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eBook Reader: Stromverbrauch wird um Faktor 100 überschätzt

eBooks sind üblicherweise günstiger als gedruckte Bücher – das ist aber nur ein Teil der Rechnung. Denn digitale Bücher lassen sich anders als Print-Ausgaben nicht weiterverkaufen, für ihre Lektüre benötigt man ein mehr oder weniger kostspieliges Lesegerät – und der Strom für die Bildschirmlektüre will auch bezahlt sein. Doch was für Stromkosten fallen für digitales Lesen überhaupt an? Einschätzungen und Realität klaffen hier meilenweit auseinander, wie eine neue Umfrage illustriert.

eBook Reader mit E-Ink-Display benötigen nur bei Seitenwechseln Strom, entsprechend lange ist die Akkulaufzeit. Anbieter wie Kindle und Tolino geben Laufzeiten von 4 bis 8 Wochen für ihre aktuellen Modelle an, gerechnet mit einer halbstündigen Nutzung pro Tag. Erst dann muss das Lesegerät wieder ans USB-Kabel, über das sämtliche derzeit erhältlichen eBook Reader geladen werden.

Große Kluft zwischen gefühlten und realen Stromkosten

Wie viel Strom elektronische Geräte verbrauchen und was für Kosten dabei anfallen, ist für den Laien schwer abzuschätzen. Kaum ein normaler Anwender hat für eine seriöse Kalkulation nötige Parameter wie Akkugröße und kWh-Preise im Blick. Wie groß die Kluft zwischen Nutzer-Schätzungen und Realität tatsächlich ist, illustriert das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage von YouGov im Auftrag des Stromanbieters E.On und verwundert in dieser Dimension dann doch.

Rund 30 Cent sind demnach bei der Lektüre von eBooks auf einem eBook Reader für Strom auszugeben – pro Jahr. Und diese Kalkulation beruht bereits auf einer Stunde Lesezeit pro Tag, also dem doppelten Wert von dem, was Hersteller von Lesegeräten bei ihrer Akkulaufzeit-Kalkulation anlegen. Die Teilnehmer der E.On-Umfrage schätzten die Stromkosten im Mittel hingegen auf 30 Euro, also Ganze hundertmal so viel. E.On-Geschäftsführer Uwe Kolks bilanziert dann auch, „die Energiekosten für das Lesen sind hier also kaum der Rede wert“.

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Kommentare


Helmut 16. August 2017 um 22:27

Interessant wäre hier eher gewesen, welchen Unterschied eBook-Reader ohne Hinterleuchtung im Vergleich zu solchen mit Hintergrundbeleuchtung (Paperwhite, Shine etc.) beim (sicherlich dennoch geringen) Stromverbrauch machen, wenn man diese auf mittlerer Helligkeit belässt.
Gehe ich recht in der Annahme dass der Artikel sich nur auf Geräte ohne solche Hinterleuchtung bezieht? – Bitte künftig nicht einfach nur irgendwelche Pressemeldungen umformulieren, sondern die Angaben bei der Quelle hinterfragen. Pressemeldungen von großen Konzernen (wie hier E.on, noch dazu ein Stromanbieter) taugen einfach nicht als Grundlage für seriöse Berichterstattung (auch wenn ihr nur ein kleines Blog seid und kein kommerzielles Nachrichtenmagazin).

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Ebehl 17. August 2017 um 10:15

Ich bin vollkommen deiner Meinung. Es reicht nicht immer einfach nur etwas umzuschreiben.

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Steffen 18. August 2017 um 13:48

Ich rechne den Stromverbrauch durch die Hintergrundbeleuchtung eher als positive in die Energiebilanz ein. Wenn ich abends im Bett liege, brauche ich bei einem analogen Buch zusätzlich eine Lichtquelle. Nehmen wir eine sparsame LED-Nachttischlampe mit 2 Watt Leistung an: Ich glaube kaum, dass die Hintergrundbeleuchtung im ebook-Reader auch nur annähernd 2 Watt Leistung benötigt. Schalte ich also die Hintergrundbeleuchtung ein und dafür die Nachttischlampe aus, "spare" ich sogar Strom.

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