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eOneBook: Neues Dual-Screen-Lesegerät für eine Manga-Reihe – und sonst nichts

In einem Comic-Strip aus der Frühphase des E-Reading-Zeitalters ist ein Bücherregal zu sehen, das voller eBook Reader ist: Für jedes Buch kommt ein anderes Lesegerät zum Einsatz. Dieser Witz wird nun Realität, das eOneBook kann ausschließlich die ab Werk geladenen Inhalte anzeigen – und fällt auch sonst extrem buchähnlich aus.

Das eOneBook wird wie ein Buch aufgeklappt, im Inneren sind zwei 7,55″-E-Ink-Monitore (je 300ppi) nebeneinander angeordnet. Um die Bildschirme herum gibt es einen riesigen Rand, für einen eBook Reader ist das Gerät außerordentlich dick und sogar mit einem Einband versehen: Dem Leser soll hier tatsächlich das Gefühl vermittelt werden, ein physisches Buch in der Hand zu halten, und nicht nur das Leseerlebnis imitiert werden. Dazu passt auch, dass der eBook Reader nicht über ein (microUSB)-Kabel mit Strom versorgt wird, sondern mit austauschbaren AAA-Batterien.

18-bändige Manga-Reihe vorinstalliert

So weit, so unkonventionell. Auf die Spitze wird die Buchimitation aber damit getrieben, dass Käufer des eOneBook keine Möglichkeit haben, eigene Inhalte auf das Lesegerät zu übertragen. Im Auslieferungsvorstand vorinstalliert ist die 18-bändige Manga-Reihe Fist of the North Star.

Einzeln gekauft kostet jedes der 18 Bücher rund 50 US-Dollar. In Anbetracht dessen ist der Preis von rund 300 US-Dollar für das ab Februar ausgelieferte eOneBook zunächst einmal kein schlechter Deal, wenn man das Dual-Screen-Lesegerät als digitale Gesamtausgabe fürs Bücherregal versteht. So stellt sich das der Entwickler Progresstech vor – und hat schon weitere eOneBook-Editionen für weitere Bücher in Aussicht gestellt.

eOneBook – Fortsetzung folgt

Das Fachblog Liliputing hat das OneBook auf der aktuell laufenden Elektronikmesse CES in Las Vegas in Augenschein genommen und weist richtigerweise daraufhin, Mangas seien logische Inhalte für ein solches Gerät. Nativ erstreckten sich die Strips vielfach über die gesamte Doppelseite, was konventionelle eBook Reader wie der Kindle (den Amazon in Japan auch als Manga-Edition mit besonders viel Speicherplatz verkauft) naturgemäß nicht abbilden können. Durch den großen Umfang, den hohen Gesamtpreis und die stilprägende Bedeutung des Mangas ist das Modell “ein Lesegerät für einen Inhalt” hier außerdem mit Sicherheit sinniger als etwa bei einer beliebigen Lokalkrimi-Reihe.

Die extrem erfolgreiche Kickstarter-Kampagne zum eOneBook, bei dem die Entwickler ihr Funding-Ziel im Herbst um das Achtfache übertrafen, illustriert dann auch das gewaltige Interesse am Projekt. Ob das Konzept außerhalb der Manga-Community (und außerhalb des mangaverrückten Japan) funktioniert, ist dann aber doch fraglich. Und einen Nachhaltigkeitspreis wird das eOneBook vermutlich auch eher nicht gewinnen.

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