Von Johannes
Kindle for Mac ist da
Bislang nebulös für “irgendwann in 2010″ angekündigt, konnte Amazon bei der Fertigstellung von Kindle for Mac erfreulicher Weise schon heute Vollzug melden. Mit einer 9 Megabyte großen Gratis-Software kann ab sofort die eigene Kindle Books Sammlung auch auf iMacs, Macbooks und allen anderen Systemen mit Mac OS X (Version 10.5 aufwärts) gelesen werden. Damit befinden sich nun kaum noch weiße Flecken auf der Kindle-Landkarte.
Applikationen für Windows-PC und iPhone/iPod Touch gibt es schon seit längerem, zuletzt kam Mitte Februar ein Tool für den Blackberry. Geplant ist auch eine Kindle-App für das iPad, wie Amazon auch in der heutigen Pressemitteilung noch einmal betonte.
Amazon fixt mit seinen Leseprogrammen für die verschiedenen Plattformen zunächst einmal einen nativen Makel seines proprietären azw-Formats: Weil offene Leseprogramme (Calibre, FBreader) mit den verschlüsselten Dateien nicht klarkommen, ist Amazon in der Pflicht, eigene Lösungen zu entwickeln und Kindle Books plattformübergreifend (und eben nicht nur auf dem Kindle-Reader) lesbar zu machen. Ein solches “Feature” ist bei Anderswo gekauften eBooks (solange DRM-frei) dank etlicher kostenloser Tools inzwischen selbstverständlich.
Einzigartig ist bei der Kindle-Plattform lediglich die automatische Synchronisation von Inhalten und Lesezeichen: Im Kindle Store gekaufte eBooks stehen sofort über alle Kanäle zur Verfügung; zudem merken sich die Anwendungen die letzte geöffnete Seite, womit auch beim Wechsel der Plattform (z.B. von Kindle zum PC) nahtlos weitergelesen werden kann.
Dabei verfolgt das Unternehmen eine weitgehende Strategie: Langfristig sollen Kindle Reader und Kindle Store getrennte Wege gehen. Wer etwa ein iPad sein Eigen nennen wird und eher gelegentlich liest, kann sich ein weiteren Hardware-Kauf sparen und einfach über “Kindle for iPad” shoppen und schmökern. Gegenüber dem iBookstore, wo vermutlich ebenfalls speziell verschlüsselte Dateien verkauft werden, hat Amazon auf jeden Fall schon einmal den Vorteil der plattformübergreifenden Verfügbarkeit (plus ein breites Angebot und einen großen Kundenstamm). Auch wenn sich Amazon offenbar seiner Sache sicher ist, bleibt aber noch abzuwarten, ob Apple einem solchen Konkurrenten überhaupt die Schranken zu seinem App Store öffnen wird.
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