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Drei neue eBook Reader: Tolino-Familie wird größer und schärfer

Zur Frankfurter Buchmesse hat die Tolino-Allianz der großen deutschen Buchhändler nahezu die komplette Modellpalette überarbeitet. Nur das Mittelklassemodell Tolino Shine 3 bleibt unverändert im Programm, die weitere Produktfamilie rückt durch gleich drei neue eBook Reader näher aneinander. Technisch wie optisch.

Klar erkennbar ist nun die technische Handschrift des E-Reading-Spezialisten Kobo, der die Deutsche Telekom vor knapp drei Jahren als Technologie-Partner abgelöst hat. Während das Einstiegsmodell Tolino Page 2 noch eine weitgehende Eigenentwicklung ist, werden die neuen Tolino Vision 5 (alias Kobo Libra H2O) sowie Tolino Epos 2 (alias Kobo Forma) außerhalb Deutschlands praktisch baugleich unter anderem Namen vertrieben. Im Fall des Tolino Epos 2 bereits seit einem guten Jahr, was das Label "Neuerscheinung" doch etwas relativiert.

Tolino Page 2

Tolino Page 2

Der 2016 erschienene erste Tolino Page war als klassisches Einstiegsgerät konzipiert, was sich vor allem im Bildschirm äußerte: Das 6-Zoll-Panel löste nur 167ppi auf (600x800px) und war nicht beleuchtet. Der Tolino Page 2 kann ein dem gegenüber deutlich verbessertes 212ppi-Panel vorweisen (768x1024px), das analog zu den Modellgeschwistern seitlich beleuchtet ist. Allerdings lösen die anderen drei Tolino-Modelle alle noch etwas feiner auf (300ppi), und die integrierte Beleuchtung verfügt dort über eine – auf Wunsch automatische – Farbanpassung je nach Tageszeit und Umgebungslicht. Der Tolino Page ist für 90 Euro vorbestellbar und damit 30 Euro günstiger als das Mittelklassegerät Tolino Shine 3, der vor exakt einem Jahr als bislang jüngster Tolino erschien.

Tolino Vision 5

Tolino Vision 5

Die deutlichste optische Überarbeitung im Portfolio stellt der Tolino Vision dar. Der Bildschirm wächst von sechs auf sieben Zoll und wird nun von zwei haptischen Blättertasten flankiert. Technisch verändert sich dem gegenüber nicht ganz so viel, die Top-Funktionen "300ppi-Panel mit anpassbarer Beleuchtung" und "wasserdicht/staubgeschützt" brachte schon das vor drei Jahren erschienene Vormodell mit. Der Tolino Vision 5 kostet 180 Euro.

Tolino Epos 2

Tolino Epos 2

Mit "nur" zwei Jahren auf dem Buckel ist der Tolino Epos das jüngste der jetzt ausgetauschten Geräte, auch darum sind die Änderungen hier am Geringsten. Analog zum Tolino Vision wächst auch der Tolino Epos, allerdings nur minimal von 7,8″ auf 8″. Und ebenfalls analog zum Tolino Vision wandern die Bedientasten an die Seite und werden um haptische Blättertasten ergänzt. Dafür drehen die Tolino-Alliierten am Preis: Waren für den Tolino Epos 1 anfänglich noch "nur" 250 Euro auszugeben – im Rahmen von Aktionsangeboten fiel der Preis schon bald nach Erscheinen unter die 200-Euro-Marke -, werden für das Nachfolgemodell aktuell glatte 300 Euro fällig. Das bedeutet auch ganze120 Euro Differenz zum nun kaum noch kleineren und ansonsten praktisch baugleichen Tolino Vision 5. Fragwürdig.

Weiter kein USB-C, kein mobiles Internet, kein Audio

Fast genauso erwähnenswert wie die neuen Funktionen ist, was die neuen eBook Reader der Tolino-Familie nicht können. Während Amazon inzwischen seiner kompletten Kindle-Produktfamilie vom 60-Euro-Einstiegsmodell bis zum "großen" 230 Euro kostenden Kindle Oasis eine Unterstützung von Hörbüchern der hauseigenen Audible-Plattform spendiert hat, kommt weiterhin kein Tolino mit Audio-Inhalten zurecht.

Natürlich sind dedizierte Lesegeräte allenfalls eine Behelfslösung für die Wiedergabe von Hörbüchern und Hörspielen. Angesichts des boomenden Marktes, in dem sich auch die Tolino-Mitglieder bewegen, ist diese komplette Verweigerung aber doch verwunderlich.

Weiterhin gibt es auch nach sechseinhalb Jahren Tolino-Allianz kein "deutsches" Lesegerät mit integriertem UMTS/4G-Modem. Dem gegenüber bot schon der anno 2007 erschienene Ur-Kindle die Möglichkeit zum Bezug von Lesegestoff außerhalb der Reichweite von WLAN-Hotspots, und auch heute noch gibt es zwei der drei Kindle-Geräte optional mit 4G. Wie man Amazon kennt, sicherlich nicht ohne Grund (= Nachfrage).

Stolz ist Tolino nach wie vor auf sein "beidseitig ansteckbares Micro-USB-Kabel dank easy2connect Funktion", das bei allen Lesegeräten, wo es Teil des Lieferumfanges ist, groß in der Funktionsliste angeteasert wird. Dass ein solches Kabel für jedermann (und jedes Gerät) für wenige Euro im Zubehörhandel erhältlich ist – geschenkt. Aber im Jahr 2019 dürfte auch Tolino gerne über USB-C nachdenken, das "echte" beidseitige Kompatibilität ab Werk mitbringt und zweifelsohne die zukunftsträchtigere Wahl wäre. Gerade bei dedizierten Lesegeräten mit ihren langen Lebenszyklen.

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