Introducing e-Ink...

      Introducing e-Ink...

      ich bin davon überzeugt, dass sich im Bereich des E- Contents gerade im Segment von Fachbüchern und oft aktualisierten Inhalten in den nächsten Jahren viel bewegen wird. Vor allem wird dies denke ich durch die Möglichkeiten verbesserter Lesegeräte (Stichwort: e-Ink / elektronisches Papier) ins Rollen geraten. Denn erst dadurch würde ich selbst überhaupt auf die Idee kommen, längere Texte nicht mehr in gedruckter Form zu lesen.

      Die bisher auf dem Markt befindlichen Geräte von iRex Technologies, Sony und Amazon sind meiner Meinung nach noch zu teuer und noch nicht bis ins Detail ausgereift. Das wird sich aber vermutlich mit den nächsten Generationen dieser ändern.

      Amazon beispielsweise entwickelt ja bereits eine verbesserte Version des Kindle Readers und führt Gespräche mit europäischen Mobilfunkanbietern, um den Buchdownload via Mobilfunknetz ähnlich wie in den USA zu realisieren. Wenn die neue Version erst einmal in Europa auf den Markt kommt, sieht es gerade für die klassischen Sortimenter nach dem heutigen Stand denke ich nicht besonders gut aus, um sich eine Position auf diesem neuen Markt zu verschaffen. Amazon verfügt über große Marktmacht im Onlinebuchhandel sowie das Mobipocket Dateiformat, durch welches zuverlässiges Digital Rights Management möglich ist. Außerdem befindet sich Amazon in einer sehr guten Position für Verhandlungen mit Verlagen. Immerhin werden diese auf lange Zeit gesehen vermutlich interessiert an der Technologie sein. Eine exakte Planung von Auflagevolumen erübrigt sich für die digitale Veröffentlichung ebenso wie die Notwendigkeit von Nachdrucken und die Gefahr von Transportschäden und nicht kalkulierbarem Remissionsaufkommen. Man sollte auch nicht vergessen, dass e-Books nicht preisgebunden sind…

      Wie schnell sich ein Wandel zu so einer neuen Technologie vollziehen kann, zeigen Musikabspielgeräte und entsprechende legale Downloadplattformen wie Musicload oder Napster.

      Die entscheidende Frage ist wohl, wie genau eine Vertriebsstruktur für e-Books in Zukunft aussehen wird. Im Fall von Amazon kann man denke ich mit Sicherheit sagen, dass hier direkt von den Verlagen ein- und an den Endkunden verkauft wird. Bei anderen Händlern sind vermutlich auch in Zukunft Partnermodelle möglich, sodass der Sortimenter ohne den Aufbau eines komplett eigenen Onlinestores an dem Markt partizipieren könnte.

      Ich denke aber auch, dass „Bücher“ durch die Verknüpfung mit dem Internet interaktiver werden könnten. Gerade bei Nachschlagewerken stelle ich mir eine Art Abo- Modell vor, durch das man ständig die aktuellste Version in den Händen hält – und nicht auf die Veröffentlichung einer neuen „Ausgabe“ warten muss.

      Für Schulen, Hochschulen und Unternehmen könnte man interessante Lizenzmodelle entwickeln. Die Lehrmittelfreiheit an Schulen könnte somit beispielsweise weiterhin realisiert werden. Ein Schüler würde z.B. ein entsprechendes Lesegerät kaufen und das Land ein Abo für Lizenzen. So würde jedem Schüler stets die aktuellste Version aller Schulbücher seiner Jahrgangsstufe in nur einem Gerät zur Verfügung stehen – zusammen mit sämtlichen Arbeitsbögen und Auszügen aus Fachzeitschriften, die ein Lehrer nicht mehr kopieren bräuchte.

      Man kann hier sicher in viele Richtungen weiterdenken. Ich bin gespannt auf die weitere Entwicklung.