Sony 505 Erfahrungsbericht

      Sony 505 Erfahrungsbericht

      Hallo liebe Leseratten,

      ich hab mir letzte Woche den PRS-505 zugelegt.

      Nach dem ich, tja eigentlich schon 2-3 Jahre, mit dem Gedanken schwanger ging mir nen Reader anzuschaffen hab ichs dann endlich getan.
      Den Ausschlag zum Kauf allgemein ergab die Verfügbarkeit der Geräte bei ner Meyerschen-Buchhandlung in meinem Heimatörtlein und die damit einhergehende Gewährleistung, Reparaturabwicklung etc..
      Die letzte "schleichende Überzeugungsarbeit" leistete ein kleines Prospekt von Sony über den Reader das an einem Aufsteller vor der Buchhandlung in unserer Fußgängerzone auf potentielle Kunden wartete.
      Erst nahm ich das Prospekt mit nachhause, später folgte der Reader. -- Da soll noch einer sagen Werbung funktioniert nicht. :)

      Schlußendlich kaufte ich den Sony, trotz allen lesens und sich informieren im Netz, in ner Art Blindflug. Der Sony war das erste Gerät das ich mir wirklich mal anschauen konnte. Alle anderen Geräte hätte ich zwar bestellen können bei diversen Händlern, doch keiner wollte sowas nur zur Ansicht bestellen...
      Und selbst der "Test" bei der Meyerschen war nur eingeschränkt möglich, da das Gerät bombensicher mit einem Aufsteller verbunden war.
      Wie also das Lesegefühl sein würde war nicht zu bestimmen. Allerdings beteuerte mir die Verkäuferin auf Nachfrage, ein von ihr persönlich
      durchgeführter, mehrtägiger Praxistest sei im Ergebniss positiv zu bewerten.
      Da ich Vertrauen zu Menschen im allgemeinen und zum dualen Ausbildungssytem im besonderen habe, griff ich zu.

      Und ich muss sagen mein Vertrauensvorschuss war berechtigt.

      Über die außen K---Braune Hülle möchte man kein Wort verlieren. Innen ist sie bei mir silber. Nicht schön, aber funktional. Sie schützt das Gerät recht gut und bietet mir ein schönes "Buchgefühl" in der Hand. Übrigens von wegen Buchgefühl...ich dachte das problematischste würde sein wenn ich das Buch, auf dem Rücken liegend ( Sofa ), lesen würde. In meiner Vorstellung entwickelte sich da ein merkwürdiges, unangenehmes Bild.
      Aber--Pustekuchen--auch in der Position, wie in allen andern ist das Sony nicht schlechter zu verwenden wie ein normales Buch. Bei dicken Schinken eher besser.

      Wirklich angetan bin ich von dem sehr wertigen Eindruck des Readers. Vor allem weil sich der fortsetzt wenn man das Gerät in die Hand nimmt. Wow, wirklich mal wieder ein echtes Metallgehäuse !!
      Es ist verwindungssteif und ich glaube es wird sein elektronisches Innenleben für einige Jahre schützen.
      Mir ist der Punkt sehr wichtig.
      Ich möchte das Gerätchen tatsächlich im Alltag wie ein Buch nutzen. Und das über Jahre. Das bedeutet z.B. das der Sony, wie jedes andere Buch, in meinen Rucksack wandert wenn ich mit Auto oder Bahn unterwegs bin. Da wird er einige Knautscher und Püffe vertragen müssen. Sicherlich wird er auch irgendwann mal runterknallen. Wie er das alles überlebt wird sich zeigen. Meines Erachtens ist das aber einer der Knackpunkte für so ein Gerät...
      Was mir am Gehäuse nicht gefällt sind die schwabbeligen Tasten für die rechte Hand zur Seitenumschaltung. Hab mir schon angewöhnt mit dem Cursor links die Seiten umzuschalten. Bei 2 Sec. fürs umblättern ( in vielen Reviews auf diversen Seiten wird von 1/2 Sec. für ne Seitenumschaltung gesprochen, die haben entweder andere Geräte oder meins ist lahm... ) will ich doch gern wissen ob ich umgeblättert hab oder nicht.

      Apropo umblättern, ich hab so ne Art Umblätterentzug. Das ist manchmal ein echt komisches Gefühl. Ich blätter elektronisch um...die neue Seite erscheint...und dann kommt manchmal ein Reflex das ich das Gerät sozusagen weiterblättern will...

      Der Hammer ist natürlich das Display. Ich muss leider ziemlich viel von irgendwelchen Displays ablesen. Und ich hab noch kein Display benutzt das über lange Zeit ein derart ermüdungsfreies lesen ermöglicht. Die E-Ink Technik setzt da neue Maßstäbe. Bzw. sollte man die Sache wohl eher nüchtern betrachten und sagen das diese neue Technik erst die Art von Anwendung ( eben als Bucheratz ) ermöglicht. Alle anderen Displaytechniken sind ungeeignet. ( Zumindest die mir bekannten )

      Insgesamt ist das Display nur wenig schlechter abzulesen als ein normales Buch. Die Display-Scheibe ist supertoll entspiegelt. So das kaum Reflektionen auftreten. Vor allem merk ich das wenn ich mit meiner üblichen Leselampe lese.
      Und auch in der Sonne super zu lesen, eigentlich kann ich sagen, je mehr Licht umso besser. Richtig weiß ist der Hintergrund nicht, je nach Stärke des Lichts eher hellgrau bis so ne Art Marmorweiß.

      Software hab ich bis jetzt gar nicht benutzt für das Ding. Nur die E-Book-Library installiert. Ansonsten einfach Dateien per DragN`Drop übertragen.
      Alles problemlos. Der Sony meldet sich ja als Wechsellaufwerk an.

      Hab mal nen Hörtest mit ner mit 320Kbit codierten MP3-Datei gemacht. Waren superbillige Kopfhörer, hat sich aber trotzdem angehört wie durch nen rostigen Eimer gebrüllt. Entweder war der Kopfhörer echt so Müll oder der Sony taugt nicht als MP3-Player. Merkwürdig finde ich auch das jeweils ein Song immer als "gerade laufend" oder so im Menü angezeigt wird. Scheinbar gibt es keine Taste das einfach auszumachen. Ich kann nur zwischen Pause und Play wechseln...das finde ich irritierend.

      Bilder werden, dank der hohen Auflösung denk ich, auch mit den nur 8 Graustufen erstaunlich schön angezeigt.

      Mit der Anzeige ( Sortierung ) der Bücher musste ich mich auch erst anfreunden. Bzw. steh ich mir ihr noch auf Kriegsfuß...

      Hab jetzt etwa 180 Bücher drauf und es ist ein rechtes Chaos, scheinbar hilft nur die Änderung der Meta-Daten...zumindest bis Sony aus den Hufen kommt.

      Für mich ist der Reader die logische Fortentwicklung von Gutenberg und co. Würden derartige Geräte in der Form genutzt das ein jeder Erdenbürger eins günstig bis kostenlos bekäme, zusätzlich freien Zugang zu Wissen, Bildung und Inhalten welche auf die Geräte geladen werden könnten....

      Aber da sind die Musikindustrie, Sony und viele Andere vor. DRM ( digitale rechte minderung ) ist bei der ganze Geschichte das Haar in der Suppe. Ein Haar das die Hälfte der Suppe verdrängt.

      Soweit mein erster Eindruck zum 505.

      Ich hab ihn schon ins Herz geschlossen. :)

      Nelson
      @nelson: Ich habe eine gute Nachricht für dich, das Inhatsverzeichnis, zumindest die Rubri "Sammlungen", lässt sich über die Sony Library einfach anpassen:


      Software "eBook Library" (die von der Sony CD) und Reader miteinander verbinden. Dann habe ich in der eBook Library eine "Sammlung" mit dem +Zeichen links unten erstellt und die entsprechenden Bücher reinkopiert. Dann habe ich mit Drag and Drop einfach die Bücher in die Reihenfolge gebracht, die ich wollte - und es hat funktioniert - auch auf dem Reader!

      So kann ich die Bücher, die ich gelesen habe, ganz hinten verschwinden lassen oder in einer neuen Sammlung "z-gelesen" einsortieren, es kommt dann, da die Sammlungen ja alphabetisch sortiert sind, ganz zum Schluss. Und schon geht alles etwas besser!


      Den Tipp habe ich mir von Patsy aus dem Sony-Forum "geliehen"
      (reader-club.sony.de/web/guest/…sage_boards/message/75928)
      Hallo!

      Eine kleine Ergänzung noch zu Oliveras Anleitung: es ist im Grunde natürlich gar nicht nötig, der Sammlung mit den "gelesenen" Büchern ein Z voranzustellen. Man kann die Ordner (Sammlungen) ja numerieren (d.h. den Titel mit einer zweistelligen Zahl beginnen (01-99 oder wieviele Sammlungen auch immer man hat)), dann werden sie in der gewählten Reihenfolge angezeigt.

      Was mich wirklich stört, ist, daß man die Sammlungen nicht so anlegen kann, daß man Dateien die man im internen Speicher abgelegt hat und solche, die man auf der Speicherkarte hat, mischen und in einen Ordner legen kann. Man muß sich also im Grunde vor dem Aufspielen und vor dem Anlegen der Sammlungen überlegen, welche Ordner man anlegen möchte und in welche Kategorie das jeweilige Buch gehört, um es dann entsprechend auf der Karte oder im internen Speicher abzulegen, je nachdem, wo man den Ordner angelegt hat. Das empfinde ich als etwas mühsam und nicht gut durchdacht, aber man kann sicherlich damit leben... ;)

      Ansonsten bin ich mit dem PRS-505 sehr zufrieden und vom Display und dem ermüdungsarmen Lesen sowie den Möglichkeiten, endlich viele Bücher bei sich zu haben, parallel zu lesen usw., wirklich begeistert. Ich bin sehr froh darüber, daß ich ihn mir nach anfänglichem Zögern gekauft habe. Daß man keine Notizen damit erstellen kann, ist sicher ein Nachteil, aber ich persönlich kann Touchscreens überhaupt nicht leiden, also wäre das Warten auf das Nachfolgemodell keine Alternative gewesen. Und der Kindle erscheint mir zu klobig und ich möchte auch nicht von einem Anbieter abhängig sein...

      Liebe Grüße,
      Momo
      I'm a loaner - kiva.org - Loans That Change Lives :thumbup: