4. Februar 2010 (Donnerstag) - von Johannes
Google Tablet (OS): Der iPad-Killer
Fressen und gefressen werden: Nachdem mit Erscheinen des iPad einige Analysten das Ende von Kindle & Co. prophezeiten, ist nun bereits ein “iPad-Killer” (u.a. Times Online, Huffington Post) ausgemacht. Der Titel gebührt Chromium, einem Open Source Projekt zum Crome OS von Google. Mit seinem offenen Ansatz ist Chromium praktisch das genaue Gegenteil vom Apple-Konzept.
Chrome OS ist ein Multiplattform-Betriebssystem, dass Google auf mobilen Devices von Smartphones bis Netbooks sieht. Die Entwicklercommunity von Chromium hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, das offene System Tablet-tauglich zu machen – mit dem Segen von Google, die eine Implementierung der Chromium Funktionen in das “Main Release” planen.
Anders als Apple, die ihr Mac OS nur im Bundle mit Hardware abgeben, konzentriert sich Google auf eine größtmögliche Verbreitung seiner Software. Chrome OS wird kostenlos angeboten und wohl schon bald nach der Veröffentlichung (2. Jahreshälfte ‘10) auf einer Vielzahl von Devices verschiedener Hersteller zu finden sein – im Boot sind bereits unter anderem Acer, Adobe, Asus, HP, Lenovo und Toshiba. Geld verdienen wollen die Kalifornier einmal mehr mit kontextsensitiven Textanzeigen.
Völlig andere Wege geht Google traditionell auch bei der Durchlässigkeit seiner Plattformen. Während Apple gerne den Schrankenwärter gibt und schonmal ein Online-Wörterbuch wegen “obszöner Wörter” aus dem App-Store schmeißt, hat Google bereits den Quelltext der Beta-Version von Chrome-OS ins Netz gestellt und begrüßt ausdrücklich externe Anwendungen.
Nichts desto trotz werden das Digitalisierungsprojekt Google Books und der geplante Online-Shop Google Editions (möglicherweise mit Kindle-Anbindung) selbstverständlich einen Stammplatz im Chrome-OS haben. Der Umfang des kostenlosen Angebots zum Release von Chrome OS/Chromium ist dabei noch nicht ersichtlich, gegenwärtig versuchr Amazon eine Einigung zwischen Google und den amerikanischen Rechteinhabern zu torpedieren.
Wie bei Google Books werden auch bei Google Editions die Bücher standardmäßig online gelesen, sollen aber auch speicher- und sogar druckbar sein. DRM ist optional, hier kündigte Google bereits die Wahl von Adobe als Partner an – anders als Apple, wo im iBookstore gekaufte eBooks aufgrund einer eigenen DRM-Lösung nicht auf Geräten anderer Hersteller gelesen werden können. Zu den Konditionen für Verlage gibt es eine Zusammenfassung beim Börsenblatt.
Chromium bzw. Chrome OS hat gute Aussichten, zeitnah das Tablet-Betriebssystem Nr. 1 zu werden. Und während Apple seinen iBookstore nur auf einem einzigen (adäquaten) Endgerät einbindet, wird Google Editions wohl noch in diesem Jahr auf dutzenden verschiedenartigen Devices – möglicherweise auch mit Pixel Qi Display – zum Einsatz kommen. Das sollten Nutzer im Hinterkopf haben, wenn sie mit dem Kauf von digitaler Literatur über das iPad liebäugeln (die sie dann auch nur darauf lesen können) – und Verlage, die Apple schon heute als Heilsbringer der Buchbranche abfeiern.
<via Gizmodo, Techcrunch>
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Der Artikel "Google Tablet (OS): Der iPad-Killer" wurde am 4. Februar 2010 (Donnerstag) um 09:09 Uhr von
Johannes geschrieben.
Johannes Haupt ist Chefredakteur und Herausgeber von lesen.net.
8 Kommentare
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4. Februar 2010
10:27 Uhr
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Christian schreibt:
Genauso wie das Android-System die Nr. 1 ist und das iPhone gekillt hat… :)
4. Februar 2010
10:33 Uhr
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Joschi schreibt:
Wie viele Apple-Killer wurden schon angekündigt, alleine beim iphone (siehe Vorredner)?
Google hat es nicht geschafft, dem Iphone Konkurrenz zu machen und das wird beim IPad auch nicht schaffen. Es gibt für das Ipad /Iphone 140 000 Anwendungen. Für google Chrome gibt es nichts, außer den Anwendungen, die direkt im Internet laufen und nicht für Fingerbedienung optimiert sind.
Nicht immer gleich den “Killer” herbeireden, sondern erst mal warten, was da wirklich kommt
4. Februar 2010
14:54 Uhr
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AlexDD schreibt:
Android ist und wird schon eine böse Konkurrenz fürs iPhone werden. Sonst wäre der gute Herr Jobs nicht so ausgeflippt vor ein paar Tagen. ;)
Wenn ich mal nur an den kostenlosen Google Maps Navigator (http://www.google.com/mobile/navigation/) denke. Wenn die den erst veröffentlichen ist, ist das App alleine ja schon ein Kaufgrund für Android.
Man sollte auch nicht den Fehler machen, die Apps von Apple mit dem Betriebssystem von Google gleichzusetzen. Das wird einiges mehr zu bieten haben. Das iPad ist letztendlich nur ein größerer iTouch oder iPhone ohne Phone. ;)
Für mich sind dies außerdem mehr Computer als eBooks.
5. Februar 2010
07:02 Uhr
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Lalaaaa schreibt:
Inwiefern ein Konzept, das offensichtlich nur als Animation existiert dem iPad gefährlich werden soll ist mir schleierhaft. In meinen Augen baut Google auf zu vielen Baustellen und muss aufpassen, daß es sich nicht verzettelt. Apple ist sogar dabei, wieder ernsthaft ein Konkurrent auf dem Desktop-BS-Markt zu werden. Macs gewinnen wieder Marktanteile. Apple ist was den Consumer-Markt angeht deutlich besser aufgestellt als Google, deren eigentliches Steckenpferd Internetdienste sind. Und dabei sollten sie es lieber belassen. Sie haben es weder geschaft, MS Office Konkurrenz zu machen und werden auch Apple nicht gefährlich werden. Im Gegenteil, sollte Google sich zu sehr mit Apple und Co anlegen, könnte es schnell passieren, daß deren Dienst subtil ausgesperrt und verdrängt werden.
5. Februar 2010
10:05 Uhr
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Bigboo73 schreibt:
Also ich glaube schon dass das IPad ein Erfolg wird, auch wenn mir das nicht passt, da es Firmen die Geräte mit “wirklichen” Innovationen entwickeln kaputt machen könnte.
In Bezug auf Google, Google muss kein IPad Killer sein, ein Killer ist ja ein Produkt oder Standard was in einem Kurzen Zeitraum ein anderes vom Markt drängt. Das Wird Google mit Apple nicht schaffen, aber Apple wird Google auch nicht in eine Nische zurückdrängen können.
Ich finde es etwas befremdlich wie manche Apple Jünger in fast kindlicher oder patziger weise Ihr tolles IPad (was sie noch gar nicht mal besitzen/in der Hand gehabt haben) verteidigen ;)
De Fakto ist es nicht innovativ und auch nichts Neues, de Dakto wird es aber mit einem sehr schön aussehenden und toll zu bedienenden OS ausgestattet sein.
Das Google OS wird langsam aber sicher wachsen. Nur das wird für die kleineren Firmen mit Ihren innovativen Geräten die auf Android oder Chrome OS setzen wohl zu spät kommen.
Um meinem Vorredner zuzustimmen, das Ipad oder ein vielleicht kommendes Google Pad, hat nix mit einem E-Book Reader zu tun.
@Johannes Recherchiere doch mal was über das Entourage Edge, das kostet ja auch nur 490 Dollar, hat Android drauf. 2 Screens(!) einer Touchscreen (1024×600 wie Ipad) und einer hat ein 9,7″ E-Ink Display mit (1200 x 825). Das Gerät soll im März kommen. Es gibt zwar ein Bericht von dir, dort sah das Teil aber doch noch rech hässlich aus, jetzt siehts rech schick aus.
Ich finde ein solch spassiges, wie sinnvolles Produkt sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen, sonst geht es leider unter.