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Hörbücher: Download und Streaming holt CD ein

Hörbücher und Hörspiele sind seit einigen Jahren ein zuverlässiger Wachstumstreiber des Buchmarktes. Obwohl es sich per se um ein digitales Medium handelt, werden die meisten Hörbücher allerdings immer noch auf physischen Datenträgern gekauft und konsumiert. In den letzten Monaten fand bei der Nutzung jetzt erstmalig eine Annäherung von alten und neuen Formen der Nutzung statt – ein Wachstums-Hemmnis für Audible & Co. bleibt aber noch. 

Im Herbst 2016 kartographierte das renommierte Marktforschungsinstitut Emnid mit seinem “Hörkompass” erstmalig die deutsche Hörbuchlandschaft. Vergangene Woche wurde im Rahmen der Frankfurter Buchmesse die Ergebnisse der diesjährigen Erhebung vorgestellt, über die sich erstmalig Entwicklungen im Zeitverlauf ablesen lassen.

  • Auftraggeber der Studie ist die Amazon-Tochter Audible, Marktführer im hiesigen digitalen Hörbuchmarkt. Die zufälligen rund 2.000 Teilnehmer sind repräsentativ für die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahre. Die wesentlichen Ergebnisse:
  • 16 Millionen Deutsche haben in den letzten 12 Monaten mindestens ein Hörbuch gehört (2016: 14 Millionen). 13 Millionen hören mindestens einmal im Monat, 9 Millionen von ihnen lauschen mindestens einmal wöchentlich einer Vorlesestimme und können somit als regelmäßige Nutzer klassifiziert werden.
  • Hörbuch-Hörer sind jünger, gebildeter und wohlhabender als Nicht-Hörer.
  • eine Kannibalisierung zwischen Hörbuch und Buch gibt es nicht. Hörbücher-Hörer greifen öfters zu einem gedruckten Buch als Nicht-Hörer, umgekehrt hören Buchleser eher Hörbücher als Nicht-Leser. Mit dem Kindle Oasis 2 hat die Audible-Mutter Amazon hier bekanntlich gerade einen eBook Reader vorgestellt, mit der die beiden Medienformen besonders reibungslos ineinander greifen.
  • Unterhaltung (66 Prozent) und Entspannung (62 Prozent) halten sich als Gründe fürs Hörbuch-Hören fast die Waage. Gleiches gilt für die Hörorte: 58 Prozent hören am liebsten zuhause, 54 Prozent in öffentlichen Verkehrsmitteln und 52 Prozent zuhause.
  • 41 Prozent der Hörbuch-Nutzer hören auf Smartphones und Tablets – ein Plus von ganzen 6 Prozentpunkten zu 2016 (35 Prozent). 42 Prozent greifen zur Hörbuch-CD. Damit liegt die Digital-Nutzung erstmalig auf Augenhöhe zum Hörbuchbuchkonsum über ein physisches Trägermedium (früher Schallplatte, heute CD).

Anders als gedruckte Bücher waren Hörbücher schon immer digital, trotzdem erfreuten sich pyhsische Datenträger auch weit ins “Smartphone-Zeitalter” hinein überragender Beliebtheit. Wesentliche Gründe sind zum einen der Nutzungsort und dort vorhandene Abspiel-Vorrichtungen (CD-Wiedergabe in der heimischen Hifi-Anlage und im Auto-Radio), vor allem aber der Kaufzweck.

Geschenke-Problematik für digitale Hörbücher noch ungeklärt

Vorstellung des Audible Hörkompass 2017

Hörbücher sind beliebte Geschenke, auch zum diesjährigen Weihnachtsfest werden wieder viele Lesungen unter deutschen Weihnachtsbäumen liegen. Und auch diesmal werden es zum weit überwiegenden Teil CDs sein – Audible-Chef Nils Rauterberg gab auf unsere Rückfrage hin am Rande der Studien-Vorstellung in Frankfurt freimütig zu, sein Unternehmen habe noch kein wirkliches Rezept für die “Geschenk-Problematik” gefunden. Zwar bietet natürlich auch Audible Geschenk-Gutscheine für die eigenen Abo-Angebote an, bei der Bescherung macht eine schick verpackte CD-Box aber zweifelsohne einen imposanteren Eindruck. Lösung: offen.

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