtig erinnere.
Ein weites Feld, sozusagen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Mrs. Dalloway« (1. Januar 2013, 18:35)


rasc

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:31

Über das wahre Leben muss man wohl ernsthafter schreiben, im Sinne von mehr durchdacht, realistischer, besser recherchiert, muss sich vielleicht auch mehr mit der eigenen Persönlichkeit befassen, mit den eigenen Gefühlen und Befindlichkeiten. Da besteht schneller die "Gefahr", mehr von sich selbst preiszugeben. Bei fiktionalen Stoffen ist es möglicherweise einfacher, den Gedanken freien Lauf zu lassen, ohne die eigene Seele zu entblößen?
Jeder soll nach seiner Façon selig werden lesen. (frei nach Fritz II)
Ruhe Alfen ist die erste Bürgerpflicht. (frei nach Graf v. d. Schulenburg, 1806)

Susanne Weigand

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:35

Rainer ging es doch gar nicht um die Frage, ob man Indies lesen soll. Sondern er hat versucht, aus Johannes' Blog Lesevorlieben zu abstrahieren. Und da bin ich nach wie vor der Meinung, dass das zu kurz greift, weil der Blog ein (selektiertes) Abbild des Gratismarktes von Amazon ist, nicht aber des eBook-Marktes. Oder gar des Buchmarktes.

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:37

Bei mir ist die Reihenfolge etwas anders:


Krimis
Science-Fiction
Liebesromane
Historische Romane
Fantasy
Thriller

Wobei ich auch sehr gerne Bücher lese die ihn kein solchen Genre passen sondern einfach nur eine gute Geschichte gut erzählen. Gute Literatur eben. Viele Klassiker kann man in kein solches Genre stecken. Was ist denn "Schuld und Sühne" von Dostojewski für ein Genre? Ein Mord kommt vor und doch ist es kein Krimi... Zur Zeit lese ich ich "Last Train From Liguria" von Last Train From Liguria. Das ist wenn man so will ein historischer Roman da er in der Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs handelt, aber auch eine Liebesgeschichte kommt drin vor. Aber im Prinzip wird einfach eine gute Geschichte gut erzählt. Das Buch gabs mal als "Daily Deal".

Krimis lese ich recht gerne. Letztlich kommt es mir aber mehr darauf an ob eine gute Geschichte gut erzählt wird und nicht auf das Genre. Bei historischen Büchern muss das Buch schon einen sehr guten Ruf haben, dass ich es lese, da gibts es einfach viel zu viel Mist. Auch scheint zur Zeit jeder zu glauben er kann Fantasy schreiben.... Naja..

Und zum "wahren Leben" kein Buch und kein Roman erzählt einfach die Realität oder "das wahren Leben" auch nicht annähernd, selbst eine Biographie tut das nicht. Wäre auch total langweilig.... Eine Biografie kommt der "Realität" wohl am nächsten, aber auch sie erzählt nur Ausschnitte aus Erinnerungen. Das wahre Leben ist einfach viel zu langweilig...
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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:44

Über das wahre Leben muss man wohl ernsthafter schreiben, im Sinne von mehr durchdacht, realistischer, besser recherchiert, muss sich vielleicht auch mehr mit der eigenen Persönlichkeit befassen, mit den eigenen Gefühlen und Befindlichkeiten.


Jein.
Wie ich oben schon andeute, dass ergibt dann zwar Fantasy-Romane, nur richtig gut sind die nicht.
Wenn man mal ein paar Romane von Pratchett genauer anschaut, die Personen und Handlungen sind oft menschlicher/realistischer als vieles was einem so in "realistischer" Literatur unterkommt.
Nur das es sich bei den von der Modernen Welt abkapselnden Fundamentalisten, die auch die eigenen liberalen Kräfte (und Frauen) unterdrücken dann halt um Zwerge handelt (ein anderes Beispiel ist Suchtproblematik, Pratchett schafft es da in wenigen Sätzen das Dilemma vieler Suchtkranker auf den Punkt zu bringen).
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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:53

Sondern er hat versucht, aus Johannes' Blog Lesevorlieben zu abstrahieren. Und da bin ich nach wie vor der Meinung, dass das zu kurz greift, weil der Blog ein (selektiertes) Abbild des Gratismarktes von Amazon ist, nicht aber des eBook-Marktes. Oder gar des Buchmarktes.

Susanne
Lesevorlieben von wem? Ich denke doch, dass damit die Forennutzer gemeint sind.
Alles andere gibt ja gar keinen Sinn.

Wer war es nochmal, der gemeint hat, dass sich die meisten Diskussionen erübrigen, wenn wir zuerst unsere Begriffe definieren würden?

Susanne Weigand

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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:54

Wenn man mal ein paar Romane von Pratchett genauer anschaut, die Personen und Handlungen sind oft menschlicher/realistischer als vieles was einem so in "realistischer" Literatur unterkommt.


Nuecki, gutes Beispiel. Nur ist man dann von der Genre-Frage gleich völlig weg. Denn tatsächlich gibt es in allen Genres Bücher, die etwas über Menschen und ihre Beweggründe, ihr Tun und Lassen, ihr Glück und ihre Verzweiflung aussagen. Daneben gibt es Bücher, die alles das nicht oder kaum tun, aber dennoch Unterhaltungswert haben. Ich mache jetzt jetzt also drei neue Genres für fiktionale Literatur auf:

1. Bücher über das wahre Leben
2. Rein unterhaltende Bücher
3. Schrott

Susanne

PS: Aber ich habe immer noch den Verdacht, dass es Rainer gar nicht um die fiktionale Literatur ging.
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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:57

Lesevorlieben von wem? Ich denke doch, dass damit die Forennutzer gemeint sind.


Natürlich sind die Forennutzer gemeint. Aber ich glaube dennoch nicht, dass Johannes' Auswahl ein Abbild der Vorlieben der Forumsnutzer ist. Gerüchteweise habe ich mir sagen lassen, dass die auch noch Bücher aus anderen Quellen beziehen.

Susanne
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Dienstag, 1. Januar 2013, 18:59

Lesevorlieben von wem? Ich denke doch, dass damit die Forennutzer gemeint sind.
Alles andere gibt ja gar keinen Sinn.


Nun ich würde es noch weiter eingrenzen. Es kann ja sich ja nur die xtme-Leser und -Nutzer handeln. Nicht alle Forennutzer lesen Bücher von xtme.de. Und die Forennutzer sind schon lange nicht mehr die einzigen xtme-Besucher. Und ich z.B. lese sehr gerne Reiseberichte oder auch Biographien. Nur wenn es selten gute Bücher aus diesen Genres kostenlos gibt, können Johannes und Susanne kaum welche aus dem Hut zaubern.
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Dienstag, 1. Januar 2013, 19:04

Und ich z.B. lese sehr gerne Reiseberichte oder auch Biographien. Nur wenn es selten gute Bücher aus diesen Genres kostenlos gibt, können Johannes und Susanne kaum welche aus dem Hut zaubern.


Schnäpper genau darauf will ich hinaus. Sämtliche Reiseberichte, die ich bisher gebloggt habe, haben sich am nächsten Morgen zwischen den Top 1 - 40 gefunden. Und ein Ami-Autor eines Reiseberichtes hat mir geschrieben, dass er nach meinem Blog mehr Downloads in D hatte als in GB. Nur sind solche Perlen selten - und ich gucke da schon sehr genau hin. Und deshalb bin ich mir sicher, dass die Gratisbücher ein verzerrtes Bild des Buchmarktes bieten und deshalb nicht für Rückschlüsse geeignet sind.

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Dienstag, 1. Januar 2013, 19:27

Und deshalb bin ich mir sicher, dass die Gratisbücher ein verzerrtes Bild des Buchmarktes bieten und deshalb nicht für Rückschlüsse geeignet sind.

Sehe ich ähnlich.
Aber es lässt ja durchaus Schlüsse auf das Bild zu welches "Amateure" bzw. Einsteiger vom Markt haben.
Und über die Gründe kann man dann vortrefflich rumspekulieren.
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jadedo

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Dienstag, 1. Januar 2013, 19:42

Nichts anderes als Spekulation würde es dann aber wohl bleiben.
Deshalb würde mich ehrlich der Grund für das Ausgangsposting interessieren, welche Entwicklungen/Befürchtungen leitest du für dich daraus ab, Rainer?
Cada loco con su tema.

Rainer Zenz

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Dienstag, 1. Januar 2013, 22:20

Ich muss wohl noch etwas erläutern.

Ich leite keine Befürchtungen oder Bewertungen daraus ab.

Ich meine auch nicht nur die Forumsnutzer oder die Kindle-Tipps. Tendenziell findet sich ein ähnliches Bild doch auch bei Spiegel-Bestsellern und Filmen (einschließlich Fernsehen), und im Forum auch beim "Was lest ihr gerade"-Thread.

Ich habe das alles bewusst etwas vage formuliert, auch die Sache mit dem "wahren Leben". Mich erstaunt einfach ein bisschen, welche Genres derzeit so deutlich vorne liegen, und ich bin neugierig, woran das liegt. Dafür gibt es natürlich keine einfache Antwort.

Zu den "ehrwürdigen Genres": Es gibt sicher in jedem großartige Werke, die lange gelesen werden, und völligen Schrott.

Letztlich wollte ich eine Diskussion darüber anstoßen, warum dieses oder jenes Literaturgenre heute so erfolgreich ist. Was am bevorzugten so reizvoll ist. Und auch darüber, was das über unsere Gesellschaft aussagt.

gakay

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Dienstag, 1. Januar 2013, 22:21

xtme sind Empfehlungen für eBooks.
Zu den beliebtesten Genres gehören offenbar (in alphabetischer Reihenfolge):

Fantasy
Historische Romane
Krimis
Liebesromane
Science-Fiction
Thriller


Alles Genres, die reine Unterhaltung sind, wenn auch mit verschiedener Interessenlage.

Hier sehe ich die Stärken des eReaders: Unterhaltung.

Andere Genres sind womöglich in Papierbüchern besser aufgehoben: Sachbuch, Reiseführer, etc

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